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Einleitung zu dem Briefwechsel der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm mit Karl Lachmann
Entstehung
Seite
XLIII
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Einleitung. XLHI

fsfpäfa.za.1 von fpätpia 'ich schreibe', TeTpa^atat von tpsipw 'ich nähre', i^sipatatvon (pfteipco 'ich verderbe', izsiä-^cnvo von Tdaow 'ich ordne', ferner im l-aai 'siegehen' (von sl[u, Infinitiv l-svat, lat. i-re) an Stelle des ursprünglichen *!-vu, inHomerischem l-äcu 'sie sind' (vom attisch etjU 'ich bin', Stamm ha-) nebendorisch-böotischem S-vtt, endlich in den Akkusativen 6§dvt-a (von öSoo? 'Zahn')und 7td8-a (von tcoö? 'Fuß', Genitiv nodös) das a Vertreter ist einer einen Nasalenthaltenden Silbe. Die Vulgäransicht betrachtete dabei das a als einen rätsel-haft hineingeschneiten 'Bindevokal', hinter dem später das v verloren ging,also z. B. jene -«tat -atoals vollere Nebenformen von -avrai -avra mit Verlustdes v". Angeregt durch die Theorie Osthoffs über die ursprüngliche Unter-scheidung starker und schwacher Kasus im Indogermanischen 1 ) bemerkteBrugmann den Parallelismus dieser Fälle und gelangte zu der GleichungrcdS-oc: ijrreo-v = iaoi: <pepo-vu = TiäS-ac: hcjro-vs (so noch im Kretischen, attischwcrcooc), stellte daneben das a in der 3. Person Plur. Perfekti des HomerischenXe-XÖYX-aai (ka^dviü 'ich empfange', Stamm Xayx-) aus *Xs-Xoyx-<xvu undfolgerte aus diesen Vergleichungen und den ihnen entsprechenden altindischenFormen, daß in allen genannten Fällen dem kurzen a der Ausfall eines Nasalszugrunde liegt und zwar immer nur in ursprünglich tieftoniger Silbe.Diese Ableitung aus phonetischen, vom Akzent wechsel bedingten Ursachenstützte er besonders durch die Verwandtschaftsnamen auf -tep- altind. -tar-,die im Griechischen wie im Altindischen in der Deklination je nach der Be-tonung das Suffix abstufen, d. h. in voller und in synkopierter Gestalt ver-wenden: iratYjp rcaTspa neben Tra-cp-ös jtaip-wv rcatpa-oi, lat. pater patrispatretn patrum, got. fadar Plur. Gen. fadre Dat. fadrum, und das griechische7ratpäot stellte er unmittelbar dem altindischen pitrshu gleich2). Hier gehtdas pa zurück auf betontes silbisches (vokalisches) r. So ergibt sich ihm alswahrscheinlich, daß auch in ISpaxov 'ich sah', Itpowcov 'ich wendete' das paaus bloßem sonantischen r der Ursprache hervorging. Das hatte allerdingsbereits 1837 der ebenso durch universelle Sprachenkenntnis als sprachgeschicht-liche Intuition hervorragende Theodor Benfey flüchtig vermutet, aber nichtauf rechterhalten 3) und auch der Keltologe. Hermann Ebel im Jahr 1852durch die Gleichsetzung der Stammabstufungen altind. när-, nar-, nr- mit

1) In dem Aufsatz 'Zur Frage des Ursprungs der germanischen n-Deklination',Paul u. Braune Beiträge III (1876), S. 189.

2) Vgl. Osthoff, Paul und Braune Beiträge III (1876), 43. 50f. 52f. 61 f.:doch führte er gnech. rcaTpäai zurück auf älteres *7iaTpaai, altind. pitrshu auf älteres*pitrshu.

3) Kleinere Schriften, Berlin, H. Reuther, 1890, I 2 S. 18, s. Bechtel, Haupt-probleme 119 f. 121 f.