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[1] (1764)
Entstehung
Seite
439-440
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Brust

Brustbeere

44°

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betrüben und verhindern. Wo die Quellen gartieff liegen, müssen sie mit zulänglich hobenMmren gefasset, und so viel sich thun läßt,emxor getrieben oder aufgeschwellet werden.Liegt der Quell-Brunn so hoch, daß ohne son-dere Beschwerde und Unkosten ein Ablauff andessen Boden maa gerichtet werden, kan sol-ches durch eine Röhre und Zapffen, oder durchdiesen allein geschehen. Durch dieses Mitte!kölste die Brunn-Stube alljährlichen, oderauch in zwey Jahren einmahl völlig gesäubertwerden Die Seiher,oder durchlö chetteBIeche,müssen nicht von ungefähr, und etwan von ei-nem alten Reib-Eisen hergeraffet, sonderndurch eines geschickten Schlossers oder Kupffer-schmidts Hand wohl bereitet werden.

Brunst, sieheBrunsst.

Brunst, siehe Hirsch-Brunst.

Brust, Heisset rheiis die Höhle, in welchervornehmlich das Hertz und die Lungen einge-schlossen liegen, welche durch den mittelstenTheil des menschlichen Leibes, der von derKehle bis an die kurtzen Rirpen gehet, aus-gemachet wird; theils versiebet man darun-ter die zwey an eben diesem Ort aus den al-leremxftndlichsten Mllch-Gefässen bestehende,und zu äusserst in eins Rundung erhabeneTheile des weiblichen Geschlechtes, wodurchihren neu-gebohrnen Kindern die erste Nah-rung mitgetheilet wird; theils aber wird un-ter diesem Wort von den Köchen auch ver-standen derjenige Theil an dem vorderstenKalbs-Viertel, welcher unter dem Bug zu-samt einigen Rippen, darzu gemeiniglich 8an der Zahl abgestochen werden, sich befin-det, und in der Küchen insgemein aus dieschmackhafftigste Art, entweder zusamt demBug gebraten, oder auch alleine und auf fol-gende Weise gefüllet wird: man nimmt näm-lich eine Brust, löset sie zwischen der Hautund den Rippen, daß sie inwendig hohl werde,machet aber das Loch nicht allzugroß, undbereitet die Fülle darzu: In zerlassene But-ter thut man geriebene Semmel, vier Ever,ein wenig Rahm, grüne gehackte Petersilieund ein wenig Saffran, rühret es a»f demFeuer als gerührte Eyer ab, füllet solchesin die Brust, und machet oben das Lochmit einem Speiler zu, saltzet sie ein we-nig ein, stecket sie hernach an einen Brat-Spieß, und bringet sie so zum Feuer: Oderman nimmt ein Stucke derben Kalbs-Braten,hacket solchen recht klein, setzet ihn in einemTiegel mit einem Stücke Butter, wenigemwürflicht geschnittenen frischen Speck, ge-hackter grüner Petersilie, kleinen Rosinen,Citronen-Schalen, eingeweichter Semmel,Muscaten-Bluten und Nieren-Stollen überein Kohlfeuer, schlägt z bis 4 Eyer darein,Liesset auch ein paar Löffel dicken Rahmdaran, rühret es zusammen ab, saltzet esgehörig, und verfahret wie zuerst erwäh-net : Oder man hacket ein Stücke Kalbs-leber gantz klein, thut eingeweichte Sem-mel darzu, röstet solches in Butter, schlägstz bis 4 Eyer daran, schultet ein wenig Rahm,mgber, Pfeffer, und ttw?s klar geschnitte-

nen Speck darzu, saltzet es abe, und rühretes über einem Kohlseuer, bis es dicke ili-Oder man flösset in einem Mörser « hmzEyer-Dottern, von zwey Kälbern dieund ein Stücke Butter, schüttets hernach meinen Tiegel, thut annoch zwey gantzs E,»ein wenig eingeweichte Semmel, klein ».!schnitten« Pistacien und Muscaten-MthÄdaran, und rühret alles klar durch einanderzuckerts auch wohl, und giesset, wemi es mdick, einen Löffel voll Rahm hinzu: Oderman bedienet sich einer unten beschriebene»Krebs-Fülle, und brät endlich eine also ge-füllte Brust bey gelindem Feuer gema'W,und lässet sie niemahlen treuge werden, son-dern bestreichet sie fleißig mit Butter. Be»dem Anrichten wird braune Butter darüber ge-gossen und etwas geriebene Semmel gestreuel.Bey derKrebS-Fülle wird auchKrebs-Bmergebrauchet.

Brustbeere, ist zweyerley Art: Diers-tden sind Früchte, so unter das Stein Ltzgehören, und denen kleinen Pflaumen, oderaber denen Oliven ihrer Grösse und Gestaltnach gleichen ; Denn sie sind ablang «deroval rund, anfänglich grün, nachgehendehochrorh, und wenn sie überreiff sind, elm»bräunlicht, oder dunckel - roth , inwendigaber gelb, fleischig!, zart, und eines süß»und angenehmen Wein-Geschmacks, HMeine ziemlich harte Haut, und inwendig ei-nen harten runtzlichten Stein, in welchemein bitteres mit einer röthlichten Hsut über-zogenes Körnlein ist. Sie wachsen aufeimBaum, welcher etwas geringer ober kleinerals ein Pflaumen-Baum ist. Derselbe Haieinen gewundenen, mit einer schwartz-rothen,rauhen und gleichsam schuppichten Rinde be-kleideten Stamm, grosse und harte, mit star-ken Stacheln besetzte Aeste; die BW«sind länglicht, stumpff zugespikt, einer sch«-nen grünen Farbe, etwas hart und am Randeherum ein wenig zerkerbt. Zwischen diesenBlättern kommen auf kurken Stiele» dieBlüthen hervor, welche aus fünff Rose»-sörmig zusammen gesetzten bleich gelben Mt-lein bestehen. Nach denenselben folgen Sieobbcfchriebenen Früchte, welche in BrnpBeschwerungen, Husten, Seitenstechen, Nie«ren- und Blasen-Versehrung, Hals-GeschMren zc. sehr wohl zu gebrauchen sind.bringet sie aus Italien und denen mittägige»Theilen von Franckreich, doch hat man denBaum nunmehro auch an vielen Orle»> Deutschlandes, welcher einen mittelmWWl Grund, und die Mittags-Gegend habe»ausser diesem aber keiner sonderbaren WEund Wartung bedarff. Er wird Mt kleicht von den Kernen, als von den SW'lingen vermehret , welche man erstlichScherben oder Kübel, und wenn er erMket, in das freye Erdreich setzet, m ^chem sie zu einem schöne» Wachsthum S«'langen.

Brustbeere, die schwaryen,Scbesten genannt , sind schwach - grünFarbe, denen kleinen Zwetschgen nicht