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Der hohe Adel im Leben des mittelalterlichen Köln.
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schwer zu sagen, ob diese kleinen Ministerialitäten wirklichirgend ritterliche Verpflichtungen hatten, man kann vorschnellehrsame Bäcker und Köche in den niederen Adel versetzen.Da Frauenstifter ja keine Fehden führten und keine Dienst-pflicht gegenüber dem Reiche oder Landesherrn hatten, wärees wohl begreiflich, wenn sie keine Reiter gehabt hätten.
Das Lehenswesen ist aber in allen drei Stiftern heimischgewesen. Und auch da liegt die Gefahr vor, bäuerliche Lehenals ritterliche anzusehen. Man muß also wo möglich ritterlichePersonen als Lehensträger feststellen, und man wird sehr frohsein, wenn man eine Lehenskammer, ein Lehensgericht oderdoch ein Mannlehenbuch nachweisen kann. Ich selbst habemich mit dem in Köln ereichbaren Materiale von St. Marienim Kapitol beschäftigt und mit reichem Erfolge.
Das Stift besaß eine „Mannkammer der Frau Äbtissin",diese war für das Lehenwesen allein zuständig, und in ihrerKammer tagte auch das Lehengericht, an dessenSpitze mindestensseit 1482 ein Hofrichter stand. Er trug der verstorbenenÄbtissin den Gerichtsstab bei der Beisetzung voran. Über dieTätigkeit gibt ein Lehensbuch Auskunft, dessen älteste Stückevon Blättern des 13. Jahrhunderts abgeschrieben wurden. Unterden „Mannen von Lehen" erscheinen auch viele aus den KölnerGeschlechtern, da begegnen uns die Hardevust, die Jude, Lys-kirchen, Scherfgin, Overstolz, die in der Kirche sich Memorienstifteten und zum Teil dort oder auf dem Lichhof ihre Grab-stätte fanden. Der vornehmste der Kölner war der Edelvogt.Auch das Domkapitel, die Karthäuser, die Weißfrauen in Aachen— diese Reuerinnen — erscheinen im Lehensbuche, dann einegroße Zahl von Gliedern des niederen Landadels. Aber auchder hohe Adel fehlt nicht, wie der wohl um 1300 ent-standene Eintrag über Salentin von Isenburg beweist. In Ur-kunden begegnet auch ein Freiherr von Wickradt. Vor allemaber zeigt die Urkunde von 1139 uns einen Lehensmann, derfür sein Lehen mit seinem Rosse und seinem Schilde der Äbtsissinzu dienen verpflichtet war. 1 )
\l Lacomblet 1 nr. 337.
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