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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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Die zweite, ebenfalls sehr alte Druckerei ist die von Ernst Marks, welchedurch Ankauf der im Jahre 1830 von F. W. Korschefsky, Eppinghoferstraße 11,errichteten Buchdruckerei begründet wurde. Korschefsky gab den „Boten fürStadt und Land" heraus, der 1844 im 10. Jahrgange stand; wie lange er erschienen,ist nicht bekannt. 1880 kaufte Ernst Marks die von Julius Wecker betriebeneBuchdruckerei 1 ) und damit den Verlag der „Mülheimer Zeitung", welche seit 1872erscheint. Nach dem Tode von Ernst Marks am 23. Juli 1905 ging der Verlag derMülheimer Zeitung als Gesellschaft m. b. H. auf die 3 Kinder und den Redakteur GottfriedOttweiler über, während die Druckerei Eigentum von Wilhelm Marks geworden ist.Druckerei und Verlag beschäftigen 70 Personen.

Die dritte der größeren Druckereien betreibt Julius Bagel. Begründet imJahre 1855 von dem verstorbenen Vater Julius Bagel sen., welcher nur Verlags-buchhandlung betrieb, vergrößerte der jetzige Inhaber das Geschäft zu einer bedeutendenGroßdruckerei, verbunden mit Steindruckerei, Lith. Anstalt und Geschäftsbücherfabrik,welche 150 Personen beschäftigt. Dem jetzigen Inhaber gehört der in Duisburg er-scheinende, im 20. Jahrgange stehende Nahrungsmittelanzeiger und gemeinschaftlichmit Carl Schroers, Duisburg, die seit Ende der 40er Jahre erscheinende und hierviel verbreitete „Rhein- und Ruhrzeitung", G. m. b. H., Verlag und Redaktionin Duisburg.

Außer diesen 3 Druckereien gibt es noch einige kleinere Betriebe z. B. vonErben Carl Blech und die alte Druckerei von W. Portmann.

Bis 1796 dienten die Duisburger wöchentliche Intelligenz-Zeitung, die Berlinerund die Amsterdamer Zeitung als Lektüre. Dann kam die Mülheimer Zeitung vonBlech hinzu; wie lange sie herausgegeben worden, weiß man nicht. Seit den 30erJahren gab Korschefsky den „Boten für Stadt und Land" heraus, und 1848 erschienhier in Mülheim noch ein Blatt (Druck und Verlag von F. H. Nieten) „Der Wächteran der Ruhr. Eine Zeitschrift für die Zeitgeschichte, für landwirtschaftliche,industrielle und Gemeinde-Interessen", aus der bald darauf die Rhein- und Ruhr-zeitung hervorging. Außer diesen Blättern wurden damals auch die „Allgemeinenpolitischen Nachrichten" von G. D. Bädeker, jetzt Rheinisch-Westfälische Zeitung inEssen, hier gelesen. — In Mülheim ist die Geschäftsstelle der in Duisburg gedrucktenMülheimer Volkszeitung und der von Walter Hammerstein hierselbst begründetenDeutschen Bergwerkszeitung, G. m. b. H., (Redaktion in Essen).

m) Die Handelskammer.

Die Handelskammer zu Mülheim a. d. Ruhr ist im Jahre 1840 nach Anhörungund unter Zustimmung der Gewerbetreibenden durch Königliches Statut vom26. Oktober als „Handelskammer für die Stadt und Bürgermeisterei Mülheima. d. Ruhr" errichtet worden und hat sich am 9. März 1841 konstituiert. Ihr Bezirkumfaßte zunächst nur die heutigen Stadt- und Landkreise Mülheim a. d. Ruhr undden Teil der heutigen Stadt Oberhausen, der damals noch zu den GemeindenStyrum, Alstaden und Dümpten der Bürgermeisterei Mülheim a. d. Ruhr gehörte.Nachdem im Jahre 1862 aus Teilen der drei genannten Gemeinden, sowie vonBorbeck (im heutigen Landkreise Essen) und Holten (im heutigen Landkreise Ruhrort)die Bürgermeisterei Oberhausen gegründet worden war, wurde der Wirkungskreisder Handelskammer durch Königlichen Erlaß vom 26. Mai 1869 auf die ganze

') Der Drtickereibetrieb befand sich ursprünglich in dem jetzigen Porzellangeschäft vonBritz, Eppinghoferstraße.

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