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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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und wirkte als Lehrer in der Nähe von Cöln. Er schrieb zwei größere Werke:Schloß Broich un sin Voartied" undUt auler un neier Tied". Die Werke sindleider im Buchhandel nicht mehr zu haben.Ut auler un neier Tied" umfaßt 3 Bände:1. Meister Beekwahter. 2. De lessde Bruhlew in Ewwekowwe. Die Opgeregden.3. De hermetische Gesellschaf. Kühne schreibt breit, aber seine Sprache ist anheimelnd;man meint, man höre einen alten, weißhaarigen Mülheimer mit der langen Pfeife, imWaumes"undmitderPlümeskappe" hinterm Ofen sitzend, erzählen. Am bekanntestenund wertvollsten ist die ErzählungMeister Beekwahter".

Hugo Stein. (Hugo Kückelhaus), der seine Jugendzeit in Mülheim a. d. Ruhrverlebte, ist Kaufmann in Essen. Seine Dialektdichtung,Butt ewer Gudd" hateinen zahlreichen Leserkreis gefunden.

Karl Broermann, geboren 1878, seit Januar 1907 Lehrer an der Lehrer-bildungsanstalt zu Kempen (Rhein). Außer einigen biographischen Arbeiten veröffent-lichte Broermann unter dem Schriftstellernamenten Voß" viele Novellen in größerenTageszeitungen, sowie einige pädagogische Arbeiten. Die Titel einiger Erzählungensind:Die Brüder; Das Muttersöhnchen; Von Stufe zu Stufe; Die Krankenschwester;Schatzgräber; Joram; Die Amsel; Das Konzert; Der Sänger; Die Brüder von derLandstraße". Dazu kommen noch heimatkundliche Schriften:Hubbelspöhn; Erzund Metall".

Fritz Schmidt, geboren 1866 in Wesel, lebt seit 1886 in Mülheim a. d. Ruhrals Volksschullehrer. Er schrieb Gedichte und Erzählungen, die zerstreut in denTageblättern erschienen; außerdem vor allemUt aul Popieren", Urkundliches undHandschriftliches aus dem Gebiete der ehemaligen bergischen Unterherrschaft Broich.Ferner zwei Schauspiele:Zwei Weihnachten" undModerne Wohltäter".

Friedr. W. Sandmann, geboren 1860 zu Speidorf, jetzt Lehrer in Mülheim.Sandmann verfaßte unter anderemJohn Nelson Darby und die Versammlung",Der Schuhmacher von Backenheim",Altes und Neues aus dem Missionsleben ander Niederruhr". In Vorbereitung sind die schon zum Teil erschienenenSprükwöderund Kallerote".

Carl Köhler wurde 1864 zu Cleve geboren. Als junger Lehrer im Gebietvon Mosel und Saar tätig, wandte er sich in seinen Mußestunden dem Studium derdort im Munde des Volkes lebenden Gesänge zu. In den Jahren von 188696sammelte er die auch wissenschaftlich bedeutendenVolkslieder an Mosel undSaar", die er in Gemeinschaft mit dem Germanisten Prof. Dr. John Meier-Basel inHalle erscheinen ließ. Beim Volksliedersammeln lernte K. als eine andere Seitedeutscher Volkskunstbetätigung die Naturholzarbeit kennen und ausüben. Von derWichtigkeit einer solchenHauskunst" für das Familienleben durchdrungen, suchter seit Jahren dieselbe schriftstellerisch und selbst praktisch arbeitend ins Volk zutragen. 1899 erschien sein Buch: Arbeiten in Naturholz; 1901 dieAnleitung zurEinrichtung einer Jägerstube". 1905 begann die Heftausgabe des Vorlagenwerkes:Die Naturholzarbeit als Volkskunst". 1902 wurde er hier nach Mülheim alsLehrer berufen, wo er bald große Handarbeitskurse einrichtete.

Eine erfreuliche Erscheinung auf literarischem Gebiet in Mülheim sind dievielen heimatkundlichen Aufsätze und Erzählungen im Dialekt. Nicht als oballe Arbeiten wissenschaftliche Erzeugnisse oder Kunstprodukte wären; viele habennur aktuellen Wert. Aber ein Gutes haben sie alle: sie wecken und fördern denHeimatsinn, und darüber freut sich jeder, der weiß, daß Anhänglichkeit an dieHeimat die erste und beste Vorbedingung für die Liebe zum Vaterland ist.

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