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1,1 (1925) Mittelalter
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in dem der Stifter dieser Akademie die Königskrone sich aufsHaupt setzte; zum Landsitz Luisenwahl, der die edle Dulderinauf Preußens Thron in den Tagen tiefster vaterländischerTrübsal beherbergte, führte mich mein geliebter Vater aufhäufigen Spaziergängen; Schlüters Standbild des ersten preu-ßischen Königs gab mir einen meiner frühesten künstlerischenEindrücke. Auf dem Gymnasium, daran einst Herder, Lach-mann, Lehrs unterrichtet hatten, früh von begeisterndenLehrern, denen ich ein dankbares Gedächtnis zeitlebens be-wahre, philologischen und geschichtlichen Interessen gewonnen,durch den hier wirkenden Geist von K. Lehrs für die lebendigeSchönheit althellenischer Mythologie und Dichtung erwärmt,habe ich wohl zuerst blitzartig den Eindruck wissenschaft-licher Arbeit, die zur Nacheiferung reizt, aus Wilhelm Scherers'Vorträgen und Aufsätzen' empfangen, die auf meinem Kon-firmationstisch lagen. An der Universität Königsberg warenSchade, Friedländer und Dahn meine Lehrer. Meine eigent-liche philologische Schulung danke ich der Universität Leipzig,und hier entschied ich mich im Kampfe mit den ererbten,seit der Kindheit in mir mächtigen musikalischen Neigungenendgültig für die gelehrte Laufbahn. Zarncke führte mich indie Technik unserer Wissenschaft ein und gewährte mir biszu seinem Tode liebevolle Teilnahme; Hildebrand riß michhin durch seine unvergleichlich tiefe Persönlichkeit und wardmir ein väterlicher Freund; Georg Curtius leitete mich zugrammatischer Arbeit an, und Braune öffnete mir den Einblickin die fortschreitende Methode althochdeutscher und alt-sächsischer Sprachgeschichte; Ebert weckte mein Interessefür die lateinische Literatur des Mittelalters; Ribbeck festigtemeine klassischen Studien; Hübschmann und Windisch ver-mittelten mir die Kenntnis des Sanskrit. Ein Sommersemesterin Bonn, dem ersten Leipziger folgend, hatte mir durch Wil-manns, Bücheier, Jakob Bernays mannigfache, nachkeimendeAnregung gegeben. Als Leipziger Doktor kam ich endlich nachBerlin, um den Mann persönlich kennen zu lernen, dessenwissenschaftliches Wollen und Vollbringen trotz manchemWiderstreben und Zweifel mich längst gefangen hielt mit derunwiderstehlichen Macht, die nur der innere Einklang ausübt:Wilhelm Scherer. Die Lösung der von ihm gestellten Preis-aufgabe über die Sprache des jungen Goethe, zu der ich meinen

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