Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
173-174
Einzelbild herunterladen
 

17; A ugen-Gebrechen

kett geschiehet. Es komnien aber diese Au-«v ^1»' gen jährlich gleichem als neue Geburten^5«/? ge»en den Herbst mit einer schuxpigten Paulumgeben an den gedachten Gewachsen hervor,b > ijeg^n den Winter über in Ruhe bis gegenik/iiN,? den Frühling, da der Safft wieder in denwW,..s Baum getreten, und folglich in ihre Wurzel^»icbtü? auch gekommen, da sie denn bey zunehmen-esihmV^ der Wärme und dem Zugang der Nahrung,!»»» , den sie vermittelst erwähntes eigenen Wurkei>° !s^.-' bekommen, sich aufthun, und neue Schöß-ijnge bekommen.

Äugen - Gebrechen, vor dieselben dienetbey denen Menschen sonderlich die innerli->>>//« l i che Reinigung von der Scharfe im Geblüts.Aeusserlich aber, wenn es eine Entzündungist/ k>m man Semmel mit Wein oder Milch,«Nie zu einem dicken Teiz gemachet, darunter man/Weil,, zerriebene Aexffel mischet, zur Küh-Irma be» Schlafengehen auf die Auoen bin-°W>I. z Man muß sich auch vor der Lasst als-Mi>q, denn hüten. Viele ziehen sich auch Auaen-Gebrechen durch unordentlichen Gebrauch der-seidigen zu. Doch davon wird in der Artz-«M« „ei>-Kuust gehandelt. Allein in der Wirt-schafft muß m-in sonderlich die Augen-Ge-brechen der Pferde kennen und selbige zu cu-ü'' «w ^ rjreü wissen. Denn diese sind unter alle»WW«j zahmen Thieren wegen ihrer Hitze deneusel-den sonderlich unlerworffen, und weil sieKÄm» vffters in kalten und übelriechenden Stal-l!?ck!W lungen stehen, sich über ihr Vermögen!HA«W strappaziren und ausmergeln lassen, und man-chesmal, aus Hunger genöchMt, etwas es-M, sen müssen, das ihnen weder annehmlich nochimkM gesund ist. Hingegen wird man nicht le.chteN, »chi- hören, daß die wilden Thiere mit dergleichenMßmM behasstet seyen, weil sie nicht nur die Frey-beit haben, nachMrem Gefallen zu leben, undMchM i»''" niemanden übertrieben werden, sondernauch die Weide nach ihrem eigenen Belieben'M«! nehmen können. Die Augen-Gebrechen der- Nerde sind folgende: 1) Trübe Augen; diesewerden wieder klar, wenn man frisches mit Ho-> «>S vermengtes Brunnen-Wasser dem Pferde'?-K rö in die Augen spritzet, hernach einen Löffel vollÄm-t geläuterten Honigs und ein Quiutlem gestos-se»m weißen Vitriol, in einem kleinen Topffe'x auf ein Kvhlfeuer seyet, und wann es wenig" »>K« warm worden, wohl durch einander rühret,Ä F »ud dem Pxerve mit einer Feder in die Augen.. M! Wichet. Oder: Wann man das schönste weisse-Ä5 Semmel-Brot zu Schnitten schneidet, und^ iebeSchnitte an einem Faden beym Ofen han-S?t, daß sie wohl dürre werden, nachgehendeM die Schnitten, neben und nicht auf einander>1, ^7 m eine Schüssel leget, guten starcken WeinM» ; daran giesset, und solche, wann sie recht weiche«M worden, wieder dörret, alsdann zu Pulver stös-set, Uiid dem Pferde davon indie Augen blaset,^ Iv Uehet es alles trübe und unsaubere heraus.^ 2)Flüßjge oder rrtcffende?lugen machet man? ^^en, wenn im abnehmenden Monden früheMorgens dem Pferde, ehe man es noch gefüt-«Dl,' telt oder gettänckct, die Angenbraunen mitSpitz - Zänglein ausgerauffet werden.^ A»,! «der: Nehmet zwey Loth SM, zwey Loth

