Köln erscheint der gewöhnlichen Auffassung ganz vor-wiegend als ein Werk seiner Bürger, ihrer Tatkraft und ihresBürgersinnes. Man konnte niemals den Einfluß des Erzbischofesund des Domkapitels übersehen und in weiten Kreisen ist es be-kannt, daß die Erzbischöfe und Kurfürsten bis 1801 dem hohenAdel angehörten wie der größte Teil des Domkapitels. Seltendrang man weiter vor, ich habe mehrfach Schüler veranlaßt,sich mit anderen hochadligen Anstalten der Stadt zu beschäf-tigen, doch damit war der Einfluß des hohen Adels auf dasstädtische Leben nicht erschöpft. 1 )
Die Erforschung der Geschichte der zahlreichen Stifter undKlöster des hl. Köln steht noch in ihren Anfängen trotz eini-ger trefflicher Arbeiten. Das Augenmerk der Forscher warvor allem auf die Anfänge der durch hohes Alter ausgezeich-neten Anstalten gerichtet. Im Folgenden ist auf diese ältestenZeiten und die sich dann anschließenden Streitfragen nicht ein-gegangen worden. Die Forschung wandte sich weiter vorwie-gend der Geschichte ihrer Bauten zu, verlockte doch derenGlanz Bürger und Ortsfremde sich mit ihnen zu beschäftigen.Und doch liegt auch da eine einseitige Betrachtung vor. Esist das ja nicht ein Mangel der Kölnischen Kunstgeschichteallein. Die Betrachtung der Bauten ging vor allem dem Ge-danken der technischen Bauleiter nach.
!) Vgl. Zündorf, Zusammensetzung und Verfassung des KölnerSt. Ursulastiftes nebst Untersuchung der ständischen Verhältnisse (BonnerDissert. 1911). Michel, Das alte freiherrliche Kanonissenstift St. Cäcilienin Köln (1914).
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