Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
423-424
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Britsche Btodt

Vrodt backen

Vritsche, wird auch die Laaer - Statgenennet, die man in den Back- Mühl-»nd Wach-Stuben antrifft, und bey demHaupt-Ende etwas erhöheter ist, als bey de-nen Füssen.

Brodt, ist dasjenige Nahrungs-Mittel,welches unter allen von der göttlichen Gütezum Unterhalt des menschlichen Lebens er-schaffenen Greisen die vornehmste, nothwen-digste und bey nahe unentbehrlichste ist, überwelche sich der Segen des Höchsten dergestalterstrecket, daß nicht nur die köstlichsten Spei-sen ohne Brot nicht wohl, ja ohne Nach-theil der Gesundheit aenossen werden können,sondern auch, welches das hauptsächlichste,daß ein gesunder und desselben gewohnterMensch es nickt überdrüßia wird, ob er gleichsonst aller andern Speisen, sie haben Nah-men wie sie wollen, müde und uberdrußig zuwerden xfleaet, und daher ist es auch gekom-men , daß man dieses Wort zum öfftern »or zdie Nahrung und das Auskommen des Men-schen zu nehmen pfleget, z.E einem zum Brote,vder auch von Brote helffen: Sein Brotsuchen, erwerben, haben: einen ums Brot!dringen u. s. f. Es bestehet aber das Brot ^eigentlich aus Mehl, Wasser, Sauer-Teig, ^«der Bier-Hefen, und wenigem Sallz, wel-!ches unter einander gemengt, und in einembesonders hierzu erbauten Ofen, vermit-!MS der Hifte des Feuers, zu einem so für-!trefflichen Nahrungs-Mittel zubereitet wird,!«nd alsdenn bestehet es aus zwey Theilen,!der Rrume nämlich, von der eigentlich al-les dasjenige zu verstehen, was vom Broteselb«! gesaget wird, und der Rinde, so in dieobere und untere eingetheilet wird. In lheu- ^ren Heilen aber, und bey grosser Hungers-jNoth, müssen auch wohl die puren Kleyen,!Eicheln, Castanien , Buch - Eckern , zarte jBaum Rinden, Wicken, ja wohl gar dasklein geschnittene und in der Sonne ge-dörrte Stroh und Heu, wenn man es vor-her» auf der Mühle klein gemahlen hat, mitunter dem Getraide zum Brote herhalten;Ja es gebrauchen diejenigen Völcker, welchekein Getraide oderMehl im Uiberfluß haben,vder nicht die Wissenschafft besitzen, ein wiebey uns gebräuchliches Brot zu backen, statdessen, gleichwie die Grön- und Ißlcknder,hart gedörreten Stock-Fisch, vder wie einigeAmerikaner allerhand Wurzeln, die Dale-karler in Schweden geflossene Baum-Rinde,v'xi. kaukini 1^. z. pinac. borzn. I. inglei-chen krugermi lib. II. k!ei cibsr. Lzp.z^, wel-cher allerley andere Arten der Gewächse er-zählet, die den Menschen an stat des Brotsdienen müssen. Die Kirner, woraus ordent-lich das Mehl zum Brotbacken gemahlen wird,sind Weiften und Rocken, auch wohl Gersten,welche letztere von Leuten, die die beeden er-sten nicht haben, noch bezahlen können, ent-weder alleine genommen, oder wie an vielenOrten auf dem Lande zu geschehen pfleget,mit unter den Rocken gemenget wird. Mankan auch aus gemahlenen Erd-Aepffeln Mehl«nd Brot backen. Die meisten halten ein

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reines Rocken Brot vor das gesündeste, Ux.ivshlen auch viele das Weitzen- oderGxm'mel-Brot vor das beste halten. AllesRori,so in leichtem und trockenem Erdreichwächset, soll besser zum Srotbacken stp,/als was in schweren, fetten und feuch^Feldern gebauet wird/ und ie frischn^Sorn gedroschen, ic besser, weiss» undwohlgeschmackter wird das Bror da-von. Wenn daS Brot aus dem Oienkommt, muß es nicht so fort eingeschlvssen,sondern erst an eine» freyen Ort geiezeiwerden, und zwar am beste» in die BGSchüsseln, das unterste m oberst gekehrchbis es völlig abgekühlet ist. Die verschie-denen Sorten des Brots nennet man cnl-weder nach dem Getraide, wovon man esbäckt, als weihen-Brot, Rocken-Lror,Gersten-Brot :c. oder von der Art, imoder vor wen es gemacht wird, E, De-cken Drot, Commiß.Krot, Gesinde Brot,Haus-Vrot, Herren-Brot, Milch-undEper - .Brot, Hunde - oder Rleyen-Drot,und dergleichen. Sonderlich ist das Becken-Brot in grosses Weihen - vder Rocken-Brotund Semmeln unterschieden. Hiervon sieheSemmeln. Von dem Aberglsüben, so dergemeine Mann in Ansehen des Brots lieget,und unter Christen nicht gedultet werden sol-len, hat der Abt Schmid, in einer i)U-n>li-pzne weitläuffcig gehandelt; S» kan auchI^snr. lie l'zne >6;i. 4ro nachge-

schlagen werden. Vor grosse Haushaltungenwill es nicht wohl gethan seyn, das Brotbeym Becker zu kauffen, sondern einem HaiiS-Wirt ist besser gerathen, vor sich und seinGe-sinde zu Hause das

Brod: backe» zu lassen, welches folgen!«Gestalt geschiehet: Erstlich wird aus 5erHälffte des zu einem Gebäcke bestimmten Meh-les,und dem in gewisserMaasse darüber geschüt-teten Wasser, dessen man gemeiniglich«Wasser-Kanne voll aus ein Viertel-Mehlrechnet, (welches im Winter so warm, als eidie Hände leiden können, im Sommer undden übrigen Jahrs - Zeiten aber von mäßig»Wärme seyn muß), ein dünner Teig, unterwelche» ein wenia vom Sauer-Teig gekom-men, gemacht, solcher mit der Hand mhunter einander gerühret, und wenn MHIdarüber gestrcuet, zugedeckt, und also überNacht stehen gelassen. Den folgenden Mor-gen muß man die andere Hälffte des Meh><mit dem Gesäuerten,so inzwischen vom Sauer-teig wohl ausgelauffen, behörig kneten uodurcharbeiten, nachgehends noch einmwaufgehen lassen: Wenn es nun so weit M-men, brinat man den Teig auf einenvder Vvirck - Banck, scharret ihn mit oTrog - Scharre wohl zusammen, und nmman ihn hieraus rechtschaffen auswlMdaß der Teia sein feste werde, denn >e ««'cher der ?eig , desto leichter wird o«Brot und desto weniger l^lr es wicd^und wird dahero um so viel eher vel?eret. Folglich soll man die Brote AM ' >svrmiren und in die mit ein wenig Meyiv« ^