Druckschrift 
Der hohe Adel im Leben des mittelalterlichen Köln
Entstehung
Seite
57
Einzelbild herunterladen
 

Der hohe Adel im Leben des mittelalterlichen Köln

57

er nur die Breite der alten Apsis, also eine Seite des Dekagonszur Verfügung. Daraus ergab sich ein schmaler, aber langerChor von 220 qm Grundfläche.

Die nächste großartige Aufgabe war die Sicherung desdem Zusammensturz nahen Dekagons. Eine Aufgabe, die eineeigenartige Lösung fand. Der Nischenkranz, der bis dahin nachaußen deutlich hervortrat, wurde durch Ausmauerung der Lückenunsichtbar gemacht, die nunmehr vorspringenden massigenMauerteile, denen Strebepfeiler vorgelegt wurden, die oben dieältesten rheinischen Strebebögen stützen, waren geeignet, dasDekagon hoch hinaufzuziehen und durch ein großes hochauf-steigendes Gewölbe zu schließen, so daß die Reihe der großenoberen Fenster auch über den Choranschluß durchgeführtwerden konnte.

Zu dem Bau schuf das Kapitel sich Mittel durch Einbe-haltung von Pfründen und durch Abgaben auf die besetzten.Damit die Erledigung dieses Baues nicht ohne'^Leitung sei,wurde die Ausführung mir, dem Dekan, und dem Priester A. vonSchwelm auf drei Jahre anvertraut." *) Dekan aber war Her-mann von Vileke (121442 nachweisbar), dessen Geschlechtich zwar nicht sicher nachweisen kann, 2 ) der aber als Dechantdem hohen Adel angehören mußte, während der SchwelmerPriesterkanoniker war. 1227 war dieser sehr bemerkenswerteim Übergangsstile ausgeführte Bau mit dem Schlüsse des Ge-wölbes vollendet. Nach einem Beschlüsse von 1238 hatte esden Kanonikern freigestanden, einen Jahresertrag ihrer Pfründeeinschließlich des Tisches der Kirchenfabrik zu überweisen. Werdas getan hatte, dessen Erben erhielten nach seinem Tode denGenuß von 2 Jahren, der dritte Jahresertrag fiel der Kirche zu;bei dem, der das nicht getan hatte, hatten die Erben nureinen Jahresgenuß. Neu eintretende mußten also drei Jahre

1 ) Jörres nr. 73. Vgl. nr. 109.

2 ) Es gab Vileke in gräfl. bergischen Diensten (Lacomblet 2 nr. 72.Ein vir illustris Hermann v. Volco 1235, Knipping, Regesten 3 nr. 493).Sollte die Vorlage zu Jörres nr. 114 Vileke statt Juleke gelesen haben?Bei den Jülichern kommt der Vorname Hermann vor.

i m

wmM:M

m

m

i