Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
171-172
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i7i Ausstößen Aufziehe»

den. und sich dadurch wieder curiren. Dieaufstoßizen Gä.^e, absonderlich die jun-ge!? , wann sie die Flügel tzencke» undinwt fressen wolle», pfleget ma» mit denen«schien, aus welchen sie gekrochen sind, zureräuchern, und ihnen unterdessen Wein-Krautl ? i» dasTrincken zu lege», bis sie wie-^.r niunrer und frisch werden. Man sucheyiervoi! die Art. von dem Vieh oder der Sa-che, so ausstoßig und kranck wird oder verder-ben W-il, aus

Aufstüryen heisset, das ausgewaschene, auf-Mvuile und dann abgetrocknete Küchen- undTisch Geräthe an Töpss», Schüsseln, Tellern,Tiegeln u. s, f. wieder an seinen Ort und Stellesel-m snd aufheben.

?wfrrechen, das Feld oder den Acker durchdas drilteni-chlAckernvdcrPflügenIocker, undalso höher als vorhero machen.

Auftrerden, oder

-wickele, Auswinden, iß einWäfcher-?erminu5, „nd heisset die abgetreugte Wäschebey dem Rollen über das Manae- oder Roll-Holk Stuck-weise schlagen, und dasselbigederb nüd struff anziehen, damit sich selbige imwahrenden Rollen nicht schiebet.

Auftrennen, heisset einen Sanm oder an-dere Natt), so nicht recht aenähet, oder sonstnicht mehr zu l rauchen nukliw,^ mit einemTronn-Messer sanber wieder auflösen.

Aufwaschen, n.'iiuct i!><in, wenn das überder Mahlzeit und bcy derselben Zubereitung inder Küche emgeschwärkte Kächen- undTisch-Gsrätt>e in heisser Lauge wiederum gescheuertund reine gemacht wird. Es geschiehet beydem Ann mit Narem Sand, der in Lauge ge-kschet, oder auch nur mit Sand und Kannen-Kraut, oder Eidlich nur mit einem Scheusr-w'sch von Stroh. Zum Kupsser aber brauchtman Eßig nndKls^en, um solches recht reinezu machen. Zum Töosser- uud Hslk Werck ge-höret e-n stroherner Scheuerwisch und Sand.Es muß alles nach dem Scheuern fein abgespu-let, das Kupffer aber auch wohl abgetrocknetwerden.

Aufwurfs, heißt man das aus einem Gra-ben heraus gestochene oder gehackte, und an ei-ner Seite desselben hingeworsseue Erdreich.Bey Grenk Gräben darff man nur nach demAufwurff sehen, wenn man wissen will, wemder Graben zustehe, und wer solchen hebenmüsse, i>enn beydes kommt demjenigen zu, aufdessen Seile der Aufwurfs lieget. Wenn aberein Graben zweien zusammen arenkendenNachbarn aemein ist, so wird derfelbiae auch ge-meinschaffüich gehoben, und der Auswurffhalbauf diese, und zur Hellste auf jene Seite ge-worfen.

Aufzäumen, das ist, denen Reit- und Jug-«der Kutsch-Pferden den Zaum anlege». SieheZäumen.

Aufziehen heißt, den gedeckten Weinstockaus der Erde hel'en oder ziehen. Dieses ist dieerste Arbeit, so ^der Winker in niedrigenund gedeckten Gebirge» im Früh - Jahr zuverrichte» hat, da nemlich derselbe mit ei-

Auge 17,

nein alten runden nicht gar zu spikigen PsMwelcher ohne Schärfte, oder scharffe Eckenseyn soll, unter dem Holtze (Weiustsck) durchden Erdboden hinsäkret, und dasselbe erstlichoben an der Spike, hernach gleichfalls in d«Mitte, und unten vollends an dem Stocke,oder an der Erden heraushebet, und emporse-het. Er muß sich aber dabey wohl mach!»»-men, daß er der Länge nach, ja nicht sehr da>«ßreiffe, (auf daß eresnichtbeschinde) noch»«;Holtz sonsten durch Schlagen oder in audmWege beschädige: Denn wo solches geschie-het, da sänget der Weinstock an zu weinen undbekommt Grinde, welche hernach m der Wz-leichtlich entzwey gehen. Man pflegt dieseAr-beit um Alt Gertrand, wann es wohl autze-ivintert hat, und sich fein helle Tage merckenlassen, entweder drey Tage zuvor oder dreyTage hernach vor die Hand zunehmen, wannaber noch Froste zu besorgen, so kan es wshlnoch acht Tage damit Anstand haben. Den»es ist besser, man lasse den Stock drey, vier,fünff bis sechs Tage in der Erde gedeckt liegen,und wenn gleich ein paar Augen oder mehr sichverlieren sollten, als wenn man zeitlich aufzie-hen , und der Stock darüber durch den FrojiSchaden nehmen solte. Fürnemlich aber sollman eher nicht ausziehen, als wenn feinerSonnenschein oder windig und hell Wetter ist,damit das Holtz wohl abtreugen könne; Bor- s -mittag ohngefehr um neun Uhr soll man anfin-gen, und Nachmittag »m zwey oder drey Uhrwieder aufhöre», so wird das Holtz noch genug-sam austrocknen können.

Auf,iehe-Vvehr, siehe Wehr.

Auge, nennet man in einem Ey dasjenigekleine Düpfflein oderBlaSgen, welches sich indem Weißen da, wo es am rmiesten und durch-sichtigste» ist, befindet, und vor das Bildnißoder den Anfang des daraus entspringendenVogels gehalten wird.

Auge, Dollen, sind an den Bäumen,Wein-stöcken , Wanken und dergleichen andersnichts, als ein aus der Sch »le hervorbrechend»Keim, der nicht nur seine eigene Wurstel hat,wodurch er den Nahrungs-Safft, welcher inund neden der Rinden herauf steiget, reich-lich erhält, davon wolssens '/>»<?. von Ver-mehrung des Getraides 6. §. weiter >nachzuschlagen; sondern es begreifft auch die-ser Keim in seinem kleinen Bezirck alle die-jenigen Theile, aus welchen der Schoß oderZweig selbst bestehet, und findet sick demnachin felbiaen em festes holkiges Wesen >mteiner Schale und Schuppenweis über ein-ander liegenden Blättern, ja, nach einigerMeynuna, die kunfftige Blume und Frucht

selbst, wie dieses alles nebst vorhergedachtcn, ^durch ein gut Vergrosserungs-Glas sichld?zu erkennen, und find von dieser Matenehiernächst des und Schnst-

teil von den nachzule-

sen. In der gründlichen Erkänntniß dergle^chen Auges und seiner Beschaffenheit beru-het die Vermehrung der Bäume und BM «ze», welche durch das Vculiren und Adftn-'