Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
441-442
Einzelbild herunterladen
 

44l Brustkern Brust-Netze^

Brust-Riemen Buch-Ampffer 44:

inwendig aber mit einem drcykantigen Kernversehen , süsse und eines lieblichern und an-genehmern Geschmacks, als die Injuben vdcrrothen Brust-Becrlein. Der Baum , darandiese Beere wachsen/ und Scbcsten-Baumgenennet wird, ist schier einem Pflaumen-Baum ähnlich/ aber kleiner/ hat einen we:ß-lichte» Stamm, dessen junge Aeste grünlicht,die Blätter aber rund und starck sind. Erist aus Syrien nach Italien, und von dar»u uns in Deutschland gebracht worden, undkan die Kalte noch ziemlich vertragen, wenner nur in keinem wässerigen Grunde stehenmuß- Auf dem Escheriken - oder Speyer-ling - Baum soll diese Frucht am besten zupfropfen und fortzubringen seyn. Die Bee-ren werden in der Medicin wider die Ver-stoxffung des Bauches, scharffe Feuchtigkei-ten, Urin und Flusse , Heiserkeit, Husten,Seitenstechen, Enabrustigkeit, schneidendenHarn und Stein gerühmet, und wird aucheine Latwerge wider besagte Gebrechen davongemacht.

Vrustkern , Heisset an einem Rinde ebendasjenige Stücke Fleisch, welches an denKalbern unten schlechrweg die Brust genen-net wird. Es ist dieses insgemein recht ker-nicht, derb und fett, und ist weder ein rech-tes Fleisch, noch ein weiches Fett.

Brust - Rerre, ist eine ohngesähr fünffViertel-Ellen lange, an beyden Enden mtt ei-nem Knebel versehene Kette, welche in de-nen auf beyden Seiten des Kummets befind-lichen eisernen Ringen vermittelst solcherKnebel fest gemachet ist. An dieser Brust-Kette hänget die so genannte Hult - oderHemm Kette, welche an die Deichsel gespan-»et wird.

Brust - Lay, ist entweder ein von Tuch,seidenen oder wollenen Zeug vom Schneiderzubereiteter Leib, welchen das gemeine Frauen-Vvlck unter die Ober-Kleider zu ziehen, oderihn sonderlich im Sommer alleine zu tragenpfleget; oder man verstehet darunter auch,theils eine starcke und oft ausgefütterte De-cke, welche gleich über dem Hemde vor derBrust herunter Hangende am Halse mit einemliessen Ausschnitt versehen, daran annoch einetwas kürtzerer Theil über den Rücken ge-hend mit den vordersten auf der einen Seitezusammen genähet, auf der andern aber mitBändern oderHefften geknöpsset oder fest ge-wachet wird; oder es ist solcher nur ein klei-nes nach der Brust geschnitten, und insge-mein von wejssem Barchet oder Damast ge-machtes Fleckgen, welches den kleine» Kin-dern über die Brust geleget wird/ da die erst-gedachken grösseren schon erwachsene Personengebrauchen, beyde aber dienen der Brust vorden Anfall der Kälte.

Brust - Lehne oder Brüstung , ist dieMauer von dem Boden eines Zimmers anbis zu dem Fenster, darauf man sich mitdem Leibe lehnen kan, wenn man zum Fen-ster hinaus siehet.

Brust - Neye, ist ein besonders kleinesStucke vom Fliegen-Netze, welches vor der

Brust des Pferdes am Kummte angeschleifftwird.

Brust-Riemen, ist ein lederner Riemenam Vörderzeug eines Pferdes, welcher überdessen Brust herum gehet, und an bendenSeiten des Sattels, damit derselbe nichthinter sich rücken könne, angemachet ist.Nahe am Sattel sind lederne Rinae daran,worinnen die Pistol-Hulfftern stecken, weilaber, wo dieielbe aufliegen, semeiniglichdas Haar sich abreibet, als muß man > sol-ches zu verHuten, ein Stück von einem Zie-gen- oder Kalb-Fell darunter machen, oderden Brust - Riemen um selbige Gegend mitgelindem Leder überziehen, und mit Wolleausfüllen.

Brust-Stück, siehe Agraffe.

Brüt, Heisset die junge Zucht vonVöaeln,so zu einer Zeit mit einander ausgebrütetwerden-

Brüt, wird auch derjenige Saamen,woraus junge Bienen erzeuget werden; in-gleichen der Saamen der Fische genennet,wenn solcher, nachdem die Streich - Zeitvorbey, lebendig worden, und womit, wenner zu einem tüchtigen Satz erwachsen, die ge-fischten Teiche wieder besetzet werden. SieheStrich.

Bryonien, siehe Zaun-Rel'en.

Bubenfist, siehe Bofist.

Buben-Rraut, oder spitziger Mangold,wachst auf Wiesen und in Graben, die Wur-zel dienet für denScharbock, äusserlich damitgewaschen vertreibt sie das Jucken der Haut,Krätze und Flechten.

Buch, ist ein entweder nur aus vielenBogen weiß Papier zusammen gehesstetes»nd um allerhand hinein zu schreiben ge-widmetes, oder aber aus gedruckten Bogenund aus mancherley Weise in Papve, Pap-pier, Pergament, Leder:c- eingebundeneshöchst nükliches und bequemes Werckzeug,die Wahrheit dem andern auf eine bequemeWeise zum Lesen und Erkennen vorzulegen.An dieser Waare arbeiten viele Leute, ehesie zu Staude kommt, und zu einem ei-gentlichen Buche in diesem Verstände wird.Der Gelehrte und Schrifftsteller, der Pap-piermacher, der Schrisstgiesser, Seker undBuchdrucker, der Corrector, der Verleger,der Buchbinder, bisweilen auch der Gold-schlager und Gürtler :c. Von dieser Ma-nufactur ernähren sich also viel Leute. Sonstaber heißt auch nur ein in Bogen zusammengelegtes und aus 20 solchen Bogen bestehendesPaquet Pappier ein Buch.

B»ch - Ampffer, Buch-Brot/ Bucd-Rlee, Hasen- vdcr Sauer-Rlcc, ist einkleines und zartes Kräuterlein, welches gernean schattigten Orten in Wäldern, an Felsen,und auf wässerigen Plasten wächset, und einelange knopssigte und braun - rothe WurtzelHa5 woraus kleine, zarte uiiddunue Stengelhervor kommen. Auf iedem derselben stehenoben drey Hertz-förmige, weiche, saffrige undgrüne Blätlein, welche erstlich, ehe sie sich aus-breiten,