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aus kleinen Kernen bestehend, welche in einerSchalen stecken, darinnen sie äusserlich wieLorbeeren aussehen- Wenn diese Bohnenmcyi gleich ftisch, so reif als sie vom Baumekommen / wieder in die Erde gesteckt werden/so darf man sich nicht leickte Hoffnung ma-chen, daß sie keimen oder aufgehen werden:wordurch die denen Arabern angedichtete Be-schuldigung allerdings wegfallet, da man ihnen ehedeme die Bosheit beygemessen, als obsie die Caffee-Bohnen erst in siedendes Was-ser legten oder überm Feuer trockneten/ ehesie solche denen Ausländern verkaufften, da-mit man anderer Orten dergleichen nicht nach-pfiniMN, und sie^also dadurch eine von ihrenwichtigsten Einkünften verlieren möchten.Im allgemeinen Kauffmanns - i^exlco findetman unterschiedliche Anmerckungen, darauszu erkennen, daß es nicht unmöglich sey, die-se frucht eben so wohl wie in Persien, Ja-pan, Ceylon, Moeea, und erst neulich inSurinam häufig, in Europa aber hin undwieder, als;u Gotha, Dreßden, Leipzig undi» Schlesien, wie auch zu Grüningen beyHM'ersudt nur zur Probe geschehen, wo nichteben so gut/ wie in Arabien, dennoch auseine so gute Art als der schlechte Ost-India-nische, den mir nunmehro nebst dem Levanti-schen oder Arabischen haben, gebauet wer-den konnte, wenn wir uns niehr daraus legten,das rechte Erdreich, dessen Lage, Wetter,Wartung und dergleichen besser durch Versu-che zu bestimmen suchten. So viel man weiß,so wird dieser Baum nicht durch Pfropffen,Oculiren :c, sondern aus dem Saamen oderBohnen selbst gezeuget, welche mit der gan-zen Hülse in einem seuchten, am Hange, imSchauer vor grosser Hike verwahret liegenden,jedoch anch in einem warmen Boden geleget,und alsdenn erst in Baum-Pflanzen, wie beyuns die andern aus dem Kern gezeugten Ball-ungen, fortgepflanzet und in eben solchen Bo-den von gleicher Lage nnd unter gleicher Gat-tung versetzet. Wir haben iekv also zweyerleyCaffee-Bohnen: >) Levantische, so die besten,und grünlich, frisch, nicht zu groß, nichtschimmlich, rein und von harten Schalen ge-säubert seyn müssen,-) Ost-Indianische, undzwar dreyerley Art, nemlich Javanische, sogroß und weiß-gelb, die schlechtesten und un-gehindesten; Moccische, welche klein undgrünlich, die beste ist, nnd denen Levantischenfast gleich kommt, und endlich Ceylonische,die sehr klein und aelbiicht, aber ebenfallsschlecht sind. Der Gebrauch derCaffee-Boh-uen zu einem Getrancke, ist erst um die Mit-te des vorigen Jahrhunderts in Europa be-kannt, und eine Zeit her auch auf dem Lan-de, ja in den geringsten Haushaltungen sogemeine worden, daß man desto weniger Be-dencken getragen, etwas hiervon kürzlich zuZedencken. Es werden nemlich die Caffee-Bohnen erstlich in einem eisernen länglicht-runden cylindrischen Befasse, weiches eineCaffee-paucke Heisset, oder in einer Pfan-nen, oder anch nur in einem reinen nnd wohlslasurtei! irdenen Tiegel, über glüendm Koh-
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len unter beständigem Umdrehen oder Hennn-rühren so lange gebrannt oder gerostet, bissie ziemlich schwitzen und eine Castanien l»an-ne Farbe bekommen. Hernach werden diesel-ben auf besondern zu diesem Gebrauch ver-fertigten Caffee-Miiblen, klein gcm HIenoder in Mörsern zu Pulver gestossen. VonVielem Pulver nimmt man gemeiniglich zweyLoth zu einer Kanne siedendes Wassers, wel-ches entweder über das Caffee-Pulver gegos-sen wird, oder man thut dieses, wenn dasWasser siedend heiß ist, in den Caffee-Kesseloder Caffee-Kanne, läZt es nachgehends nocheinmahl über den Kohlen aufkochen, und zie-het, wenn es überlaufen will, das Gefaffesenden Kohlen hinweg, giesset folgUch, daßsich der Caffee bald seye und klar werde, einklein wenig frisches Wasser hinein, oder wirfftauch nur etwas geflossenen Zuckerin die Kan-ne, und trinckt endlich denselben, wenn erklar ist, aus Köpffgen und Schälgen mit et-was Zucker, weil er sonst zu bitter und unan-zenehm schmecken wurde, oder aber mit war-mer Sahne oder Milch vermischt, so warmals mans leiden kan. Die vornehmen Araberbedienen sich nur der ausser,, Schulen von denBohnen, und nicht der Bohnen selbst, wel-che Schalen sie auch nicht rosten oder bren-nen, sondern nur über einem Kohl Feuer ineiner Pfanne oder irdenen Tiegel etwas bräun-lich werden lassen, dieselben nachmals kleinermachen, den vierten Theil von den innernzarten Häullein der Bohnen darzu thun, sol-ches zusammen in den Caffee-Kessel, worinndas Wasser bereits kochen muß, werffen, undfolglich, wie den ordentlichen Csffee aufko-chen lassen. Diese Art Caffee soll dem schön-sten und klarsten braunen Bier an braunro-ther Farbe nichts nachgeben, einen angeneh-men Geschmack haben, und keines Zuckersbedürffen, auch nicht die geringste Bitterkeitvon sich spüren lassen. Man muß aber dieseSchalen an einem recht trockenen Orte wohlverwahren, weil sie vdn der Feuchtigkeit ei-nen üblen Geschmack bekommen. Hiervon hatNr.^n-ir^, Mit-Glied von der MedicinischenFacultat zu Paris, ohne Iweiffel Gelegenheitgenommen, seine neue Arr zu erfinden, mm denCaffee zuzubereiten, da er nemlich die purenCaffee-Bohnen, ohne solche zu brennen, nurdaß sie von der äusserste» Schale reine ge-machtsind, eine gute halbe Viertel-Stundsim Wasser aufkochen laßt, nachmals wiedervom Feuer hiuweq nimmt, und wenn es sichgesetzt, diesen Tranck, welcher eine schoneCitronen-Farbe bekommen, so warm, alsman kann, mit Zucker trincket. Diese Boh-nen, wovon man nur ein einigmahl auf vor-her beschriebene Art getruncken, können sol-chergestatten noch zum andern und dritten-mahl gebraucht werde»; eS soll auch der aufdiese Manier zubereitete Caffee, nach desHerrn inveoro«« Bericht, weit gesünder,und von einem anmnthiqern Geruch und lieb-lichern Geschmack, auch zu Stärkung desMagens, und Erleichterung des Kopffes dien-licher seyn, als hex von gebrannten BohnenP 4 zuze-