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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
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Bandlll. Spez. Theil.

II. Schusskanäle. Verlauf, Ausgang und Behandlung.

911

Tabelle V.

Uebersicht über die Behandlung der Unterarm- und Hand wunden bei Deutschen 1870/71.

a. Verwundet,

b. davon gestorben.

Gesammtzahl

der Verwundeten bezw.

Gestorbenen mit näherer

Angabe.

Von der Gesammtzahl wurden behandelt:

A rtder

V e r \v n n d u n g.

mit verstümmelnder Operation:

bis zum Abg

ang erhaltend:arunter:

03

£

darunter:

a

M

a

03

B

d

6

%

a>"0

.2

0i

mit Absetzungim Schulter-gelenk.

mit Absetzungam Oberarm.

mit Absetzungim Ellenbogen-gelenk.

bo .

a e

-S g

E C3

mit Absetzungim Handgelenk.

mit Absetzungan Mittelhandoder Fingern.

mit Aussägung(im Schaft derUnterarmkno-chen bezw. anden Knochender Mittelhandund der Finger.)

mit Unterbin-dung grössererSchlagadern.

mit Heraus-nahme grössererSplitter;Nekrotomie.

mit ander-weitigen opera-tiven Eingriffen.

1

2

3

4

5 : 6

7

8

9

10 11

12 13

14

15

16

1.

2.

3

4.

5.

T3

a

3

f.

03U0)

a

Mehrfacher Bruch oder Bruch 1mit ausgedehnter Splitterung 1

Knochenverletzung ohne Bruch |

Zweifelhaft, ob Knochenver-letzung, bezw. ohne nähere <Angabe........

i Weichtheilverletzung. . . . j

a. . .

b. . .

a. . .

b. . .

a. . .

b. . .

a. . .

b. . .

a. . .

b. . .

23731

954

121

1555

40331

3089

5515

42IG

2

1

14

8

1

22

3311

21

8

21

74

1

1

1

1

214

196

63

18216

912105

1534

38923

307

9

3

1

174

1

41

1

215

5

181

16

63

10

5

101

2683152512

Summe der Unterarmwunden !

a. . .

b. . .

2057197

114 2

40 2

6424

21

4613

1943 251571 6

456

1041

161

Summe der Handwunden . . <

a. . .

b. . .

7109186

50334

2

2

113

6

48429

6606152

42

82

46

54

2

II. Schusskanäle. Verlauf, Ausgang und Behandlung.

Hinsichtlich der Beschaffenheit der Schuss-öffnungen an Unterarm und Hand sowie des Verlaufsdes Wundkanals enthalten einige der nachstehendenKrankengeschichten bestimmtere Angaben. So hatte bei W.(No. 243) die auf der Streckseite des linken Unter-arms eintretende und die Elle zerschmetternde Kugelbei ihrem Austritt auf der Beugeseite die Gewebe durchdie Splitter der Elle fast im Umfange eines Handtellerszerfetzt. Umgekehrt war bei G. (No. 136) die Eingangs-öffnung bei einem Schussbruch der rechten Speiche sehrgross, so dass die Muskelmasse ans ihr hervorquoll. Ueberden Gang des Geschosses liegt in der KrankengeschichteNo. 171 die Mittheilung vor, dass die Kugel die Speichezerschmetterte, auf der Elle sitzen blieb und von dortdurch die Eingangsöffnung herausgezogen wurde. 1 ) Bei

*) Vergl. hierzu S. 695 dieses Bandes: Kugel, nach Zerschmette-rung der Elle in der Speiche sitzend.

M. (No. 186) hatte sie einen Uniformknopf vor sich her-getrieben und durchbohrt.')

Viermal ist die Kugel in den Zwischenknochenraumam Unterarm eingedrungen, ohne die Knochen zu brechen(No. 8, 12, 32, 41). Bei K. (No. 32) streifte sie dieSpeiche und wurde nach 4 Monaten unter dem tiefenBeugemuskel der Hand entfernt, nachdem mehrfache Ent-zündungen durch sie veranlasst worden waren. Bei H.(No. 12) war wahrscheinlich die Zwischenknochen-Schlag-ader verletzt; die am 8. Tage auftretende Schlagaderblutung,welche sich 3 mal wiederholte, wurde schliesslich durchAnlegung der Aderpresse und eines festen Verbandes andem steilaufgehängten Arme zum Stehen gebracht.

Verletzung der Sehnen hat stattgefunden in denFällen No. 3, 13, 14, 49, 66, 130, 138, 152, 164, 253,287, 288, 311, 325, 366. Bei H. (No. 14) war die Kugel

») Vergl. hierzu 8. 717.