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Der hohe Adel im Leben des mittelalterlichen Köln
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8. Abhandlung: Aloys Schulte

Schenkungen allgemeiner Art machte, sondern direkt Bauteilehinzufügte oder Umbauten veranlagte. In zeitlicher Folge er-scheint als erster am Baue von St. Ursula beteiligt Erzbischoi:Hermann (881). ErzbischofWichfried (924-53) wird mit demBau von Cäcilia und Severin in Verbindung gebracht. DasTestament Brunos (f 965) bedenkt die Bauten von St. Pantaleon,Maria im Kapitol und Cäcilia, gibt aber auch Schmucksachenu. a. an Gereon, Severin, Cunibert, Groß St. Martin und Ursula.An dieser Kirche betätigte sich Warin (980), an Groß St. MartinEverger (989), an St. Severin Piligrim (102136), Anno derHeilige an St. Gereon und Groß St. Martin. Von da ab schwindendie Nachrichten zusammen; aus einfachen Kirchenweihen undvollends aus Ablaßbriefen darf man nicht auf einen umfassendenpersönlichen Anteil eines Bischofs schließen. Das würde zuweit gehen. Die Stifter und Klöster nahmen von da in derHauptsache die Baufürsorge selbst in die Hand und die großenkunstreichen Bauten des 12. und des Anfanges des 13. Jahr-hunderts, diese Werke des reifen romanischen Stiles und derÜbergangszeit, die dem Kölner Stadtbild seine Eigenart geben,fallen in die Zeiten, da die Pröpste in den Stiftern dem hohenAdel anzugehören pflegten. Am Ende dieser Zeit scheiden diePröpste so stark aus dem Leben der Gemeinschaft aus, daß da dieDechanten als die tatsächlichen Leiter des gemeinsamen Lebenserscheinen. Immerhin haben sicherlich diese hochadligen Herrenan den Bauaufgaben einen reich gemessenen Anteil gehabt.

Durch Cardauns ist längst die alte zur Legende gewordeneAnschauung beseitigt, als sei Konrad von Hochstaden dereigentliche Erbauer des gothischen Kölner Domes gewesen.Doch damit ist das Erkennbare nicht erreicht. Die Darstellungder Begründung des Neubaus bedarf einer Vertiefung. DerBeschluß des Neubaus der gesamten Domkirche fällt nicht indas Jahr 1248, vielmehr war der Beschluß schon vor demMontag nach Palmsonntag 1247 gefaßt. Man muß zu der altenDatierung, die Cardauns auf schwere Gründe hin verwarf, zurück-kehren, schon weil eine der beteiligten Personen imNovember 1247verstarb. Damit gewinnt die Fülle der Ereignisse Raum: Bau-