Verbandsfest zu feiern, um den Kassenbestand zu verzehren. Aber wider Erwartenfiel das Fest so glänzend und anregend aus, daß von ihm an wieder ein frischerZug in das Kriegervereinswesen kam.
In echt kameradschaftlicher Hilfsbereitschaft hat der deutsche Kriegerbund,dem der Verband seit dem Jahre 1890 angehört, mit mehreren Versicherungs-gesellschaften Empfehlungsverträge abgeschlossen. Den Kameraden des Kreis-Kriegerverbandes ist dadurch Gelegenheit gegeben, von mannigfachen Wohlfahrts-einrichtungen zu sehr günstigen Bedingungen Gebrauch zu machen. Weiter hat derBund auch eine Sterbekasse gegründet, welche in dem Geschäftsjahre 1906einen Mitgliederbestand von 81082 Versicherten mit über 1972 Millionen MarkVersicherungskapital notiert. Allen Kameraden ist der ausgiebigste Gebrauch dieserAnerbieten zu empfehlen, weil alle Versicherungen zu günstigen Bedingungenabgeschlossen werden.
Seit März des Jahres 1906 hat der Kriegerverband auf Anregung des KameradenVorsitzenden sich eingehender interessiert für die Fechtanstalt des deutschenKriegerbundes, eine Einrichtung, welche es sich zur Aufgabe gemacht hat, durchErlangung von Geldspenden und Verwertung von Sammelgegenständen, die sonstachtlos weggeworfen werden, den Kindern verstorbener Kameraden eine Heimstättezu gewähren. Die Mittel zur Errichtung des ersten Krieger-Waisenhauses warender Kronprinz- und Kronprinzessin-Stiftung entnommen worden. Diese Stiftung istgelegentlich der silbernen Hochzeit des damaligen kronprinzlichen Paares am27. Februar 1883 entstanden. Es wurde damals dem hohen Silberpaare zur Errichtungvon Krieger-Waisenhäusern die von den Kriegervereinen gesammelte Summe von64000 Mk. überreicht. Der genannten Stiftung wurden dann die von Jahr zu Jahrsich steigernden Erträge der Fechtanstalt des Deutschen Kriegerbundes zugeführt.Hierdurch ist es möglich geworden, daß nunmehr 4 Krieger-Waisenhäuser bestehen,und zwar ein evangelisches, „Glücksburg" genannt, in Römhild (Sachsen-Meiningen)für 112 Kinder, ein katholisches in Canth (Schlesien) für 70 Kinder, ein zweitesevangelisches (Renthe-Fink-Haus) in Osnabrück für 120 Kinder und ein zweiteskatholisches Haus in Wittlich (Rheinprovinz) für 70 Kinder. Die Zinsen der 258000 Mk.betragenden „Kaiser Wilhelm- und Kaiserin Augusta Viktoria-Spende", welche denbeiden Majestäten zur silbernen Hochzeit überreicht wurde, werden alljährlich anbesonders würdige und befähigte Zöglinge der Kriegerwaisenhäuser als Erziehungs-gelder und Beihülfen verteilt. Die Spende wurde von den Mitgliedern des deutschenKriegerbundes unter Mitwirkung der Fechtanstalt gesammelt. Durch diese Beihülfenist es sechs Zöglingen möglich gemacht, den Lehrerberuf zu ergreifen, einem, eineBaugewerkschule zu besuchen, und einem jungen Mädchen, in einer Haushaltungs-schule sich weiter fortzubilden. Leiter des hiesigen Fechtwesens ist der Vorsitzendeder Kriegerkameradschaft, Herr Königl. Kommerzienrat Küchen. In der kurzen Zeitdes Bestehens der Verbandsfechtschule, vom März 1906 bis zum 1. Oktober 1907,wurden allein von dieser 4597,70 Mk. für den guten Zweck abgeführt. Der Verbands-fechtschule sind zur Zeit drei Fechtschulen angegliedert, welche sich eifrig an derSammelarbeit beteiligen. Möge es dem hiesigen Fechtwesen als Lohn für die auf-opferungsvollen Bemühungen gelingen, den Bau eines 5. Waisenhauses, dessenErbauung immer festeren Boden gewinnt, für unseren Kreis zu sichern.
Durch das große Interesse, welches der Verbandsvorsitzende dem Krieger-vereinswesen entgegenbringt, herrscht ein frisches Leben in dem Verbände.Gegenwärtig umfaßt derselbe 24 Vereine mit 2344 Mitgliedern, und zwar:
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