Der hohe Adel im Leben des mittelalterlichen Köln.
liehen Marstall Platz fanden. An den Pforten des Domes standendie festen Läden der Händler und in den Tagen der Heil-tumfahrt wurden noch fliegende Stände errichtet. Das hoheGericht, das vogteiliche Niedergericht, aber auch die Fett-wage hatten in dem Bezirk ihre Gebäude.
Auch die Südostecke der alten Römerstadt hat wohl einebesondere Bedeutung gehabt. Auf dem Malzbühel, dessen Namenoch nicht genügend erklärt ist, errichtete die Gattin des Haus-meiers Pippin des Mittleren das Kloster oder Stift St. Mariaim Kapitol. Es war dann doch wohl der Sitz der Hausmeieroder jenes reichen Geschlechtes, dem Plektrudis entstammte. 1 )Eine einflußreiche mutige Frau, die in Köln sich gegen dieNeustrier wie gegen ihren Stiefsohn Karl Martell wehrte.
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2. Köln als Sitz der Erzbischöfe. Ihre Auswahl.
Die Rechte der Erzbischöfe in der Stadt Köln waren sehrgroße, es gelang aber der Bürgerschaft wesentlich dadurch, daßsie mit den erzbischöflichen Rechten und Organen konkurrie-rende Gewalten einrichtete, die erzbischöfliche Stadtherrschaftzurückzudrängen. Nur ein Gebiet behauptete der Erzbischof,das hohe Gericht, die Blutsgerichtsbarkeit kam nie in die Ge-walt der Stadt. 2 )
x ) An diese letztere Möglichkeit hat Keussen nicht gedacht.
2 ) Die großen Probleme der Kölner Verfassungs-Geschichte berührendas hier zu Behandelnde nur an einzelnen Stellen. In den meisten Dingenkann ich den durchaus gesicherten Ergebnissen der Forschung folgen.Über Burggraf u. Vogt vgl. vor allem Lau, Entwicklung der kommunalenVerfassung und Verwaltung der Stadt Köln bis 1396(1898). Rietschel,Das Burggrafenamt u. die hohe Gerichtsbarkeit in den deutschen Bischofs-städten während des früheren Mittelalters (1905). Seeliger, Studienzur älteren Verfassungsgeschichte Kölns (1909). Beyerle, Konrad. DieUrkundenfälschungen des Kölner Burggrafen Heinrich III. von Arberg (1913),dort S. 408-416 die Richterlisten. Vgl. dazu v. Winterfeldt, West-deutsche Zeitschrift 32, 377 — 390 u. Oppermann in der Hist. Zeit-schrift 116, 299-308.