Augen-Gebrechen 174

Vietriol , nnt zwey Maaß - Kannen frischBrunnen Wasser, thut dieses alles m ein Glas,lassets an der Sonnen dißilliren, und wennihrs brauchen wollet, so rühret es wohl durcheinander, und streich-ts alie Taae einmahl miteiner Feder dem Pferde in die Augen, z) Ge-schwollene Augen werden cunrt, wannmairdas Wasser von dreyen Eyern,in eiiiemSchüsse-lein wohl unter einander schlagt, und, wanilsolches aeschehen,einen Löffel vollHomg und ei-nen Löffel voll Rosen-W dazu nimmt,folg-lich ein reines, etwan sechs oder acht mahl zu-sammen gelegtesTüchleindnnitneßet, „ndeSdem Pferde über das Auge bindet. 4) Schwü-rigeAugen können mit gebranntemWasier auSWegw^r-Blumen gewaschen werden. Oder:Nimm «eissen Weyranch.das Marck aus einemLamm^ Bein, Campfer, Fischbein^is-zund Schnecken-Häusiein, iedes ein Pfund,Rosen-Oel anderthalb Lorh, das vermischemit dem Weiffen von einemEy und streich»! demPferde über die Augen.;) wund-geschlageneoder geflossene?lugen wollen nichts scharsseSoder bitteres leiden, weilen der Schaden nurdadurch vergrößert wirb, dchero salbe man sol-che aussen her mit dem Weissen von einem fri-schen En,ingleichen mit demSafft von derSca-biose (Apestem- oder Grind-Kraut) alle Tagezwey oder drey mshl; oder man siede diesesKraut und wasche sie mit dem Wasser. Oder:Man nehme ein frisch Brosamen Rocken-Brot,lege es in frisch Brunnen-Wasser, und binde eshernach dem Pferd über das beschädigte Auge,so wird es helssen und keinen Schaden weiteremreissen lassen. Oder: Nehmet Odermen-nige, Rosen-Wasser, Nacht-Schatten-Wasser,das Weisse von einem Ey und H-mff-Werck,machet ein Pflaster daraus, bindets dem Pferdauf das Auge, und heffket es auf, daß es lichnicht reiben kann; Nehmet dann Hasen-Schmaltz, zerlasset und streichet es dem Pferdmit einer Feder in das Auge, das vertreibet denSchaden. Item: Wann ein Pferd ins Augegeschl-igen, soll man ihm solches täglich^ vier-oder fünffmahl mit frischem Wasser auskühlen,darnach Rosen-Wasser und Wasser-Wegerich-Wasser mit pulverisirtem Zucker - Candi ver-mengen, und also vier- oder suuff mahl dasAuge damit bestreichen. 6> Hitzige Augen,welche so beschaffen, daß zu besorgen, es mogtegar das Gesichte darüber verlshren gehen,müssen alle Morgen früh mit srischem Brun-nen - Wasser ausgewaschen werden. DemPferde aber muH man, wann der Mond achtTage alt ist, Wohlgemuth, Baldrian und grüneKletten-Wurtzeln im Futter zu essen geoen,

und es etlicheMonden nach einander contmul-ren. Man kan auch blauen Veiel, und Saltz,iedes gleich viel, langen Pfeffer,Seven-Baum,Weyrauch und Myrrhen, iedes eine Untze ge-pulvert, mit Ei'ng, Baum-Oel und einemhalben Pfunde Honig vermischen, und demPferde in die Augen streichen. 7) Felle mden Augen werden vertrieben, wann manSiezmars-Kraut, auf Lateinisch >Ucea vu^a-riz genannt, dem Pferde unter dem FutterMit giebt, und die Wurtzel davon demselben8 4 a>?