Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
169-170
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,6? Aufstecken Aufstossen

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«eisse Spitzen, indem sie wieder reine aewa-scheu, sonderlich an dem Rande/ nach demdaran befindlichen Zäckaen - Muster wieber,»?> !. durchzustechen und auszuplätten wissen, daß"M- steige fast vor neue Spitzen paßiren könneu^ES ist aber davon zu behalten , daß dieses^ eiüjl aufstechen der Spitzen gleich bey dem erstenWaschen vorgenomiiien werden muß, ausserch! dem es hernach nicht wohl angehet, wenn^ W einmahl das Muster bey dem Waschen undÄ» Stärck-ii verzogen oder hier und da unor-«As deutlich aemacht worden.

Aden« Aufstecken ein Kleid, ist eine Arbeit vor»nt-NMode-Schneider oder dergleichen Weiber, datlilii sie auf unterschiedene Arten das qantze nieder-! lübi« - gelassene Theil eines Aufsteck-KIeideS in einettinch, gcwShnIiche Einfallnng bringen, und mitgrossen Nadeln dergestalt stecken, daß darani d-z G. zu beyden Seiten eine Symmetrie und Gleich-Ml, heit heraus komme.

Hm Mi Aufsteck-Rleid, siehe !^->nrczu.

Aufstellen, siehe?!bstehen.l»n G,, Aufstossen, sagt man vom Biere, wann esMi» «n de» Fassen, und alss zum andern mahlgährtt. Wenn man haben will, daß einBier bald aufstossen soll, sonderlich wannw,.man bald davon trincken will, so nehme mani d,, ^ nur desselben Biers fünff oder sechs Kannen,!«/,« mache es in einem Kesselein warm, dochl daß es nicht siede, und giesse es wieder hin-! ein in das Faß, so flösset es auf. Odernehmet nur rein - gemahlenes Maltz , thutKM- ^ in ein rein Gefässe, giesset Bier darein,5.',, rühret es durch einander, und giesset es also^' ins Faß, so wirds auch bald aufstossen. Oder,j . thait das gemahlene Maltz in ein Tüchlein,und hänget es also hinein. Oder, nehmeti Stucks von einem frischen Rettig, fchnei-det dasselbe viereckigt, und hanget es an ei-ü> stosset das Bier auf>uid wird gut. Wann man sauer Bier hat,M « st nicht aufstossen will, so nehme man zu e>.-ki, V. nem sechs - eymerigen Fasse, Krafft-Mehlt oder Stärcke, Weitzen-Mehl, weissen Senff,V' > buchene Alche, ie?es ein halb Pfund', undl M > eine M,d voll Saly, temperire es unter ein-, mider, und thue es in das Faß zum saurenMU Biere, so stöffct es frisch auf; will es aberDi N >a noch nicht aufstossen, so giesset heiß Pechdas saure Bier. Oder, nehmet Haberdl«M mit dem Stroh, wann er in der Gelb-ReiffeW>)!' Ist , und schneidet Büschelein davon, hangetzN P sie in das Bier-Faß, so stosset das Bier wie-B M 5« auf, und zahpet wie junges Bier. Siehe

Vier-Rünste.

M!> Aufstossen oder Aufstößig werden, sagtman sowohl von leblosen Dingen, wann siegute Eigenschafft und Beschaffenheit ver-«W' «ndern, und sich zum Verderben neigen wol-zum Exempel v»n xveine, als auch vom. wann es einige Anzeigen, woraus man

, M ^">e bevorstehende Kranckheit vermuthen kan,^ A von sich giebt, indenie es nicht fressen will, undsonsten wider Gewohnheit, unlustig ist, ohne,daß man noch die eigentliche Krauckheit dessel-den gewiß entdecken kan. Wider das Ausstoßt«/ > IM de< U?eine» d«rff. mgn nur von den

Aufstossen 17»

Stengeln abaestreiffte Roßmorin-Blätter indas Faß werffen: Oder nian nimmt Berg-Alaun , stösset ihn klein, thut ihn in da»Faß, und rühret ihn wohl mit dem Weineunter einander. Oder nebmet je ;u zweyEimern Weins einen Apffel, schneidet lei-digen mitten durch in zwey Stucke, thut denKriebs oder die Rosen samt den Kernel? her-aus , schnüret die beyden Stücke an emeilFaden, und bindet zn umerst ein K-esel-steiulein daran, l-'sset sie also durch den Spundins Faß, bis auf den Boden, und schlaget dasFaß hierauf zu, so wird der aufzestossene Wembald wieder zurechte kommen. Wann ei»Pferd aufsiosser, und nicht fressen will, sollman demjllben alsobald den dritten Kern ste-chen, und ziemlich wohl bluten lassen, auchdas Mn>l und den Gaumen wohl mit Saitzund Wvk'emuth reiben, und endlich ihm injedes Nasen-Loch ein Wischlem Heu stecken,damit es brausend werde. Oder, man nebmeauch nur eine Hand voll tamum xrz^nm, gestos-sen, in Wein wohl gesotten, und mes,.! ee d^nndem Pferde laulicht ein. Wann ein St uteRind-Vieh/ oder auch ein Pferd, Schaafoder Schwein aufstößig wird, so nehme mattRoß-Schwefel und oder Sp>es-

Glas, jedes gleich viel, stosse oder schabejeoesgar klein und klar, nusche beyde Stücken untereinander, und gebe el»em Pferde, Ochsenoder Kuh auf einmahl davon zwen kory; einemjnngen Gälte-Stücke aber ein Loth; EinemKalbe, Schaaf oder Schwein ein halb Loth,und einem Lamm ein viertel Loth, mische esunter eine Hand voll naß-gemachten Haber,damit es anklebe, und von dem Vieh nicht Ver-blasen werde. Es muß aber demselben fruh-nzorgenS nüchtern zu fressen gegeben wer-den , und nach Verlaust dreyer Stundenkan man ihm erst sein gewöhnliches FressenundSauffen geben; doch muß man es, wannes nemlich ein Pferd, einen Tag lang zugedecktin seinem Stande halten; aufdendritten Tazthut man «ieder dergleichen, und fahretfort, bis Besserung gespüret wird, sodanngiebt man es ihm alle acht Tage einmahl, her-nach in vierzehen Tagen, endlich alle Monate.Wann das ausstößig gewordene Vieh nicht da-von fressen wolle, foll man das Pulver unterHonig und Vitriol gemischt, dem Vieh aufdie Junge geben, damit sie es in sich lecken.Sonst darf man auch einem Schaaf, wanne»aufstößig wird, nur bald etwas Salft mit grü-ner Wernwt vermischt, zu lecken oder zu esse»geben, und ihme in die Ohren schneiden. Ei-nem Schwein aber mag man Schaaf- Blutunter das Futter geben, und ihme denselbenTag kein ander Fressen kosten lassen. Oderman kan Rocken-Mehl zu einem Brey kochen,und ihnen drenmahl nach einander vorgeben,doch muß man sie vorher» einen Tag fasten,und dieselben, da sie diese Arenen eingenom-men haben, gleichfalls nichts anders fressenlassen. Denen Hünern, welche im Junisgerne ausstößi? werden, darf mau nur einenmten Theil Roß-Ameisen vorschütten, welchesie mit ihren Schmibetn fleißig zujammcii klau-F Z den,