64
8. Abhandlung: Aloys Schulte
Kunst als eine Zeit von Schaffenskraft und künstlerischer Lei-stungsfähigkeit ohne Gleichen bezeichnet hat.
9. Die hochadligen Laien in Köln.
Die Laien aus dem hohen Adel hatten mannigfachen Anlaßnach Köln zu kommen. Dort wohnte der Inhaber der herzog-lichen Gewalt, politische Tagungen fanden dort statt, vor allemin den Zeiten, da die Erzbischöfe meist noch dort wohnten,die erzbischöflichen Synoden riefen die Mitglieder des hohenAdels dorthin, zu den niederen wurden sie nicht hinzugezogen,sie hatten dort, wie wir gesehen haben, in Stiftern und Klösternviele Verwandte; wenn sonst diese wohl jene meist auf ihrenBurgen besuchten, zum Begräbnisse mußte sich der Familien-kreis aber in Köln einstellen und nicht ganz selten mag auchein Brautwerber Einlaß in ein Frauenstift erbeten haben. Dannzogen Hoftage und Reichstage, die hohen Kirchenfeste, Turniereund vielleicht auch der Karneval den hohen Adel an.
Oft werden sie Gäste in den Höfen der Kanoniker am Domund bei St. Gereon gewesen sein, allein manche der benachbartenLandesherren hatten auch eigene Höfe, die zu einem längeren Auf-enthalte sich eigneten und wohl auch Witwen als Wohnsitz dienten.Die Geschichte dieser Höfe hat Keussen gegeben. Am Längstensind nachzuweisen die der Grafen von Jülich, Geldern, Markund Nassau. Auffallender Weise begnügten sich die Grafenvon Berg mit Mietswohnungen, wie auch die Grafen von Katzen-ellenbogen und Virneburg. Der Hof der Herzöge .von Brabantlag dem jüngeren erzbischöflichen Saale gegenüber und wurdeziemlich früh an die Merode zu Lehen gegeben. Der Hof derHerzöge von Limburg ging in dem Dominikanerkloster auf —weiträumige Höfe eigneten sich ja besonders für die Anlagevon Klöstern. So wurde auch der eine der dem Stiftsvogte,dem Grafen von Sayn zustehenden Höfe in das Kloster Sayn-Sion umgewandelt. Zeitweise hatten auch die Grafen vonArnsberg und Mors und die Freiherrn von Millendonck einen Hof.Außer diesen von Keussen behandelten Höfen hatten nochandere Familien in Köln wenigstens zeitweise einen Ansitz. So