Druckschrift 
Einleitung zu dem Briefwechsel der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm mit Karl Lachmann
Entstehung
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Einleitung.

i.

Der Briefwechsel der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm mit Lachmann,den jetzt im Auftrage der Preußischen Akademie der Wissenschaften ProfessorAlbert Leitzmann (Jena) herausgegeben und biographisch wie wissenschafts-geschichtlich erläutert hat, ist ein Denkmal von hoher Bedeutung. Das vor-liegende Briefmaterial stammt aus dem Nachlaß Jacob und Wilhelm Grimmsund war zuletzt Eigentum der beiden Kinder Wilhelm Grimms, Herman Grimmund Auguste Grimm. Beide hatten diesen großen Bestand von Druck- und Hand-schriften am 28. August 1899 der Königl. Bibliothek in Berlinzu unveräußer-lichem und stets an ihren Verbleib gebundenem Eigentum" geschenkt, sichaber bis zum Tode des Letztlebenden von ihnen die alleinige unbeschränkteVerfügung vorbehalten. Auch nach dem Tode des Letztlebenden von ihnensollte die Benutzung des Nachlasses im Ganzen wie für einzelne Teile nochdreißig Jahre von der Zustimmung ihres Rechtsnachfolgers abhängig sein undder Königl. Bibliothek nur die Verwaltung zustehn. So kam es, daß auchnach dem Tode Herman Grimms (16. Juni 1901), zumal dessen Testaments-vollstrecker Professor Reinhold Steig lange Zeit der freien Benutzung undVeröffentlichung des Ganzen abgeneigt war, der 'Grimm-Schrank' der Königl.Bibliothek ein ungehobener Schatz blieb. Nur selten wurde in einzelne Stückeseines Bestandes bevorzugten Gelehrten Einblick gewährt. Gelegentlichtauchten wohl manche Kleinodien, Freude und Sehnsucht nach weiterenGaben weckend, auch aus dem Briefwechsel auf. Aber um den Inhalt desGanzen und namentlich um den des Briefwechsels spannen sich allmählichfast märchenhafte Erwartungen. Schon vor dem Weltkriege hatte ich michbemüht, von dem Testamentsvollstrecker und der überlebenden StifterinFräulein Auguste Grimm für die Akademie das Recht zur Benutzung undwissenschaftlichen Herausgabe des Briefwechsels ihrer drei großen Mitgliederzu erwirken. Erst im Sommer des Jahres 1917 hatten diese erneuten Be-mühungen Erfolg.

Jetzt endlich sprangen die Siegel: mit Zustimmung des Testaments-vollstreckers und mit Genehmigung des Fräulein Auguste Grimm und der