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Literatur und Kunst des Mittelalters
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Ich was an peiden äugen plindt,
Nun hat mir des war goites kindt
Mein äugen gemacht gut. . .Servus dicit domino:
Herr, was glaubt ir an disen man,
Der im selber nit gehelfen kann.
Und mecht er im selber helffen aus not:
Er hat von uns nicht gliden den todt.Maria canü:
Auwe, wer hat sein sper
Her zu dir geneiget,
Das er mich und auch dich
So jemerlichen scheidet.
Im Augsburger Passionsspiel, das mit der Grund-lage des heutigen Oberammergauer Passionsspiels in naherVerwandtschaft steht, tritt Longinus gleichfalls nach demTode Christi auf (Das Oberammergauer Passionsspiel in seinerältesten Gestalt hrsg. von Aug. Hartmann, Leipzig 1880,S. 70). Aber er ist ein armer Mann und hat keinen Knecht beisich, ruft vielmehr sich erst einen Helfer heran, dem er Lohnverspricht.
Ich bin ain blinder armer man.moechte ich ain knecht gehan,Der mich weißte zu ihesu leben,ich wölte seiner marter end geben.
[Zu Solan, seinem Knecht:]Ich will dir gutten Ion geben,weis mich nun recht und eben,Das ich im treff das hertze sein!ich hör in leiden grosse pein,Das ich in dauon helffen willvnd richten auf des todes zu.Solan zu longino:
Herr ich will euch eben weisen.
naigend den spieß mit dem eysen!
An sein hertz will ich in setzen,
das ir in wol mugend letzen.
Vnd in in die seyten stechen
vnd im also sein hertz brechen.
Indem Longinus hier erklärt, Christus leiden zu hören, wirdallerdings jeder Ausweg aus dem oben (S. 187) dargelegtenWiderspruch der Situation und der Absicht des Blinden ab-geschnitten.