teil.
th-ung.
hen.
Band III. Spez. Theil.
Kasuistik.
1113
Laufende
No.
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
503.
(Fortsetzung.)
504.
Seh., vom Hannoverschen Feld-Artillerie - Regiment No. 10, ver-wundet am 16. August 1870 beiMars la Tour: Splitterbruch desrechten Oberschenkels im unterenDrittel durch Granatschuss. Ein-gangsöffnung dicht oberhalb derKniekehle.
Verlauf, spätere Zustände u. s. w.
Eiter gefüllt; die Knorpel unversehrt, Hg. teres erhalten. Der Ober-schenkelknochen im unteren Drittel durch Kallusmasse bedeutendverdickt. In Höhe der Eingangsöffnung ragt ein rauhes spitzesKnochenstück hervor; über dem äusseren Knorren ist ein Stückchendes Geschosses eingeheilt. Im Fussgelenk etwas Eiter; das Sprung-bein oben und seitlich von Knorpeln entblösst und rauh; dasGrundgelenk der ersten Zehe ganz von Knorpel entblösst.
Der ganze Oberschenkel stark geschwollen, in der Mitte einebläuliche, von einem rosigen Hof umgebene Stelle. Karbolverband;Ausspritzen mit Karbolsäurelösung. In den nächsten Tagen schrittdie Rose schnell weiter über den ganzen Oberschenkel und nahmeine brandige Beschaffenheit an. Durch Einschnitt wurden mehrereKnochensplitter, ein Stückchen Beinkleid und Hemd entfernt. Starkjauchige Absonderung. Tod unter Irrereden am 4. September 1870an brandiger Rose.
Dauer
der
Lazareth-
behandlung.
20 Tage.
505.
St., vom 5. BrandenburgischenInfanterie - Regiment No. 48, ver-wundet am 7. Oktober 1870 beiBellevue: Splitterbruch des rechtenOberschenkels im unteren Dritteldurch Gewehrschuss. Eingangs-öffnung innen, Ausgangsöffnungaussen, 3 cm höher.
Sanitäts-Bericht über die Deutschen Heere 1870/71. III. Bd. Spez. Theil.
Am oberen Rande der Eingangsöffnung war die pulsirende Ober-schenkelschlagader zu fühlen. Starkes Knarren bei geringen Be-wegungen, geringe Verschiebung, bedeutende Splitterung. MassigeSchwellung. Fusssohle und Zehen dunkelblau gefärbt, kalt, selbstbei tiefen Nadelstichen unempfindlich. In Folge grossen Blut-verlustes war St. sehr blutarm. Gliedabsetzung -wurde verweigert.Am 2. Tage Entfernung einzelner Knochensplitter aus dem Schuss-kanal. Schienenverband; Pott'sche Seitenlage; Karbolverband; aufden Fuss Kampherspiritus. Am 5. Tage reichliche Blutung ausder Eingangs wunde, die durch Tamponade mit Eisenchloridlösungbald gestillt wurde. Am 6. Tage trat Fieber auf. Die Verfärbungund Empfindungslosigkeit des Fusses war auf den Fussrücken fort-geschritten. Die Schwellung über dem Knie hatte noch zuge-nommen. Am folgenden Tage wieder Blutung, gestillt wie früher;danach dreistündiger Schüttelfrost. Am 9. Tage wiederum zweistärkere Blutungen, zugleich entleerte sich viel übelriechende,mit Blutgerinnsel gemischte Jauche. Rosenrothe Färbung des Fuss-rückens und blaumarmorirte Flecken bis über das Sprunggelenkhinaus. Tags darauf wieder heftiger Schüttelfrost. Bei Entfernungder Tampons entleerte sich braune, mit zahlreichen Fetttröpfchengemischte Jauche. Hohes Fieber. St. starb, nachdem sich auch amOberschenkel Brandblasen eingestellt hatten, am 20. Oktober 1870.Pyämie. Brand.
Sektion: In der Oberschenkelschlagader, deren Wände imunteren Drittel des Oberschenkels verdickt sind, befindet sich miss-farbene Flüssigkeit nebst einigen breiigen Gerinnseln; in der Blut-ader bei gleichfalls verdickten Wänden feste, verwachsene undentfärbte Gerinnsel, welche sich in sämmtliche Verästelungen derOberschenkelblutader fortpflanzen. Der Schusskanal geht in derNähe des Knochens in eine zweifaustgrosse, mit breiigen, grau-rothen Massen gefüllte Höhle über. Der Oberschenkelknochen zeigtetwa 10 cm oberhalb des unteren Gelenkendes einen Bruch, dessenRichtung im Allgemeinen von innen oben nach unten aussen geht.Ein 10 cm langes und 3 cm breites Stück der äusseren Knochen-wand ist völlig abgesprengt und liegt lose in dem beschriebenenGewebsbrei. Von der Bruchstelle ab ist die Beinhaut nach oben15 cm weit vollständig abgelöst, der Knochen platt, stellenweisefleckiggrau. Die Beinhaut oberhalb der Ablösung stark verdicktund missfarbig. Die Splitterungen des Knochens gehen nach obenbis weit ins mittlere Drittel hinein, nach unten nicht bis insunversehrte Kniegelenk. Die inneren Organe ohne Veränderung.(Vergl. IV. Band dieses Berichtes, S. 104, X. A. 51.)
140
14 Tage.