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8. Abhandlung: Aloys Schulte
Meine Liste der Dechanten ist sicherlich noch unvoll-kommener: Ein Geschichtsfreund, der wohl Alfter folgt, be-zeichnet den bis 1208 tätigen Dietrich als einen Herrn vonHeinsberg, es folgt Hermann (1208 — 19); ein Konstantin wird1219—24 angesetzt, lebte aber tatsächlich 1239,*) Wennemarist aber von 1233—37 nachzuweisen, Konstantin ist also hinterihm anzusetzen. Mit Richolf Overstolz (1270—88) erscheintder erste unter den Kölner Stiftsdechanten, der den KölnerGeschlechtern angehörte. 1299—1310 findet sich ein zweiter:Ludwig von der Po (de Pavone). In späteren Zeiten begegnetkeiner mehr, der dem hohen Adel angehörte.
Auch im Konvente, über den wir erst aus dem 13. Jahr-hundert einige Nachrichten haben, finde ich keine Glieder deshohen Adels. Nur könnte der 1386 erscheinende Otto vonGennep dazu gehören. 2 ) Es scheint, daß der Konvent im 12. und13. Jahrhundert gemischt war, 3 ) aber sich wie es in manchenStiftern vorkam und gleichzeitig für das westfälische StiftFreckenhorst bezeugt ist, innerlich getrieben fühlte, nur Edel-freie an die Spitze der Kirche zu stellen, dem Stifte also einefreiherrliche Spitze zu geben. Vom Jahre 1386 kennen wir16 Kanoniker, nur jener Otto von Gennep könnte hochadligsein, Kölner Familien kann man mit Sicherheit Niemand zu-weisen. 4 )
Ob der Konvent früher anders zusammengesetzt war, istnicht festzustellen. Ministerialen erscheinen 1127 und 1135, 6 )ein Hofamt habe ich nicht gefunden, auch kein entwickeltesLehens wesen. 6 )
In St. Kunibert hat das reiche Bürgertum von Köln auchin den Chorstühlen eine bedeutende Stellung eingenommen. In
x ) Ennen u. Eckertz 2, 198.
2 ) Ann. 83, 181.
3 ) Vgl. Kisky a. a. 0. S. 18.*) Annal. 73, 112.
5 ) Lacomblet 1 nr. 302 u. 322 familiäres jurati Ann. 83, 135.
6 ) Vgl. jedoch Annalen des hist. Vereins f. d. Niederrhein 82, 129nr. 12 Investitur mit dem Handschuh.
Bf