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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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zu stellen. Bezeichnend für die damalige finanzielle Lage der Stadt ist der Umstand,daß zur Sicherstellung obiger Pacht die Einkünfte aus dem Marktstandgeld sowiedie Intraden aus dem Grundbesitze der Meistbeerbtenpraeferentiell" bis zur Höheder Pacht verschrieben werden mußten.

Für die Unterhaltung des Pflasters und der Wege innerhalb der Stadt waren1817 und 1818 nur je 50 Taler vorgesehen, 1819 dagegen 1000 Taler. In den Jahren1819 bis 1822 wurden 4475 Taler für Verbesserung der Straßenverhältnisse ausgegeben;dazu kamen noch 1500 Taler für die Anlegung einer neuen Kirchtreppe.

Hier mag erwähnt werden, daß im Juli 1803 die Regierung verlangt hatte, anStelle des Friedhofes an der großen Kirche einen neuen Friedhof außerhalb derinneren Stadt anzulegen. Aber erst Ende 1812 wurde endlich der noch jetzt imGebrauch befindliche Friedhof an der Dimbeck in Benutzung genommen.

Bürgermeister Maubach schied im Jahre 1820 aus seiner hiesigen Stellungaus; sein Nachfolger wurde der Polizei-Inspektor Kniffter, der nur 2 Jahre langdas Amt eines Bürgermeisters von Mülheim innehatte. Ihm folgte im Mai 1822 derbisherige Kreissekretär Christian Weuste aus Krefeld, der über 25 Jahre lang dieVerwaltung der Bürgermeisterei Mülheim und sodann noch einige Jahre die Verwaltungder von der Stadt getrennten Landgemeinden leitete. Christian Weuste, geborenam 1. September 1789 zu Wolfschlade im Amt Gimborn-Neustadt, jetzt KreisGummersbach, war seit 1808 Verwaltungsbeamter in verschiedenen Stellungen;1812 wurde er Maire von Neustadt, 1814 Kalkulator bei der Kreisdirektion in Wipper-fürth, 1816 Kreissekretär in Mettmann; 1817 war er in gleicher Amtseigenschaft nachKrefeld versetzt worden.

Die Amtszeit des Bürgermeisters Weuste war eine Periode .steter Fort-jyitwickelung für Stadt und Land. Das Wegenetz wurde, wie wir weiter untensehen werden, bedeutend vermehrt; an die Stelle der unzulänglichen Verbindungbeider Ruhrufer durch eine Fähre trat die Kettenbrücke; die höhere Knabenschulewurde ins Leben gerufen und die Sparkasse eingerichtet; auch der Bau des Rat-hauses fiel in jene Zeit.

Die Einwohnerzahl in der Gesamtbürgermeisterei Mülheim a. d. Ruhr währendder Periode von 1822 bis 1846 ergibt sich aus folgender Übersicht:

Zahl der Einwohner

Davon

waren

Jahr

in derStadt

auf demLande

Zu-sammen

evan-gelisch

katho-lisch

jüdisch

sonstige

1822

5773

9458

15231

11850

3139

242

__

1825

6126

10294

16420

12885

3283

252

1828

6543

10748

17291

13572

3462

257

1831

6838

11130

17968

14142

3607

219

1834

7442

11590

19032

14903

3879

250

1837

8172

12465

20637

16058

4310

268

1

1840

8817

13252

22069

1845

25088

19065

5698

325

1846

10162

15386

25548

Die Zunahme der Steuerkraft hielt mit der Steigung der Einwohnerzahl nichtgleichen Schritt, wie die beiden folgenden Übersichten zeigen. Darnach ist nur beider Gewerbesteuer eine erhebliche Zunahme eingetreten; das Anwachsen der Klassen-

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