469 Cammer-Tuch Campher
dieses Wort denjenigen Ort in einem Zimmer,der also zubereitet, daß man darauf em heUeSFeuer machen und sich darbe» warmen könne.Diesemnach ist das vornehmste, so von einemguten Camin ersodert wird, daß er keinenRauch in das Zimmer lasse, wohl aber vielWarmesebe. Zu Erhaltung des ersten gehö-ret vornehmlich, daß der Camin selbst seinennöthigen und gehörigen Zug habe, »ud daß sv-denn dieser gewöhnliche Trieb der Lnfft Nichtetwa durch äusserliche Umstände und oft zufal-lige Hindernisse unordentlich gemacht werdenkönne; Hierzu aber zu gelangen, lassen sichkeine vollkommene General-Regeln vorschrei-ben / sondern es muß ein Bauverständiger dieBeschaffenheit des Zimmers nebst dem Ort, wo-hin der Camin zusetzen, wohl zu untersuchenund zu judiciren geschickt seyn, unmassen einkleiner und kaum merklicher Umstand densonst vollkommenen Trieb des Camiiis hindernk ,m. Um das andere aber ist man beständiq be-kümmert gewesen, dahero man bald durchangelegte Rauchfänge der Sache rathen wol-len, ja ma» ist gar vor einiger Zeit darauf gefal-len, unten den ganken Camin nebst demSchurtz, wie die Lesen aus gegossenen Eisenzu machen, und solchen über dieses mit gewis-sen Aufsätzen von Eisen-Blech zu versehen,dar-innen der Rauch eine geraume Zeit circuliren,und folglich das Zimmer von obenher mit hei-zen müsse. Was die Verzierunaen der Cami-ne anlanget, werden davon gar seine /vw-wnieve«-ms angetroffen in der neuen Auflage desl.. L. Sturms verteutschten Vixn»l-> p. m.i8->. Was im übrigen dererselbenAuSzierungoder sonst ihre unterschiedene Arten anlanget,da sie hauptsachlich in Holländische und Fran-zösische eingetheilet werden, und was ausserdiese» noch davon zu wissen vorkommt, findetman beysammen in dem Marhemat. l.c»,co.
Caimsol, siehe Coursct.
Cammer-Tuch, ist ein aus Baumwollesehr zart, sein und daher kostbares weisseS Ge-webe, so von reichen und ansehnlichen Personenan stat des Nessel Tuches, zu mancherley Putzgebraucht wird, und hat seine Benennung vonder Stadt Cammerich, in der Grafschaft Hen-negau bekommen, weil es da zuerst am meistenund häufig gemacht worden.
Camonnllen, siehe Kamillen.
Tainpanen, sind eine Art Spiken von Sei-den, Gold oder Silber gekleppelt, daran hinuns wieder Zierrachen, wie Glöcklein herabhange», und dem Frauen-Volck bald zu Vor-steck-Lätze», bald zu unterer Einfassung undBesetzung derer Röcke und andern Arten desAuSputzes dien-n müssen.
Campher ^ ist ein schön weisses durchsichti-ges Hartz, so aus Ost-Indien, sonderlich aberaus China zu uns gebracht wird, und daselbstaus einem Baume fließt, der seiner Grössenach einem Nuß-Baume gleichet, doch mußsolches Gummi jedesmahl erst gereiniget wer-den. ES hat solcher einen starcken widrigenGeruch, und emen scharfen durchdrinaendenhitzig brennenden Geschmack, der etwas bitter/
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und schreibet man, daß der Leopard denselbenbesonders liebe und ihm nachgehe. Man findetihn mit grossem Unterscheid: Der beste mußnebst den nur gedachtenEtgenschafften schön hellund weiß seyn, und sich gerne zerreiben lassen;So will man auch den wahren Campher vordem falschen daraus erkennen, wenn er aufein warmes aus dem Back-Ofen gleich ansge-schnittenes Weitten-Brot geleget, sogleichzerschmelzet, dahingegen der falsche daraufgleichsam rostet- Er ist an sich selbst M flüch-tig : Um ihn nun lange aufzubehalten, ohnedaß er sich selbst verzehre; so pfleget man ihnunter Pfeffer-Körner,Hirsen - oder Lein - Gau-men zu mischen. Er widerstehet dem Gifft»»d Fäulung, stillet die Schmertzen, vertrei-bet durH den Schweiß die Flüsse,,Fieber undandere nble Krankheiten, daher ist von ihmin der Medicin bekannt das Oel, Elixir und
Lpniruz vlni OampiiorJrus.
Canal, heißt i) ein entweder von der Naturoder durch Menschen-Hände gemachter tiefferGraben, wordurch das Wasser aus einemFluß ederSee an einen andern verlangten Ortgeführet und geleitet, oder auch ganke Seenund Flüsse dergestalt zustimmen gehäiigetwei!-den, daß man aus einem bequem in den ander >»kommenkan. 2) Wird auch eine Artvon zah-me» Fisch-Wassern oder Teiche» also genennei:,dergleichen in oder bey Gärten sowohl zur Lust,als Nutzbarkeit, um ein grosses und mercklicheslänger als breit angeleget, und ausgegrabem,auch mit ihren ordentlichen Ständern und Ab-lässen versehen werden, damit sie gleich andernFisch-Teichen zu gehöriger Zeit mit Fischen bc^-seket, abgelassen und gefischet werden mögen.Ein solcher Canal soll, ausser seinen Quelle»noch von einem Bach, Fluß oder andern nah-aelegenen Gewässer angelassen und mit frischen»Wasser versehen werden können. Wo solcheCanälesind, kan eine gute Schwanen-Zucht,so besser als die Gänse-Zucht, angeleget wer-den. Siehe Schwan; item Tetch. Wirddieses Wort auch genommen vor die Schleu-sen, ausgemauerte Wasser-Leitungen undeine iede Röhre, dadurch ein kimäum fliesseükan.
Canaps, siehe Canepe.
Canarien-Hecke, ist ein kleines verschlage-nes Behältniß mit Wacholder--Sträuchem-oder Inderin kleinen Gebüsche versehen, woreinman zur Frühlingszeit die Canarien-Vögel,beyderley Geschlechts zusammen wirfst, undsie darinnen Hecken und ausbrüten läßt. Etli-che setzen ihnen kleine geflochteneNester hinei'i,es ist aber besser, man gebe ihnen Moos undWolle in ihre Hecke, daß sie ihre Nester ftlbstendavon machen, und zwar aus dieser Ursache,weil eben über dem Nestmachen, das Weiblemam meisten getreten und fruchtbar werden muß,da sonsten, wenn es eher zu brüten ansänget,als es dem Männlein genugsam beygcwoh-net, etwa»/ weil das Männlein kranck wird,oder aus anderer VerHinderniß nichts, al»lautere Eyer folgen; auch würde bey manche»guten Vögeln solche Mühe, die ms» sich