■■■: K ■ ■■ ' ■ ' ä %
Der hohe Adel im Leben des mittelalterlichen Köln
53
|HHHH
.9 -.:"■■'■■ ■
Kl
und für ihn gestiftet wurden, mußte die Meinung sich ändern.Nicht nur im staatlichen Leben waren die hohen Ämter demfreien Adel vorbehalten, dasselbe galt von den Bischofstühlenund gerade den mächtigsten und berühmtesten Stiftern undKlöstern. Es handelte sich um ein altes Recht, nicht um Will-kür; um germanische Auffassungen des Lebens der Kirche, diemit anderen religiösen Auffassungen im Widerstreit stehenmochten, in Deutschland aber nicht als ein Unrecht gefühltwurden.
In und um Köln lagen solche Anstalten in größerer Zahlzusammen, als in irgend einer anderen Stadt. Sie waren nicht vomhohen Adel den anderen Ständen weggenommen worden, sondernsie waren Überbleibsel älterer rechtlicher Anschauungen ältererZeiten. Der zäh konservative Sinn änderte nichts an demCharakter, wenn auch die Kanonikate nicht mehr völlig besetztwerden konnten. Fand doch der Holländer Buchelius 1587 inSt. Ursula nur noch eine Kanonissin in den Chorstühlen, einigegehörten einem anderen Bekenntnisse an, andere hatten sichgeweigert unter der Regel zu leben, weil sie nicht standes-gemäß auftreten könnten. 1 )
■SPHi
8 '"" /.■
„Ali
»Pliis
MM«»!
H
8. Kunstpflege des hohen Adels in Köln.
Das künstlerische Stadtbild von Köln wird durch den Domund die Stiftskirchen beherrscht. Das sind die nachhaltigstenEindrücke, die der kunstliebende "Fremde in sich aufnimmt.
In der Geschichte der Kölner Kirchenbauten treten dieErzbischöfe nicht wenig hervor. Das ist bei mehreren Kirchenbegreiflich. War doch Bruno der Gründer der beiden Klösterzu Groß St. Martin und St. Pantaleon, verlegte er doch dieKanoniker nach St. Andreas, begründete doch Piligrim (1021 — 36)St. Aposteln wie der hl. Anno (1056—75) Mariengraden undSt. Georg. Auch von anderen Kirchen wissen wir, daß der eineoder andere Erzbischof ihnen die Gunst zuwandte, nicht nur
l ) Ann. d. hist. Vereins 84, 32.