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1,1 (1925) Mittelalter
Entstehung
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Nachwort und Ausblick

doch das Gefühl für diese Erscheinungen des deutschen Sprach-lebens schon in weiteren Kreisen geweckt.

Hier wegweisend und ordnend voranzuschreiten, kämedem deutschen Sprachunterricht zu. Dieses Ideal schwebtemir vor, als ich es unternahm, seine Aufgabe zu umschreiben.Meine damaligen Andeutungen, die ich vorher und nachheran anderen Orten ergänzte, und die allgemeineren Wünschein die sie am Schluß ausklangen, haben seinerzeit mancheZustimmung gefunden, z. B. von Friedrich Paulsen und Paulde Lägarde in freundlichen Briefen. Der Göttinger Reformatorbezweifelt übrigens, daß Bismarck den ihm oben (S. 23) zu-geschriebenen Ausspruch über die innere nationale Wieder-geburt wirklich getan habe 1 ). Wie dem auch sei, die innerenationale Wiedergeburt, eine nationale Renaissance unsererdeutschen Bildung ist doch im Grunde das Ziel aller derer,die den deutschen Unterricht in den Mittelpunkt unsererhöheren Schulen stellen wollen.

Bald wird's ein Menschenalter, daß ich, voller Sehnsuchtnach diesem Ziel, meinen Blick suchend in die Zukunft richtete.Mit meinen Vorhersagungen war ich ein guter, aber auch einschlechter Prophet. Der Reformgedanke hat ja seitdem niemalsgeruht, und oft genug ist von den hohen Aufgaben des Deutsch-unterrichts im geistigen Haushalt des Gymnasiums geredetworden. Aber ein Erfolg war bisher kaum zu spüren. DerDrang nach dem mir vorleuchtenden Ideal hat sich seitdemmächtig ausgebreitet und verstärkt. Ein großer VerbandGleichgesinnter hat sich aufgetan, den alten Traum zu ver-wirklichen. Die Ansicht, daß die höhere deutsche Schule dergeschichtlichen Selbsterkenntnis zu dienen habe, daß sie eineLehrerin der nationalen Ethik werden müsse, ist ihnen allengemein. Und mein einstiges Bekenntnis, daß die Hypertrophiedes Intellekts nicht durch Physik und Mathematik geheiltwerden kann, daß eine Atrophie des Gemüts sich ankündige,der eine neue Therapie begegnen müsse, dieses Bekenntnis, das,zugleich Warnung und Forderung, bei seinem Hervortreten

x ) Ich bin dem nicht weiter nachgegangen, glaube mich aberbestimmt zu erinnern, daß jenes Wort innerhalb der Jahre 1880 1884in einem Telegramm oder einer Antwort auf eine Begrüßung, vielleichtauch in einer kurzen Gelegenheitsansprache gefallen ist. Mögen gründ-lichere Bismarckkenner dies aufklären.

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