Nachwort und Ausblick
45
Deutschen eins als Verteidiger des deutschen Staats und derdeutschen Kultur, unserer Existenz und unserer Zukunft.Möge in dem furchtbaren Weltkrieg, der uns aufgedrängt wurde,unser gutes Recht durch die Kraft unserer Waffen und dieherrliche Hingebung unseres ganzen Volkes den Sieg erringenüber unsere offenen wie auch über alle unsere heimlichen Feindeund Neider! Der furor teutonicus brause unwiderstehlich überdie Erde! In ihm steckt ja der Kern unseres Wesens, aus demDeutschlands nationaler Charakter hervorgehen könnte. Dennin diesem furor teutonicus birgt sich zugleich das Zartesteund Edelste, das Reinste und Höchste, das wir haben: diedeutsche Seele, der deutsche Idealismus, der deutsche Welt-beruf. In der gewaltigen Erhebung dieser eben durchlebtenWochen schien sich die ersehnte innere nationale Wieder-geburt, eine neue wahrhaft deutsche Renaissance unseresVaterlandes, schien sich die in den letzten Jahrzehnten soschmerzlich entbehrte innere Einigung aller schaffenden Ständeund Kreise anzukündigen. Der Friede möge das erfüllen undvollenden. Dann werden wir auch jenem neuen Weltreich desdeutschen Geistes näher kommen, dessen Prophet einst Schillerwar in seinem Säkulargedicht zur Begrüßung des 19. Jahr-hunderts. Auch Goethe und Richard ,Wagner harrtendieses deutschen geistigen Weltreiches. Wenn der Sturm aus-getobt hat, möge der deutsche Unterricht dorthin ein Führersein. Denn in dem Erstarken der germanischen Völker, daswir als Ergebnis dieses Krieges erhoffen, soll auch das großeewige Erbe ihrer zweitausendjährigen Geschichte wachsen, solldie volle Entfaltung unserer nationalen Kräfte den freienWettstreit aller Kulturvölker sichern, läutern, und ihnaufwärts leiten zu immer friedensvolleren, menschlicherenZielen.
9. September 1914.