Band III. Spez. Theil.
Kasuistik.
907
,
Laufende
No.
1
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
2
Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3
Dauer
der
Lazareth-
behandlung.
4
302.
J. G., vom 1. BrandenburgischenUlanen-Kegiment (Kaiser von Russ-land) No. 3, verwundet am 3. Ok-tober 1870: Gewehrschuss in denlinken Oberarm.
Am 28. Mai 1871 in Frankfurt a. O. aufgenommen. Oberarmdurch sehr reichlichen Kallus verdickt, Ausgangswunde eitert vmdführt auf rauhen Knochen. Abmeisselung eines Theiles der Kallus-massen, Entfernung von Sequestern, Heilung der Wunde. Am7. August entlassen.
10 Monate.
303.
A. P., vom 3. Garde-Grenadier-Regiment Königin Elisabeth, ver-wundet am 18. August 1870 beiGravelotte: Gewehrschussbruch desrechten Oberarms. Eingang vorn;die Kugel theilte sich in zwei Stücke:eine Ausgangsöffnung innen, dieandere an der Hinterseite.
Schwellung erheblich, beträchtliche Eiterung, hohes Fieber,Schienen. Im weiteren Verlaufe werden Eitersenkungen eröffnetund Splitter entfernt. Ende 1870 ist der Bruch fest verheilt, dieEingangsöffnung vernarbt, beide Ausschussöffnungen eitern nochund führen auf rauhen Knochen. Im Mai 1871 entlassen mit festverheiltem Bruch, zwei eiternden Fisteln, die auf rauhen Knochenführen.
9 Monate.
304.
G. R., vom 2.Hessischen Infanterie-Regiment No. 82, verwundet am1. September 1870 bei Sedan: Ge-wehrschussbruch des linken Über-arms. Keine Splitterung.
3. September 1870: gefensterter Gypsverband, welcher gut liegt,in demselben Ueberführung nach Braunschweig. 18. Oktober:feste Vereinigung, Schienen. Sehr reichlicher Kallus hindert dieBeweglichkeit des Armes, weiterer Verlauf ungestört. Am 8. De-zember entlassen mit geschlossenen Wundöffnungen. Die Gebrauchs-fähigkeit ist in Folge des massenhaften Kallus beschränkt.
3 Monate.
305.
G. S., vom 3. Hannoverschen In-fanterie-Regiment No. 79, verwundetam 11. November 1870: Gewehr-schussbruch des linken Oberarms.Geringe Splitterung.
Schienen, später gefensterter Gypsverband, in welchem festeVereinigung erfolgt. Wundöffnungen brechen im Juni 1871 wiederauf, entleeren reichlich Eiter und häufig kleine Knochenstücke;der Knochen in grosser Ausdehnung abgestorben. Im Juli entlassen.Zwei eiternde Fisteln führen auf rauhen Knochen, die Gebrauchs-fähigkeit des Armes ist fast ganz aufgehoben.
8 Monate.
306.
E. K., vom 6. BrandenburgischenInfanterie-Regiment No. 52: Granat-schussbruch des rechten Oberarms.Massige Splitterung.
b. Gestorbene.
Kam im Schienenverbande mit ungeheiltem Bruch und starkeiternden Sclmsswunden Ende Oktober 1870 in Frankfurt a. O. an,wo grosse Einschnitte Besserung erzielten. 18. November: Ent-fernung mehrerer grösseier Knochenstücke aus der blutig er-weiterten Ausgangswunde, Verband mit Karbolöl. 19. November:bedeutende Anschwellung; Wundrose über den rechten Arm, Brustund Bauch. In den nächsten Tagen galliges Erbrechen, Gelb-färbung, lebhaftes Fieber mit heftigen Schüttelfrösten. Schwellungder rechten Leistendrüsen, welche in einigen Tagen in Eiterungübergehen. Chinin, Wein. 2. Dezember: Tod.
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