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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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Theodor Schmachtenberg, Tuch- und Casimirfabrik mit Färberei, Dellenstraße,Johann Diederich Hammacher, Siamosenfabrik, Hammacher & Schmachtenberg,Tuchfabrik, Johann & Wilhelm Jötten, Färberei und Druckerei, Wilhelm Jürgens,desgleichen und Johann Neulen, Tuchfabrik, Saarn. Heute besteht hier nur diegenannte Firma C. Roesch & Co.

e) Gerbereien und Lederfabriken.

Einen europäischen Weltruf besaß um die Mitte des vorigen Jahrhundertsund besitzt heute noch unsere Stadt durch ihre Lederindustrie. Die örtlichenVerhältnisse — gebirgige wasserreiche Lage (Lohmühlen) und Nähe guter Gerb-rindenwälder — waren einer Entwicklung der Gerberei und Lederindustrie besondersgünstig. Mülheimer Vachetten und Geschirrleder waren auf den Frankfurter undLeipziger Messen bald so gesucht, daß jeder dafür geforderte Preis anstandslosgezahlt wurde, und da Jahrzehnte lang dem Mülheimer Leder keine Konkurrenzerstand, wurde es eine überaus lukrative Ausbeute für die hiesigen Gerber.Heinrich Coupienne auf dem Dickswall, Heinrich Pelzer im Notweg, Friedrich Pelzerauf dem Wall und Wilhelm Rühl auf dem Löhberg brachten Schmiervachetten undGeschirrleder von ganz besonderer Herstellung auf den Markt. —

Als erste Gerber und Lederhändler sind die beiden Brüder Heinrich undChristian Pelzer anzusehen, die anfangs 1800 das Geschäft betrieben, dann deram 28. Januar 1808 zum Munizipalrat und 1813 zum 2. Beigeordneten ernannteJean Baptist Coupienne, dessen Vater in der Napoleonischen Zeit hier eingewandertwar — die Vorfahren wohnten in den Ardennen, zuletzt in Dinant (Belgien). J. B.Coupienne gründete seine Gerberei vor 1808 in der jetzigen Schollenstraße.

1810 gab es in Mülheim 5 Lederfabriken mit 12 Arbeitern. Sie verarbeiteten2000 Kalbfelle und 400 Häute im Werte von 5600 Tlr. Nach dieser Zeit begegnenuns die Namen Konrad Pelzer, Oberbach, Wilhelm Schürmann, Münsterstraße undWwe. Baptist Coupienne. Die Gerberei von J. B. Coupienne setzte der älteste SohnChristian fort, während der zweite Sohn Heinrich die Kalbledererzeugung um 1838auf die Bachstraße verlegte, wo die Fabrik heute noch ist. Um 1840 finden wirdie vorgenannten Heinrich Pelzer, Christian und Heinrich Coupienne, WilhelmSchürmann, sowie die Firmen Karl Becker, Heinrich Hörschgen, W. Kugelmann,Wilhelm Pelzer und C. W. Westhoff. In den 50 er Jahren gründeten die GebrüderJulius und Emil Heller, bald darauf Konrad Pelzer die ersten großen Gerbereien inBroich, wohin auch Wilhelm Rühl sein Geschäft verlegte.

Die Lederindustrie kann demnach auf einen mehr als hundertjährigen Bestandzurückblicken. Heute wird sie durch folgende Gerbereien vertreten, welche ihremangegebenen Gründungsjahr entsprechend aufgeführt sind:

H. Coupienne, gegründet vor ca. 70 Jahren durch Heinrich Coupienne,wie vorerwähnt. An Stelle der ursprünglichen Kalblederfabrikation wurde späterder alte Mülheimer Artikel Glanzvachetten (Schmiervachetten) aufgenommen. VonHeinrich Coupienne ging das Geschäft auf Eugen und J. B. Coupienne, von diesenauf Kommerzienrat Eugen Coupienne, Vorsitzender des Vereins der deutschenLederindustrie und Vorstandsmitglied der deutschen Lederberufsgenossenschaft(f 1907), und dann auf die heutigen Besitzer Ernst und J. B. Coupienne über. Spezial-artikel: Lackleder für Sattler und Wagenbedarf, Militär-Blankleder und Vachetten,farbige etc. Vachetten für Koffer etc., Schuhvachetten, farbige, lackierte etc., Polsterleder

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