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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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Dieser war 1840 bei der Thronbesteigung Friedrich Wilhelms IV. Huldigungs-Deputierter, wurde 1847 Kommerzienrat und starb 1848, 56 Jahre alt. Seine Witwe,die zuletzt das Familienhaus in der Althofstraße bewohnte, starb 1882, und damiterlosch die Familie Troost in Mülheim.

Das Werk feierte im Oktober 1841 sein 50jähriges Jubiläum, bei welcherGelegenheit sämtliche Arbeiter neu gekleidet wurden. Im Frühjahr 1845 beschäftigtees 950 Arbeiter, 1846 — 1210! Im Jahre 1849 setzten sich die Erben der Söhneauseinander: Hugo und Gustav erhielten die Firma Troost & Co. (Baumwollspinnereimit Spinn- und Dampfmaschinen, Wattefabrik etc.), Max und Albrecht erhielten dieFirma C. & F. Troost (Kattundruckerei und Weberei); die Wasseranlagen bliebenzunächst gemeinschaftlich. Der größere Teil „Casp. & Ferd. Troost" wurde am17. Oktober 1856 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt unter der Firma „Luisen-thaler Act.-Ges. für Druckerei, Weberei und Spinnerei" mit einem Aktien-kapital von 1 200000 Taler. Kaufmännischer Direktor war August Dierolf, technischerMax Troost, vom 8. Oktober 1863 ab Hermann Heinzelmann. Gegen Schluß desJahres 1856 wurde die Weberei auf 260 Stühle gebracht, die damals monatlich ca.6200 Stück ä 78 Ellen lieferten; in der Druckerei wurden monatlich ca. 8500 StückKattun hergestellt. 1861 waren in der Akt.-Ges. Luisental 650 Arbeiter beschäftigt.Am 19. Juni 1875 liquidierte die Gesellschaft. Die Weberei kam durch Kauf in dieHände von Soliro & Fierz in Stuttgart; Direktor war genannter Heinzelmann, der1872 die Fabrik erwarb und unter der Firma H. Heinzelmann & Co. weiterführte.1882 trat Carl Roesch in die Firma ein. Nach dem Tode des Hermann Heinzelmannwurde die Firma 1894 in C. Roesch & Co. umgeändert.

Der andere, frühere Teil der Fabrikanlage „Troost & Co.", die Spinnerei,die 1861 250 Arbeiter beschäftigte, kam am 1. Februar 1864 in den Besitz vonHeinrich Pelzer und ging dann — nachdem inzwischen die Firma Th. Kückelhaus& Co. (Kunstwollfabrik) und Schmitz-Gartzen & Co. (Baumwollspinnerei) in denFabrikanlagen eine Kunstwollfabrik eingerichtet hatten — auf die am 1. Februar 1872mit 425000 Taler gegründete „Mülheimer Actiengesellschaft für Kunstwollfabrikation,Woll- und Baumwollspinnerei" über, die am 21. September 1886 in „MülheimerKunstwollfabrik Act.-Ges." geändert wurde, „da seit längerer Zeit Woll- undBaumwollspinnerei, weil unlohnend, nicht betrieben worden sei". Direktoren warenTheodor Kückelhaus, Josef Schmitz-Gartzen und bis 8. Dezember 1890 Jos. Hoosemanns.Aufsichtsratsmitglieder waren u a. Heinr. Pelzer und Ernst Nedelmann hier. Seit1892 ruht der Betrieb ganz, 1896/7 kam die Fabrik in den Besitz von Thyssen & Cie.,welche später einen großen Teil des Geländes an H. Heinzelmann & Co. bezw.C. Roesch & Co. verkaufte.

Von dem ursprünglichen Etablissement „Luisenthal" sind heute noch diemechanische Weberei, Rauherei, Färberei und Bleicherei vorhanden. Die Anlagewurde zu Anfang durch ein Wasserrad getrieben, später mit Turbinen, so teilweisedie Kunstwollfabrik bis 1890. Die Troost'sche Fabrik durfte die Wasserkraft nurinsoweit benutzen, als dadurch die Broicher und Kahlenberger Mühlen nicht benach-teiligt wurden. l )

In den Jahren 1834/40 finden wir noch folgende kleinere Fabriken erwähnt: 2 )Mellinghoff & Mühlenbeck, Tuch- und Casimirfabrik mit Färberei, Dellenstraße,

*) Urteil vom 31. Dezember 1832 i. S. Vorster und Ruppel & Harnier c./a. Troost.2 ) Dickes & Meyers Adreßsammlungen.

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