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Literatur und Kunst des Mittelalter s
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dichters Süßkind von Trimberg 1 ). Man beachte, wie seit demEnde des 13. Jahrhunderts Turniere und ritterliche Tanzspieleauch in die bürgerlichen Kreise, in die Patrizierfamilien der reichengewerbfleißigen und handeltreibenden Städte eindrangen. Manerinnere sich, daß gerade in Magdeburg, woher unsere Nach-richt vom Judenturnier des Jahres 1384 stammt, etwa hundertJahre früher, wie uns gerade die Quelle jener Nachricht, dieMagdeburger Schöppenchronik berichtet 2 ), der gelehrte Con-stabel Brun von Schonebeck mit seinen reichen patrizischenStandesgenossen fröhliche Pfingstspiele von Roland und vonder Tafelrunde und vom Gral aufführte und dazu aus Goslar,Hildesheim, Braunschweig, Quedlinburg, Halberstadt und ande-ren Städten der Nachbarschaft alle koplude, de dar ridderschopwolden oven nach Magdeburg einlud, wie dann diese eingeladenenKaufleute anrückten mit vordeckeden rossen und mit gronernvordecket und gecleidet, geschmückt mit besonderen Wappenund Farben. Man halte sich vor Augen, daß „ritterliche Gewohn-heiten, Liebhabereien und Belustigungen bei den Juden Teil-nahme und Nachahmung fanden", daß „es Juden gab, die wackerdas Schwert zu führen verstanden", daß „bei öffentlichen Auf-zügen die Juden durch glänzende äußere Erscheinung es ihrenchristlichen Mitbürgern gleich zu tun und ihre Bewunderung
*) Vgl. über ihn und das jüdische Element in seinen Strophen,unter denen auch ein Frauenlob nicht fehlt, M. Güdemann,Geschichte d. Erziehungswesens u. d. Cultur der abendländischenJuden Bd. 1, Wien, Holder, 1880, S. 134. 138; Bd. 3, Wienl888, S. 186f.und R o e t h e , Allgem. Deutsche Biographie Bd. 37 (1894), S. 334ff.
2 ) Magdeburger Schöppenchronik II, a. 1281 —1285, ed. Janickea. a. O. S. 168L; die Turnierkämpfe verliefen bei dieser Gelegenheitfolgendermaßen (ebd. 169, Z. 4—12): Do se vor disse stad quemen, sewolden nicht inriden, men entpfeng se [man empfange sie denn] mit susteund dustiren. dat geschach. twe kunstabele tagen ut und bestunden de undentfengen se mit den speren. de wile was de grale bereit up dem mersche[Elbinsel] und vele telt und pawelune up geslagen; und dar was ein bom gesätup der mersche, dar hangeden der kunstabelen schilde an, de in dem graleweren. des anderen dages do de gesten missen hadden gehört und gegeten,se logen vor den gral und beschauweden den. dar wart on vororlovet datmalk [männiglich] rorde einen schilt: welkes Jungelinges de schilt were, dequeme her vor und bestünde den rarer, dat geschach on allen. Die als Sieges-preis ausgesetzte 'schöne Frau Feie' gewann schließlich ein olt kopmanvan Goslere; der nahm sie mit sich, verheiratete sie und stattete sie miteiner so reichen Mitgift aus, dat se ores wilden levendes nicht mer ovede(ebd. Z. 13—15).