Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
509-510
Einzelbild herunterladen
 

^ ;e>9 Cidre

'/ inwendig weiß, und ein wenig bitter. Die^ Blatter, welche erstlich auf der Erde ausge-breitet liegen, find sehr zerschnitten; die>>'? Stengel aber werden groß, rauh, lassen sichbieaen oder krümmen, und brechen nichtU leichtlich ab, haben viele Neben - Fweiqlein,^ welche sehr zähe, und mir wenigen weit von!d. einander stehenden, und nicht liess zerschnit-H- rencn Blattern bekleidet sind. Die Blumenitt haben keine Stiele, und sind gemeiniglichkt blau, zu Zeiten aber auch Schnee-weiß, die-A se pflegen sich aUezeit nach der Sonne zu? kehren, aestalten dieselben, es sey trud öder! >i heiter, mit der Ac-nneii Ausgan« sich öffnen,!'» mit derselben Untergang aber sich wiederum»ix zusammen thun, und schliesset!. Sie blühen! v den ganüen Sommer durch bis in den Herbst.!»,'! Der zahme oder Garten-Cichorien wird jähr-ig ijch von seinem Saamc» gedanet, »nd zwarKl!- im Frühlinz ini Abnehmen des Monden, in^ ein feuchtes, gutes und mürbes Erdreich,, > Mr gar dünne gesäet, damit die Wurkelusiis desto stärcker und grösser werden koimen.Wenn sie näher als eine Hand breit beysam-

> wen stehen, muß man sie überziehen, und--A allezeit fleißig vom Unkraut reinigen. Vor

Winters werden die Wurkel« ausgegraben,und in dem Keller in Sand geleget, inanlässet auch das junge Kraut daran bleiben,weil solches, wenn es gelb worden, wie dieEndisien zum Salat gebrauchet werden kan.Etliche starcke Murmeln weiden im Frühling"wieder zum Saamen ausgesekt, weilen aberv," derselbe im Felde nicht leicht zu seiner gankenVollkommenheit gedeihet, so ist am besten,^ wenn er anfanget gelb zu werden, daß man'.. die Saamen-Stengel samt den Wurzeln aus-ziehe, und an einen lufftiaen Ort hänge, da' er denn vollends zur Zcitigung gelanget, erhält sich aber nicht über zwey Jahr. DieKeimlein, die im Frühling von den Wur-zeln (die zu Saam - Stengeln bestimmte aus-genommen) austreiben, kan man überbrüht?zu einem Salat gebrauchen. Die Wurtzelit- werden sauber gereiniget, der Kern heraus-... genommen, das übrige in Wasser abgesotten," l mit Oel und Eßig zu einem Salat einae-macht, und also geno^en, oder aber mit Iu-cker ubekzogen. Man kan sie auch über Fleischep und Huner warm kochen; oder tracriret sieM' nach Art der Franßosen, wie die Scorzonera-Wuri-el, und machst eine Brühe von gesct-!r. tenem Wasser, Eyer-Dottern und zerlassener'Z; Futter, mit Musealen abgewürget/ dar-, über. Sie sind kühlender Art. und aeben da-sit > her» in allen innerlichen Gebrechen, Ent-zunduiigen, oder Verstopffunaen des Ma-x- gens, der Leber, des Milkes und der NierenF eine ge,unde Speise: Aus den blauen Blu--!ü! men wird ein gmes Äugen-Wasser gebrannt.P Es giebt noch eine wilde Arr Vvegrva-ten«p ^ber Cichorien mit gelben Blumen, welchebey den blauen wilden auf Rainen und an>?, Wegen und Strassen, angetroffen werden, auchz. - zu gleicher Zeit blühen, und gleiche Krasst

> mir dcnenselben haben-

Cldre, also wird das aus den Akpffeltlvder

Cinqville-Tisch Circkel ;io

Birnen ausgepreßte Geträncke in Engelland

und Franckreich. genennet, welches vermit-telst der GZHruiN einen reä)t Wein-säuerli-chen Geschmack an sich niiiünr. Es muß aberdas Obst, so man hierzu brauchen will, rechtreiss, hart, frisch usid safftig, aber ja nichtweich und teigig seyn, dennoch aber eine wei-le gelegen haben. Dieses wird aus die be-qvemße Att klein geqvetschet, und der Sasstdavon heraus gepresset, der eben der Cidre,oder auch Gbst-Most, ingleichenGi'st-^VelirHeisset. Dieser ist nun m-n unterschiedenerGüte, und zwar nach seinem Alter: Derje-nige, den das Obst von sich giebet, ehe esunter die Presse kommt, ist zwar gar herrlich,dennoch ist der, welcher heraus gexresset wor-den, zumahl wenn er ^rmenriiet, weitdauer-haffter; derjenige, welcher sogleich aus derPresse kommt, gleichet dem Most und neuenWein, beschweret den Magen und verursa-chet Banch-Msse, die bisweilen in eine rotheRuhr ausWaaen; wenn er hingegen ver-zehren und Wein-säuerlich worden, ist ergar gesund und der Natur zuträglich; so eraber a«r zu alt, wie sich denn der Cidre ausAcpffeln wsh! zwey Jahr hält, bekommt ereine Säure, die dem Maaen und der Brustgar schädlich. Aus den T ädern, wenn manWasser darauf giesset, wild vor das gemeineVvlck der Lauer ode» IVasser-Most zuberei-tet. Der Cidre ans den Birnen ist nicht vongrosser Güte und Dauer, indem er kaum ei-nige Monat sich aufhalten lässet.

Cinqville-Tisch, ist eine Art eines Auf-schlag-Tisches, wie oben der Caffec-Tischbeschrieben worden, iedoch mit dem Unter-schied, daß in de-s Tuch-Blett m gleicherAbtheilung ; Löcher eingeschnitten, dareinlederne Beute! asnagelt, daß die Spieler ihrGeld oder Marqven dahinein stecken, undselbige behutsam aufbehalten rönnen. Sie-he Spiel-Tisck.

Circkel, ist ein runder Kreis, der in allenseinen Theilen glcichweit von demjenigenPuncte entfernet, daraus er beschrieben wor-den. Es kau demnach derselbe von einer je-den Stange oder Latte, sie mag Höckerich undkrumm gewachsen seyn, wenn sie sich nur nichtbieget, "auf folgende Art beschrieben werden:Man schlaget an den Ort, daraus der Circkelbeschrieben werden soll, wenn es Erdboden,einen oben glatten und etwas starcken Stock,durchbohret an beyden Enden eine Stangeoder Latte, daß diese beyden Löcher eben dieEntsernuna der bekehrten Länge Zl bcn, ste-cket durch das eine Loch einen langen starckenNagel, schlaget diesen in die Mitte des indie Erde getriebenen Stockes, oder m denhölfternen Boden, stecket durch das andereLoch ein nicht allzuschwaches und unten spitzi-ges Hol!?, Eisen und dergleichen, ^wenn manmm dieses gegen den Boden drucket-, undzugleich die Stange, dadurch es gesteckst, umden Nagel herum beweget, wird am dieseArt ein Circkel beschrieben. SiHe ZNalhe-

matlschiS I-exicoo»

CtMV-