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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
Entstehung
Seite
1177
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Band III. Spez. Theil.

Kasuistik.

1177

Laufende

No.

1

Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.

2

Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3

Dauer

der

Lazareth-

behandlung.

4

187.

M. P., vom Ostpreussischen Füsi-lier-Regiment No. 33, verwundet am18. August 1870 bei Gravelotte:Gewehrschussbruch des linkenSchienbeins im mittleren Drittel.

Anfangs Drahthose. Am 11. Tage nach überstandener rosen-artiger Entzündung Gypsverband, der nach einigen Tagen wegenstarker Eiterdurchtränkung mit Heister'scher Lade vertauscht wird.Ende der 3. Woche werden Knochensplitter entfernt und die durchreichliche Kallusbildung schief vereinigten Bruchenden mittelsSchrauben gerade gestellt. Anfang des 4. Monats brechen die schonvernarbten Wunden wieder auf, und Splitterentfernungen verzögerndie endgiltige Heilung bis zum 14. Januar 1871.

|5 Monate.

188.

Ch. R., vom 2. Rheinischen In-fanterie-Regiment No. 28, ver-wundet am 19. Januar 1871 beiSt. Quentin: Granatschussbruch deslinken Schienbeins im mittlerenDrittel und Gewehrschussbruch desrechten Schien- und Wadenbeins immittleren Drittel.

R. wird vom 22. Januar bis 2. März 1871 in St. Quentin be-handelt, wo die Kugeln an der äusseren Seite der Wade heraus-geschnitten werden. Ueberführung nach Bonn. Rasche Kallusbildungund gutes Allgemeinbefinden, langsame Vernarbung. Heilung am28. Juni 1871. Linkes Schienbein nach aussen gebogen. Vierfinger-breite Narben an der äusseren Schienbeinfläche. Bewegung imFussgelenk und in den Gelenken der Zehen fast aufgehoben. Gehennur mit Stahlschienen mühsam möglich.

5 l /a Monate.

189.

A. R., vom Schleswig - Holstein-sehen Füsilier - Regiment No. 86,verwundet am 18. August 1870 beiGravelotte: Gewehrschussbruch deslinken Schienbeins im oberenDrittel.

Eine Mitrailleusenkugel brach von hinten her das Schienbein,dieselbe wird vorn am Schienbein 8 cm unter dem Knie heraus-geschnitten; gefensterter Gypsverband. Ende der 1. Woche beginntdie Eiterung unter hohem Fieber sehr stark zu werden, lässt abernach 8 Tagen wieder nach. In der 4. Woche sind die Wundensehr schmerzhaft und sehen schlecht aus. Zwei epileptiforme An-fälle treten auf, bleiben aber vereinzelt. Erst in der 8. Wochetritt nach Entfernung einiger Splitter Besserung ein, die ohne be-sondere Störungen zur Heilung führt.

190.

G. R., vn^ii Magdeburgischen^'tealier-RegimentNo. 36, verwundetam 1. September 1870 bei Sedan:Gewehrschussbruch des linkenSchienbeins im oberen Drittel..Eingangsöffnung unter dem Knie,Ausgangsöffnung fehlt.

Gypsverband, der in der 6. Woche wegen starker Schwellung desUnterschenkels mit Heister'scher Lade vertauscht wird. Wegenheftiger Eiterung wird eine Gegenöffnung angelegt. Von der10. Woche ab regelrechter Verlauf. Heilung am 28. Dezember 1870.

4 Monate.

191.

K. R., vom 8. BrandenburgischenIniai.terie-Regiment No. 64 (PrinzFriedrich Carl von Preussen), ver-wundet am 16. August 1870 beiMars la Tour: Splitterbruch desrechten Schienbeins im oberenDrittel durch Gewehrschuss.

R. befindet sich während des ganzen Wundverlaufes stets wohl,trotzdem öfters Splitter entfernt werden müssen. Verwachsung desBruches im Gypsverband. Am 14. November 1870 sind die Wundenfast vernarbt, der Bruch gut geheilt.

3 Monate.

I

Sanitäts-Bericht über die Deutschen Heere 1870/71. III. Bd. Spez. Theil,

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