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8. Abhandlung: Aloys Schulte
auf den Genuß ihrer Pfründe verzichten. 1 ) Ob es sich nochum Deckung der Baukosten des Dekagons handelte oder umden Bau der gleichzeitig oder wenig später errichteten Tauf-kapelle ist nicht festzustellen. Für diesen Bau hatte der DechantHermann den doppelten Jahresertrag seiner Pfründe her-gegeben.
Auch zwei der Nachfolger des Dechanten Hermann Alexan-der von Manderscheid (1250—79) und Wilhelm von Schinnen(1279—1283 nachzuweisen) hatten Freude an der Kunst, diesersorgte für ein neues Fenster, für Gemälde, die Orgel, für einneues Triumphkreuz und vier Statuen, 2 ) jener schenkte nebenreichgeschmückten Paramenten für den Schrein des hl. Grego-rius, der nicht erhalten ist, eine Anzahl von Edelsteinen. 3 )
Auch für den Sakristeibau (um 1315) sorgte das Kapitel,wie die Festsetzung einer Konventionalstrafe beweist.*) Derletzte größere Bau — Einziehen von Gewölben — ging aufdie Kosten des 1404 verstorbenen Scholasters Heinrich Suderlandaus Soest, der seit 1359 am Stifte gewirkt hatte. Dem An-fange des 13. Jahrhunderts gehört auch der prachtvolle Kreuz-gang, das Dormitorium und der Vorbau vor dem Eingange indas Dekagon an. 5 )
Noch einmal begegnet uns der Dechant Hermann im Kirchen-schatze. Er enthält zwei kunstreiche Armreliquiare, nach denAufschriften ist das eine von dem Stiftpropst Arnold von Born(1215—50), das andere von ihm und dem Dechanten gestiftetworden. 6 )
So hat die Kunstpflege dieses vornehmen Kapitels einePerle der Kunst geschaffen, als eifrigste Gönner treten dieDechanten Hermann und Wilhelm hervor, aber auch des PropstesArnold von Borne ist nicht zu vergessen, er war auch an dem
*) Jörres nr. 109.
2 ) Schäfer in den Ann. d. hist. Ver. f. d. Niederrhein 71, 4 nr. 8.
3 ) a. a. 0. nr. 7.
*) Jörres nr. 263.
5 ) Kunstdenkmale S. 54 f.
6 ) a. a. O. S. 92 f.
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