zu stellen. Bezeichnend für die damalige finanzielle Lage der Stadt ist der Umstand,daß zur Sicherstellung obiger Pacht die Einkünfte aus dem Marktstandgeld sowiedie Intraden aus dem Grundbesitze der Meistbeerbten „praeferentiell" bis zur Höheder Pacht verschrieben werden mußten.
Für die Unterhaltung des Pflasters und der Wege innerhalb der Stadt waren1817 und 1818 nur je 50 Taler vorgesehen, 1819 dagegen 1000 Taler. In den Jahren1819 bis 1822 wurden 4475 Taler für Verbesserung der Straßenverhältnisse ausgegeben;dazu kamen noch 1500 Taler für die Anlegung einer neuen Kirchtreppe.
Hier mag erwähnt werden, daß im Juli 1803 die Regierung verlangt hatte, anStelle des Friedhofes an der großen Kirche einen neuen Friedhof außerhalb derinneren Stadt anzulegen. Aber erst Ende 1812 wurde endlich der noch jetzt imGebrauch befindliche Friedhof an der Dimbeck in Benutzung genommen.
Bürgermeister Maubach schied im Jahre 1820 aus seiner hiesigen Stellungaus; sein Nachfolger wurde der Polizei-Inspektor Kniffter, der nur 2 Jahre langdas Amt eines Bürgermeisters von Mülheim innehatte. Ihm folgte im Mai 1822 derbisherige Kreissekretär Christian Weuste aus Krefeld, der über 25 Jahre lang dieVerwaltung der Bürgermeisterei Mülheim und sodann noch einige Jahre die Verwaltungder von der Stadt getrennten Landgemeinden leitete. Christian Weuste, geborenam 1. September 1789 zu Wolfschlade im Amt Gimborn-Neustadt, jetzt KreisGummersbach, war seit 1808 Verwaltungsbeamter in verschiedenen Stellungen;1812 wurde er Maire von Neustadt, 1814 Kalkulator bei der Kreisdirektion in Wipper-fürth, 1816 Kreissekretär in Mettmann; 1817 war er in gleicher Amtseigenschaft nachKrefeld versetzt worden.
Die Amtszeit des Bürgermeisters Weuste war eine Periode .steter Fort-jyitwickelung für Stadt und Land. Das Wegenetz wurde, wie wir weiter untensehen werden, bedeutend vermehrt; an die Stelle der unzulänglichen Verbindungbeider Ruhrufer durch eine Fähre trat die Kettenbrücke; die höhere Knabenschulewurde ins Leben gerufen und die Sparkasse eingerichtet; auch der Bau des Rat-hauses fiel in jene Zeit.
Die Einwohnerzahl in der Gesamtbürgermeisterei Mülheim a. d. Ruhr währendder Periode von 1822 bis 1846 ergibt sich aus folgender Übersicht:
Zahl der Einwohner
Davon
waren
Jahr
in derStadt
auf demLande
Zu-sammen
evan-gelisch
katho-lisch
jüdisch
sonstige
1822
5773
9458
15231
11850
3139
242
__
1825
6126
10294
16420
12885
3283
252
—
1828
6543
10748
17291
13572
3462
257
—
1831
6838
11130
17968
14142
3607
219
—
1834
7442
11590
19032
14903
3879
250
—
1837
8172
12465
20637
16058
4310
268
1
1840
8817
13252
22069
—
—
—
—
1845
—
—
25088
19065
5698
325
—
1846
10162
15386
25548
—
—
—
—
Die Zunahme der Steuerkraft hielt mit der Steigung der Einwohnerzahl nichtgleichen Schritt, wie die beiden folgenden Übersichten zeigen. Darnach ist nur beider Gewerbesteuer eine erhebliche Zunahme eingetreten; das Anwachsen der Klassen-
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