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8. Abhandlung: Aloys Schulte
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Adel. 1 ) Die Reihe der Äbtissinnen führt sicher bis zum Todeder Äbtissin Elisabeth von Katzenelnbogen (f 1367) nur hoch-adlige Namen auf. Waren ihre beiden Nachfolgerinnen Irmgardund Elisabeth von Schöneck Glieder des alten Geschlechtes vonSchönecken in der Eifel, was mir sehr zweifelhaft ist, so warensie wohl die letzten Glieder dieses freiherrlichen Hauses, dasdann 1418 erloschen wäre. Später hatte das Stift noch in derSchwester des letzten Rennenbergers eine freiherrliche Spitze.Der Konvent zeigt schon im 13. Jahrhundert niederen Adel. Biszur Anlage des ältesten Nekrologs (1305) finden sich 42 Namenvon Kanonissen, von ihnen glaube ich 25 als edelfrei bezeichnen zudürfen. Kölner Geschlechter wurden abgewiesen, nur ließ man im18. Jahrhundert unter Protest eine Gräfin von Scharfenstein zu.
Es ist wohl ein eigentümlicher Zustand: In den Stühlender drei Kölner Frauenstifter hat nie eine noch so vornehmeKölnerin gestanden! Vornehme Kölner wurden in und bei derStiftskirche begraben, in ihr wurden ihre Memorien begangen,sie bauten dort Kapellen und stifteten Vikarien, von dem Kano-nissenchore waren ihre Töchter aber ausgeschlossen. Die Herrenund Jungfrauen im Domstift, in St. Gereon und in den dreiFrauenstiftern waren ausnahmlos nicht in Köln geboren. Jegeringer die Zahl der edelfreien Geschlechter in der Nähe Kölnswurde, um so weiter mußte der räumliche Kreis, aus dem dieInsassen stammten, gespannt werden.
Für St. Maria im Kapitol sind nicht nur Ministerialenmehrfach bezeugt, sondern auch die Hofämter eines Truchsessen,eines Schenken, wahrscheinlich auch das des Kämmerers. BeiSt. Cäcilia vermag ich nichts derartiges nachzuweisen. Ehergab es eine Ministerialität bei St. Ursula. 1135 hat die ÄbtissinGepa „a quodam Rudolfo ministeriali s. virginum" Zehnten er-worben, „qui eas in beneficio possidebat." 8 ) Es ist immer sehr
') Ich benütze für dieses Stift das Material einer unter meiner Leitungentstehenden Arbeit.-
2 ) Lacomblet 1 nr. 321. In der Zeugenreihe noch 3 andereMinisterialen. Vgl. auch die Urkunde v. 1135, Lacomblet Archiv 3, 136.In Ennen u. Eckertz 1, 575 (1176) sind die Ministeriales ecclesie wohlsolche der Domkirche.