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Vorwort
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Ausdruck der geistigen Bildung unseres Volkes erfassen, ihrWesen und Werden auf Grund selbständiger Quellenforschungbegreifen und mit lebendigem Geschichtssinn in einer Dar-stellung vergegenwärtigen, die den Stoff gestaltet, nicht vonihm beherrscht wird.
Den Titel 'Vorspiel' hatte ich diesen Blättern schon seitvielen Jahren bestimmt, weil er am besten den Charakterihres Inhalts trifft. Einzelne Betrachtungen stehen hier, dieerst in anderen, größeren Arbeiten von mir umfassender vor-getragen worden sind oder, sofern meine Kräfte zureichen,künftig weiter ausgeführt werden sollen. Solche Vorläuferkönnen vollen Eigenwert haben als Grundriß und übersicht-lichere Zusammenfassung einer keimenden Vielförmigkeit derProblemstellung. Dauern doch auch Ouvertüren von musi-kalischem Rang und künstlerischer Bedeutung, deren Opernverschollen (Cherubinis 'Abencerages', Webers 'Euryanthe')oder solche, die von vornherein außerhalb des Theaters in selb-ständiger Aufführung ohne ein nachfolgendes Drama einSonderdasein beanspruchten und behaupten (Mendelssohns'Hebriden').
Aber nicht diese Überlegung führte mich auf den Titelder vorliegenden Sammlung. Wohl aber eine allgemeinere,tiefer dringende Erwägung.
Es gibt Forscher, deren Schaffen der Veröffentlichungihrer Schriften vorausliegt. Sie überliefern dem Druck nurfertige, in sich abgeschlossene Ergebnisse und haben Zeit ihresLebens nur wenig an den einmal gewonnenen und der gelehrtenWelt vorgelegten Erkenntnissen zu ändern. Ich gehöre nichtin diese Reihe. Ich muß mich zu einer andern Klasse vonForschern zählen, die auch noch während und nach der Publi-kation ihrer Gedankenarbeit an dieser weiter schaffen und imbeständig sich erneuernden Ringen mit den dargestellten Pro-blemen stetig ihr Wissen und ihre Auffassung wandeln und fort-bilden. Das ist der eine innere Grund, der persönliche, dermeine Leistungen und so ganz besonders auch den nachstehendenvielfältigen Erörterungen einen Vorspiel-Charakter aufprägt: dieSchranke meinerwissenschaftlichen Anlage. Dazu aber kommt einnoch wichtigerer sachlicher Grund, und er ist ein doppelter.
Auch die Natur der in dieser Sammlung gestellten undbehandelten wissenschaftlichen Aufgaben bewirkt es, daß ihren
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