und Arbeiterinnen, gleich 15% der Gesamtbevölkerung nach dem Stande vomNovember 1906. Es entfallen davon u. a. auf den Bergbau rund 4700, auf die gesamteEisenindustrie über 8600, auf die Industrie derSteine und Erden rund 1300, auf dieLederindustrie rund 1100 Arbeiter. Von den Arbeitern waren rund 19300 männlich(darunter 1268 jugendlich) und gegen 700 weiblich (darunter 225 jugendlich). Am1. April 1907 waren im Stadt- und im Landkreis Mülheim 332 Dampfkessel mit23965 qm Heizfläche und 309 Dampfmaschinen mit 22 471 Pferdekräften vorhanden(ausschl. der Kessel und Maschinen auf Schiffen).
Im Handelsregister des Amtsgerichts Mülheim waren Ende 1907 eingetragen:563 Einzelkaufleute, offene Handelsgesellschaften und Kommanditgesellschaften,47 Gesellschaften mit beschränkter Haftung, 15 Aktiengesellschaften, 2 Jurist. Personengem. §§ 33 und 36 H.-G.-B., zusammen 627 Firmen; im Genossenschaftsregister9 Genossenschaften; im Schiffsregister 424 Binnenschiffe.
So herrscht heute in allen Teilen der ehemaligen Grafschaft Broich ein regesvielseitiges wirtschaftliches Leben. Der Steinkohlenbergbau, die mannigfachstenIndustriezweige, Großhandel aller Art und Schiffahrt wirken jetzt hier vereint, umdas wirtschaftliche Gedeihen und damit die Wohlfahrt des ganzen Gebietes weiterzu sichern. Vom kleinen Lehnsstaate hat sich Mülheim in mühsamen Kämpfen zu einerbedeutenden Industriestadt emporgerungen, und wenn die Stadt auch die Spuren derandersgearteten, zum Teil bescheidenen, aber auch poesiedurchwebten Vergangenheitnicht zu verwischen vermag: das Großzügige, das die deutschen Industriellen früherim Auslande bewunderten, ist heute Gemeingut der Führer unsres Wirtschaftslebensgeworden. Überblickt man die Zahl bedeutender Männer, die in den letzten hundertJahren in diesem verhältnismäßig kleinen Gebiete tätig gewesen sind und nochwirken, dann erkennt man, daß das Gebiet der alten Herrschaft Broich auch in der neuenZeit sich eine Vorzugstellung bewahrt und für die neuere deutsche Wirtschaftsgeschichteeine bleibende Bedeutung gewonnen hat.
Quellen und Literatur
Achenbach Dr. H., Geschichte der Clev.-Märk. Gesetzgebung, Berlin 1869.
Averdun k Heinr., Die Duisburger Börtschiff ahrt, Duisburg 1905.
Bädeker G. D., Dinnendahl, ein Beitrag zur Geschichte der Industrie im Ruhrthale, Essen 1863.
Dicke Fr. Wilh., Adreßsammlung vom Großherzogtum Niederrhein, Schwelm 1834.
Engels Joh. Ad., Denkwürdigkeiten in den niederrhein. und westfäl. Provinzen, Werden 1817.
Glückauf, Berg- u. Hüttenmänn. Ztg., Beiträge zur Geschichte des Bergbaues, Essen 1866—1873.
Grevel Wilh., Geschichte des Landkreises Essen, Essen 1883.
Kamp A. von, Geschichte der Herrschaft Broich, Mülheim 1851.
Klanke-Richter, Geschichte von Broich und Mülheim a. d. Ruhr, Mülheim-Ruhr 1891.
Kliche Walter, Schiffahrt auf der Ruhr und Lippe im 18. Jahrhundert, Es. d. Berg. G. N. 37, 1904.
Lenzen Th. J. J., Beiträge zur Statistik des Herzogtums Berg, Düsseldorf 1802.
Matschoss Conrad, Franz Dinnendahl, ein lOOjähriges Dampfmaschinen-Jubiläum, Berlin 1903.
Meyer Heinr., Adreßbuch für den Reg.-Bez. Düsseldorf, Elberfeld anfangs 1840.
Münker Dr. Herbert, Ruhrschiffahrt, Zeitschr. d. Geschichtsvereins Mülheim a.d. Ruhr Nr. 2, 1907.
Ohm Joh. Jak., Merkantiles Handbuch fürs Großh. Berg, Elberfeld und Barmen 1809.
Reuß M., Mitteilungen aus der Geschichte des Oberbergamtes, Berlin 1892.
Vaterstädtische Blätter, Mülheim a. d. Ruhr 1907.
Waldthausen Fr. Albert von, Geschichte von Sälzer und Neuak, Essen 1902.
Akten und Berichte der Handelskammer.
Akten und Urkunden von Rob. Rheinen: Broicher Mühlen, Fiscus c./a. Broich, Ruppel und
Harnier, Vorster und Troost etc.Akten und Urkunden des Geschichtsvereins Mülheim a. d. Ruhr.Papiere aus dem Nachlaß des Bürgermeisters Chr. Weuste.Umfangreicher Briefwechsel mit den beteiligten Kreisen und persönliche Erkundigungen.
CÄIDLrssJ
293