Der hohe Adel, im Leben des mittelalterlichen Köln
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Kirchen sind nicht ausschließlich aus Mitteln des hohen Adelserrichtet worden. Aber Baulust war ihm immer eigen undman darf doch nicht übersehen, daß die herrlichsten, origi-nellsten Bauten: Dom, St. Gereon und Maria im Kapitol —adligen Kapiteln angehören und auch bei St. Aposteln war derAnteil des hohen Adels stark.
Eine letzte Abschweifung sei mir gestattet mit der Unter-suchung der Kölner großen Werke der Goldschmiedekunst.
War der hohe Adel auch Käufer und Veranlasser bei denGoldschmieden Kölns, die in der Zeit von 1150 —1220 alleanderen im deutschen Sprachgebiete übertrafen und deren herr-liche Werke in Köln, oder wohin sie schließlich gelangt sind,immer wieder die Bewunderung der Beschauer erwecken? Alleserhaltene diente oder dient noch kirchlichen Zwecken.
Die Forschung des vorsichtigen Otto von Falke knüpft siemit einigen Vorbehalten an die Werkstatt im Kloster St. Pan-taleon. 1 ) Er stützt sich dabei auf drei Inschriften. Die eineauf dem Tragaltar des Weifenhauses lautet: „Eilbertus Colo-niensis me fecit". Deutet man die Inschrift für sich, so kommtman dazu in dem Künstler einen Laien aus Köln zu suchen,wäre er Mönch gewesen, so würde man eher erwarten: Eilbertusmonachus, vielleicht mit dem Zusätze s. Pantaleonis. Falkeweist auf den im Nekrolog von St. Pantaleon unter dem 4. Febr.genannten Eilbertus sac. hin, hat dabei aber übersehen, daßdieser Eintrag der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts an-gehört, also viel zu spät liegt. Andererseits ist ein bürger-licher Goldschmied in den reichen Quellen der Zeit nicht nach-zuweisen.
Der zweite Name begegnet auf einem in Darmstadt be-findlichen Turmreliquiar aus Köln: Varnerius frater peir niefecit. Das erweist klösterliche Herkunft. Den unerklärten Aus-druck peir würde man am liebsten mit peirensis ergänzen, aberein rheinisches Kloster dieses Namens gibt es nicht. Ein Wer-
!) Ich folge hier dem ausgezeichneten Werke v. Falke und Frau-berg er, Deutsche Schmelzarbeiten des Mittelalters, 1904 und den üSchriften Falkes.
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