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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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Ein Bild, wie sich die Aufwendungen des städtischen Haushalts im ganzenin den 4 Jahren gestaltet haben, geben die nachstehend gegenübergestellten Zahlenaus den Jahren 1904 und 1907, wobei zu bemerken ist, daß die Ziffern die Netto-summen, d. h. die zu Lasten der Stadt verbleibenden Zuschüsse nach Abzug derEinnahmen von den Ausgaben bedeuten:

Etat 1904 Etat 1907

Vermögens-und Schuldenverwaltung und städtische Zus chuß Mk. Zusckuß Mk.

Unternehmungen ............ 170428.18 16977.04

Allgemeine Verwaltung (einschl. Provinzialumlage

und Ausgaben für gemeinnützige Zwecke) . 405277.09 566648.91

Polizeiverwaltung .............. 121489.50 178446.

Bauverwaltung ............... 265030.55 474212.57

Armenverwaltung .............. 226235.76 227850.

Schulverwaltung ............. . 784063.92 _______ 1047990.48

Gesamtsumme: 1972525.- 2512125.

Gegenüber der aus diesen Zahlen hervorgehenden erheblichen Steigerung derAufwendungen, welche in den obigen Ausführungen ihre Erklärung findet, ist eserfreulich festzustellen, daß infolge der günstigen Entwicklung des wirtschaftlichenLebens es möglich gewesen ist, ohne Erhöhung der direkten und indirekten Steuernauszukommen. Eine Beruhigung für die Zukunft kann ferner aus dem Umstände ent-nommen werden, daß die städtische Rechnung Ende 1907 einen fast ganz aus den Über-schüssen der letzten Jahreangesammelten Betriebsfonds in Höhe von 1000000 Mk. aufweist.Bei der Kürze der seit der Bildung der neuen Stadtgemeinde verflossenenZeit ist es erklärlich, daß viele der in Angriff genommenen Aufgaben sich nochim Stadium der Vorbereitung oder im Anfang der Ausführung befinden. Dies gilt,abgesehen von einer immerhin kräftig geförderten Bodenpolitik, insbesondere vonden zahlreichen Bauprojekten (Schlachthof, Sparkasse, Badeanstalt, Gymnasium,Volksschulen, Ruhrbrücke, Straßenbahn etc.); rechnet man zu diesen noch den mitder Zeit immer dringender gewordenen Neubau eines Rathauses, so kann mit Rechtgesagt werden, daß die Stadtgemeinde in eine Periode eingetreten ist, welcheberufen ist, nicht nur der inneren Entwicklung, sondern auch dem äußeren Ansehender Stadt eine bestimmende Richtung zu geben. Möchten der Stadt und mit ihr demdeutschen Vaterlande günstige Zeiten beschieden sein, welche es den Bewohnern leichtmachen, die mächtigen Aufgaben der Gegenwart in einer auch in fernen Zeiten nochanerkannten Weise zu lösen und damit der gegenwärtigen Generation eine besondereBedeutung in der Reihe der einander folgenden Geschlechter der Stadt zu geben.

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