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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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Johann Heinrich Bockeier. D.Michael Becker. D.Wilhelm Bögel. D.Mai 10: Johann Heinrich Eichholz (P. 109). D.

Johann Theodor Kleinenbrahm (P, 111). D.Wilhelm Siepmann. D.Johann Heinrich Vorstmann (P. 112). D.Juli 20: Heinrich Bovermann (P. 164). D.Aug. 16: Johann Theodor Kukis (P. 192). D.Sept. 6: Wilhelm Lohbeck (P. 212). D.Es ist gewiß kein Zufall, daß im Frühling 1813 besonders viele Namenerwähnt werden!

Daneben ist manch Zug heldenmütiger Tapferkeit auch von den unter Napoleonkämpfenden bergischen Truppen überliefert. Der Glanz des Schlachtenkaisers hatüberall hineingeleuchtet. Mochten daheim weinende Eltern zurückbleiben: vor demFeinde sah man nur ihn, den Gott des Heeres, der keine andern neben sich duldet 1 ).So oft Napoleon 2 ) als Friedefürst gepriesen wird: der Krieg ist doch dereigentliche Inhalt seines Lebens. Hätte die Fremdherrschaft auf allen anderen Gebietennur Wohltaten verbreitet, so würde dieser eine Schatten, daß sie vielfach einerLagerherrschaft ähnelte, nicht gebannt werden können. Die aus jener nun längstentschwundenen Zeit noch heute vorhandenen Aktenmassen reden eine deutlicheSprache. Rein äußerlich kann sich keiner ihrer Teile mit dem vergleichen, der diemilitärischen Angelegenheiten behandelt. Auf dem linken Rheinufer nahm man dieBulletins der Großen Armee sogar in die offiziellen Amtsblätter, die sog. Präfektur-akten auf. Wir fragen vergeblich, was sie dort zu suchen haben.

Nun ist aber auch in außermilitärischer Beziehung die Periode der Fremd-herrschaft für Berg und Broich keineswegs nur eine Periode des Aufschwungs nachlangem Stillstand und des herrlichen Erwachens nach tiefem Schlafe. Es besteht eineinschneidender Unterschied zwischen dem Rheinlande des linken Ufers, das direkt

mit dem Empire vereinigt ist, und dem nur lose der französischen Machtsphäreangegliederten Bergischen Großherzogtume. Die verdienstvollen UntersuchungenCharles Schmidts haben erst neuerdings nachgewiesen, daß auf wirtschafts- undspeziell handelspolitischem Gebiete gerade die unklare Zwitterstellung dem Bergisch ^.nLande schweren Schaden gebracht hat. Während die französische Gesetzgebungauf dem linken Ufer die wirtschaftliche Blüte des Landes mit allen Mitteln befördertund ihr vor allem durch Erschließung des unabsehbaren innerfranzösischen Absatz-gebietes die glänzendste Zukunft eröffnet, hat sie das Großherzogtum auf dem rechtenUfer von allen Seiten mit hohen Zollschranken umgeben und im Interesse derfröhlich aufblühenden französischen IlTdustrie - 3te~~unliebsame bergische Konkurrentinruiniert und die reiche Frucht der gedeihlichen Arbeit der letzten Jahrzehnte nahezuvernichtet.

Zu den merkwürdigsten Bestandteilen des Großherzoglich-Bergischen Ver-waltungsarchivs gehören noch heute die gehaltvollen Denkschriften vor allem derWuppertaler Fabrikanten, in denen sie durch ein überwältigend großes und höchstbesorgniserregendes Tatsachenmaterial das Verderbliche der auch von äußerpolitischen

') Verordnung über die Feier der russischen Siege vom 3. Okt. 1812 (P. 365).'-) Einführung der Feier des Napoleonfestes im Großherzogtum am 8. Aug. 1810 (P. 283).Vergl. 1811 Aug. 15 (P. 265).

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