Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
467-468
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die öffentliche anzustellen, und zu seinem ei-neneu sowohl, als der Unterthanen grossemNu>;cii zu führen nöthig hat. Vermöae desseu soll nicht nur ein Fürste jährlich sich einrichtiges Verzeichniß aller seiner Einkünfftevorlegen lassen, und die danu gehörige Rech-nungen über eingehobene und wiederum dispo-niere Gelder genau untersuchen; Sondernes muß auch dahin getrachtet werde», wiedie Unterthanen beu gutem Vermöaen zu beHütten, durch die Manusaerurc» uud Com-mercia viel Geld in das Land gezogen, dasdadurch erworl'ene aber durch gute Police»erhalten werden möge. Siehe o, Zinckensu.Theildes Grund Risses der Cameral-Wis-senschafften.

ilamillen, Tamomillen/ Hermlsin, sindbekannte Blumen, deren sechserley Geschlech-te, theils in denen Ksrn-Feldern, neben de-nen Land-Strassen und Wegen, und an an-dern rauhen und magern Orten, theils aberin denen Garten gesunden werten. Das er-ste Geschlecht, so die gemeine oder wilde Ca-millegensnnet wird, hat eine kleine ziemlichzaserichte Wurkel, daraus wachsen gegen denFrühling viele kleine ftareke, Ellen lange, undmit vielen Zweigen versehene Stengel. DasKraut bestehet aus sehr vielen kleinen tieff-zerMltenen zarten Blätlei», welche denenBlätterndes Corianders oder der Dille ziem-lich gleich kommen. Oben aus denen isten-ge!n und Zweigen bringt es viel wohlriechen-der gelber Knövflein, welche rings herummit vielen schmalen und länglichteii weiffenBlatlein besefltsmd. und im Iunio und Zu-lio blühen und zeitig werden, zu welcher Zeitman sie auch zum Artzne^-Gebrauch einzu-sammlen xsteget. Im Herbst-Monat blü-hen sie wieder hau5g in denen gebauten Rü-ben-Feldern, an sandige» Orten und Wegenaber blühen sie nur einmahl. Diese Camil-le vermehret sich selbst durch ihren ausgefal-lenen Saamen, welcher sich dem Saamendes Rheinfahrns vergleichet, und wird allerOrten im Felde gefunden. Das andere Ge-schlecht, welches man di2. Römische oder ed-le Camille heißt, hat eine kleine, weisse, za-serichte Wurlzel, kleine und dünne ohngefehrSpannen lange Stengel, welche krumm und zuder Erde gebogen sind. Im Iuuio bringt esseine Blumen, welche dicker sind, und klei-nere Blätlein haben, als an den gemeinen.Dieses Gewächs mit Stengel, Kraut und Blu-men, es sey grün oder dürr, hat einen angeneh-men Würtz-Geruch, aber einen bittern Ge-schmack, wie Wermut; kau den Winter wohlleiden,und erjünget sich auch jährlich wiederumvon seiner Wurkel, die den Winter über unver-sehrt stehen bleihet. Es wird durch Zerreißungder Wuryeln vermehret, da man denn, aus ei-nem grossen Stocke, etliche kleine machen ka»;Weilen es aberbald ausläufft und sich ausbrei-tet, als muß man ihm Platz genug geben, da-!Mt es nicht zu dick wachsen und über einanderfallen möge. Das dritte Geschlecht ist der nurermüdeten Römischen Camille, an Wurtzeln,

Stengeln und Kraut, auch Geschmack undruch durchgehends gleich, die Blume abe>' j» c»starck gefüllt, und rings um so rund gefaiwsdaß man vor den schönen weissen Blärlem dasselbe Knöpflein in der Mitte Nicht seke,,^»Das vierte Geschlecht ist von iektaemeldremnur darinnen unterschieden, daß die WM-uichtvölüg zuge'üllt, und m^n in derU^das Kiiönflein noch ein wenig siehet. DaSsüU-teGeschlecht ist die gelbe Römische Cmilieii-Blume, welche Mit Kraut und Stengel ^obbeschriebencn weissen Rou-ischen Camilimgleich sind, ausser daß die Blumen allean»gelben, runden und erhabenen Knöpflein be»e-hen, uud kleine Rlarlein, wie die -mdern h»-ben. Der Geruch auch etwas geringer, Mder erstberührten. Sie wächset bey uns achnicht sür sich selbst, sondern wird in den kuß-Gärrengezeuget. Das sechste Geichlecytis, dierothe Camille, so bey uns in den Garten W-gen wird, ob es wohl an andern Orten, bchn-ders aber am Ober-Rhein in den Frucht Fel-dern gefunden wird. Die Wurkel ist dümund krumm, mit wenig Jasern, daraus wach-sen zwey oder drey kleine, eines Schuhes la»zeStenqel, welche wenig Neben-Aestlem almgrössere Blatlein haben, als die ordentliche»Cauullen- Blätlein, Gegen dem Brach-M»-nat bekommt es an Yen Gipffeln der Steiizelund Zweige, schöne Feuer-rotheBlüml«»/deren iedes sieben, am Ende ein wenig hiimsich zurückgeboaene Blatlein, undinderMt-te ein schwarzes Knöpflein oder Stengleiahat.Nach der Blüthe folgen kleine stachlichte Kölb-lein, darinnen der Saamen m, schlössen ist. Un-ter allen diesen Geschlechten, wird das andere,nemlich die Römische Camillen, am mehreSe»zurArtzney, zu Salben, Pflastern, Säcklei»,Bädern und dergleichen gebrauchet; gestalte»sie einer warmen und trockenen Natur M,und die Krafft habe» zu öffnen, zertheile»,lindern, erweiche», zeitigen, stärcken, auchallerley innerlichen und äusserlichen Leibes-Ge-brechen abhelffen. In Wein gesotten undgetruncken, erönnen sie dieVerstöpffnngen i>erLeber uud des Milkes, stillen die Blasen - mdNieren-Schmeryen, heilen die Geschirare derLungen, hemmen die Bauch-Flüsse und Mi-men den Migen. Eine Lauge, darinnen dBBlumen gesotten, ja auch nur der blosse Ger»«von denselben stärket das Gedächtniß »mlindert die Haupt-Schmerken; Wie denn au«ein warmes Bad von dem Kraute und Blume»sowohl dem Gedächtniß, ,Us dem GesichtetGehöre sehr vorträglich ist, insonderheit amdenen vomStein geplagten sehr wohl bekoniA,Ein Haus-Vater soll daher» dieses Kraut nmdenen Blunieu im 'iulio, da es in seiner^liKrafft ist, zu sammlen und beydes im «aMten, iedoch an einem lufftigen Ort, zulrvckue»und auszudörren, nicht unterlassen. .

Camin, hiedurch verstehet man, wie lini 'dem Fräntzosischen Wort nicht»u

die Feuer-Mauer, wodurch der Rauch»er reden Feuer-Stäte ab - und zum TMhinausgeführet wird; sondern es bedeutet a»«