Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
463-464
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46z CaffeeMühle Caffee-Paucke

zugerichtet worden. So soll er auch dieSchärfe des Ilrins dämpffen, und den lang-wierigen Husten curiren, nicht weniger nüch-tern zu «ich genommen, den Magen in einensolchen Stand seyen, daß man eine ziemlichlange Zeit der Speise entrathcn kan, ohnedavon einige Beschwerlichkeit zu empfinden.Wem» mau diesen Caffee lange kochen läßt/so verändert sich seine Farbe, und das Ge-träncke wird so grün, als Kraut-Brühe, esbleibt auch auf dem Boden des Caffee-Kes-sels ein grüner Schleim sitzen, welchesMerckmahle sind, daß man den Caffee, wennman ,hi, auf diese neue Manier zurichtenwill, nicht zu lanae koche,, lassen soll. Eshat zwar ei» anderer Französischer .vieciicus/U,-. /-> diesen Dorschia« verwerffen wol-len. Allein zuletzt muß er doch gesteben, daßdiese Art deS Gebrauchs bey unserm eingerisse-nen Misbr.uich viel besser als die gewöhnliche,von der ihrer Schädlichkeit viele geschriebenhaben. Siehe Natur->^->->con. Herr 0.Nrüger hat ehnlänast auch in FranyösischerSprache ein armes Traetätgen davon, wieauch vom Thee geschrieben. Der ausgekochtewieder getrocknete Caffee ist ein gutes Zahn-Puloer, um die Zähne schon und weiß u ma-chen , und das Zahn - Fleisch vor Fäulniß zubewahren. An stitt der Caffee-Bohnen kanman auch Ungarische und Siciliamsche Wei-zen-Körner eben so rösten und einen so scho-nen Tranck, ja der noch etwas angenehmerschmeckt, auf gleiche Weise kochen. Ebendieses gehet auch mit Hafer am besten an,welcher zugleich vor unsere Naturen sehr ge-sund , und wenn man ein klein wemq Cas-fee dazu thut, vollkommen so riecht undschmeckt.

CaffeeMiihle, ist eine kleine runde oderviereckigte, bewegliche oder an einem Ort fest-gemachte Maschine, welche in einem eylm-brisch ausgeholten und inwendig nach flachenSchrauben - Zügen geschnittenen Eisen beste-het, d.irein ein aussen herum aleichsalls alsogeschnittener eiserner Cylinder oder Welle der-aest lt gepaßt ist, daß ein geringer Raumdazwischen bleibet, in welchem die oben indie eiserne Schüssel oder das hölzerne Fachgethane Caffee - Bohnen, durch Umdrehungder an die Welle oben befestigten Leyer, nachund nach fallend gebrochen und klein gemah-len werden. Unten ist ein hölzernes Fach oderSchubelädlein, dateiu der klein zermalmteEaffee fallt.

Caffee-Paucke, Caffee Trommel, wirddiejenige Machine genennet, darinnen dieCaffee-Bohnen bequem undzu gut gebrenuetwerden können. Es bestehet dieselbe in ei-nem eisernen hohlen Cylinder, gleich einerkleinen Kinder-Trommel, nur daß sie mehrdenn noch einmahl so lang als diese, durchsie gehet ein eiserner Spieß, der an dem ei-nen Ende gekröpffet ist, oder eine Leyer hat;Mit diesen beyden Enden wird die Machiuealso ausgeleget, daß unter derselben ein star^keS Kohl - Feuer Raum bekommt; wenn nundie Behüi'ü durch das an dem äusseren Um-

Caffee-Tisch Caffee-Zeug 464

fange sich befindende Thürlein hineüi^elhäi,und die Machme über dem Feuer herum a--drehet wird, lässet sich darinnen der CM.'sobald das Blech erhitzet, nach Gefalle»nen, nur muß beständig die Trommel uimx'drehet, und wenn sie xu rauche» anM'fleißig nach den Bohnen gesehen werden, Mvon diesem Brenne» der Geschmack des dar-aus zubereiteten Getranckes allerdings de'-peudiret.

Caffee - Tisch , ist gemeiniglich einler Tisch / der auf einem aedrechselten Mruhet, und auf selbigen, als» gemachtdaß sich das Blat auf- und niederschlage,'lässet. Weil aber gedachtes Blat ledeizeijeinen schmale» Raum auf dem Fusse be-kommt , darauf es unten ruhen soll, s»will selbiges aklda nebst dem gehör«Schlößac» in allen Stücken fest und ge-nau verbunden seyn, wenn es nicht, >?>!bey den meiste» geschiehet, hin und nie-der wancken soll. Da dieser Tisch ie zu-weilen nach aufgehabenem Caffee - Trinck»auch zu einem Spiel - Tisch dienen muß,so pfleget man ihn, daß er bey dem Cchenicht unrein werde, oder auch, wenn ers»ber ausgeleget oder laquitt, nicht Schadenleiden möge, m l einem bunten Cattuii«oder weiß damastenen Tuche,welches besvnwidarzn gemacht, und mit einem ordentlich»geblümte» Muster versehen, zu überdeck»;dahero dieses Tuch, indem es allem zudei-aleichen Gebrauch bestimmet ist, ein Caffee-Tuch genennet wird.

Caffee-^eug, darunter verstehet man alledie>cmae übrige Geräthschafft, welche be»'des Caffee seiner Zubereitung und derEe-»iessuiig desselben vonnöthen ; Darzu wer-den nun gezählet: l) Die Caffee-Sch-il-gen und Näpfgen samt dem Spüi-Naps,so alles gemeiniglich von Porcellan versen-get , und auS den ersten der Caffee püeztgelruncken.zu werden; Der letzte aber die-net die Kvpsgen von dem aus dem Bede»sich zuweilen gesetzten Caffee zu reinigen, da-her derselbe etwas geraume und iedesmblmit wenig laulichem Wasser aiiaefüllet fes»muß; Die Köpfgen sind bekannter miBkleine und runde Näpflun, die SchaW»aber sind weiter flach und rund. 2) Cat-fee - Löffel, welches kleine silbernere!Printz-Metallene Löfflein mit langen StivIe» snid , wormit der Zucker m die Cal-fee-Köpfgen gebracht, und alsdenn uniprühret wird, z) Caffee-Teller, so k!el»'runde von Stroh geflochtene Teller >i»°<worauf die Caffee - Schälgen gesetzet m ^den. 4) Caffee-Ranne, welches euin^»eö von Silber, Meßing, Kupffer,Blech, Poreeilan, r-rra ligUiars oder ^pentin rund und hoch oder niedrig verp-tigtes Geschirr, m,t einer Hand-HabeSchnautze, zuweilen auch mit Füssen ve 'he», worinnen der Caffee aufgegossen iv>-^;) Caffee-Porr, oder Topff, thut eben «Dienste als die Caffee-Kanne, «urdavS'

meiniglich in diesem mehr Caffee, als

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