*««*$;
30
8. Abhandlung: Aloys Schulte
I
EH
zu Ehren der hl. Apostel; Mariengraden und St. Georgwaren Stiftungen Annos II (1056 — 75), St. Georg ist vielleichtdas ältere. Beigesetzt wurde er in seiner Klostergründung zuSiegburg.
Alle vier Stifter haben keine Ministerialität und auchkeine Hofärnter gehabt, vom Lehenswesen sind uns nurschwache Spuren überliefert, 1 ) sie gehörten eben einer Zeitan, wo die kirchliche Reformbewegung allem Anteil amKriegsleben und auch am Lehenwesen aus dem Wege zugehen begann.
Sie gleichen sich aber darin, daß sie bei der Wahl einesPropstes — soweit die Überlieferung das erkennen läßt —darauf ausgingen, gerade wie die anderen Stifter einen edel-freien Propst zu gewinnen. Freilich kennen wir nur einen ge-ringen Teil der Pröpste ihrem Geburtsstande nach. Am bestensteht es bei Mariengraden. Da finde ich folgende Namen:Heimo, den das Nekrolog als Oheim des sei. Anno bezeichnet,Hugo von Ahr (1152—74), der zugleich Domherr und späterDomdechant war, 2 ) Bruno von Sayn (1180—1205), auch Propstvon St. Castor zu Koblenz, seit 1192 auch Propst von Bonn, dervon 1205—08 auf dem Kölner erzbischöflichen Stuhle saß. Bei
krolog aus der Zeit bald nach 1300 widerlegt das glatt. Das Fest deshl. Heribert (16. März) wurde zwar festlich begangen mit 4 Hören, ersterVesper, Matutin, Messe und zweiter Vesper, doch ist das ein jüngeresFest, wie die Angabe der Güter beweist, die dafür von einem RitterHeinrich Stail erworben wurden. Die translatio Heriberti, die im KlosterDeutz gefeiert wurde, fiel auf den Tag von St. Felix u. Adauctus unddieses Fest feierte man in Aposteln auf Grund einer Stiftung des PriestersWalewan und des Dekans Gottfrieds von Binsfeld. Dahingegen hatte derErzbischof Piligrim die einzige ganz alte und später auf Kapitelbeschlußerweiterte Meinorienstiftung (am 24. August).
!) Aposteln Ennen u. Eckertz 3, 355 (1293). Bei der Teilung 1275wurden dem Propste vorbehalten: homines, qui sibi hominio attinent,qui vulgariter dicuntur man. Ebenda 3, 76. St. Andreas erwarb 1334 für220 Mark Silber von dem Herrn Heinrich von Alpen das Recht auf27 Vasallen, darunter 4 Ritter und eine größere Zahl von Kölner Bürgern.Lacomblet 3 nr. 277.
2 ) Nach Alfter war er ein Herr von Randerath.