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VIII. Kapitel: Verwundungen des Oberarms.
Band III. Spez. Theil.
Laufende
No.
1
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
2
Verlauf, spätere Zustände u. s. w.
•
3
Dauer
der
Lazareth-
behandlung.
4
127.
A. F., vom 6. Ostpreussisehen In-fanterie- Regiment No. 43, verwundetam l.September 1870 beiNoisseville:Gewehrschussbruch des linken Ober-arms. Eingang an der Ansatzstelledes Deltamuskels, Ausgang an derInnenseite etwas tiefer. Gleichzeitigdurchbohrende Brustwunde durchdieselbe Kugel.
Schienenverband. Bluthusten mit grosser Athemnoth, essigsauresBlei mit Opium. Am 3. September: grosser Erguss im Brustfellsacknachweisbar, Steigerung der Athemnoth. Am 4. September: Tod.
4 Tage.
128.
F. G., vom 4. Pommerschen In-fanterie-Regiment No. 21, verwundetam 23. Januar 1871: Gewehrschuss-bruch des rechten Oberarms. Ein-schuss hinten, zwei Ausschussöffnun-gen vorn innen dicht nebeneinander.Starke Splitterung.
Anschwellung und Eiterung massig, Entfernung von Splittern,Lagerung auf Spreukissen, Fieber gering. Am 28. Januar inSchienenverband nach Chätillon übergeführt; während des Trans-ports heftiger Schüttelfrost mit nachfolgender Hitze und Schweiss.Am 31. Januar während der Nacht abermals heftiger Schüttelfrost;Schwellung und Eiterung des auf Kissen gelagerten Armes nehmenzu; übermangansaures Kali. Am 1. Februar wieder Frost, Abendsfieberfrei. Von da an wiederholen sich die Fröste häufig, das Fiebernimmt einen mehr gleichmässigen Charakter an, die Eiterung wirdjauchig; stündliche Ausspülungen mit übermangansaurem Kali. —Am 5.Februar: Tod.
13 Tage.
129.
H. H., vom 2. Thüringischen In-fanterie-Regiment No. 32, verwundetam 8.Dezember 1870: Splitterbruchdes rechten Oberarms. Eingangvorn, Ausgang hinten.
Am 10. Dezember in Orleans grosser Einschnitt an der Hinter-seite des Oberarms behufs Entfernung von Splittern, deren grösster2 72 cm lang; Lagerung auf Kissen. Eiterung beträchtlich, grosseMuskelfetzen stossen sich ab. Am 22. Dezember bei gutem Aus-sehen der Wunden Kieferklemme, welche mit Morphium in grossenGaben undChloral erfolgreich behandelt wird und Ende Januar 1871beseitigt ist; die Beschaffenheit der Wunden ist stets gut. In dieserZeit werden öfter Sequester entfernt. Mitte Februar: Typhus mitrasenden Delirien, Chinin zeigt sich gänzlich wirkungslos. AnfangMärz ist Patient fieberfrei, aber unbesinnlich und äusserst verfallen.Am 11. März: Tod. Die Armwunden hatten bei massiger Eiterungstets leidliches Aussehen. Feste Vereinigung der Bruchenden warnicht eingetreten.
3 Monate.
130.
A. J., vom 2. Schlesischen Grena-dier-Regiment No. 11, verwundetam 16. August 1870 bei Mars laTour: Splitterbruch des linken Ober-arms durch Granate. Eingang aussenam Ansätze des Deltamuskels, Aus-gang in der Furche des zweiköpfi-gen Muskels.
Starke Schwellung und geringe Eiterung, Lagerung auf Kissen;leichtes Fieber. Am 30. August 1870 wird die Eiterung jauchig,mit Luftblasen gemischt; Schüttelfröste, hohes Fieber, AnfangSeptember Abschwellung, Eiterung noch jauchig, aber wenigerreichlich; Allgemeinbefinden besser. 14. September: Entfernungmehrerer verschieden grosser Splitter und Anlegung eines ge-fensterten GypsVerbandes. Abends heftiger Schüttelfrost, der sicham folgenden Tage bei hohem Fieber wiederholt; Gelbfärbung undErgüsse in beide Brustfellsäcke. 21. September: Tod unter Bewusst-losigkeit.
Sektion: Doppelseitige eitrige Brustfellentzündung, in denLungen kleine Eiterherde in grosser Anzahl. Am Oberarm einemit eitrig-jauchiger Flüssigkeit gefüllte Höhle, in welcher sich 123 bis 5 cm lange in einander gekeilte oder nur an Knochenhauthängende Splitter vorfinden; in einem derselben ein bohnengrossesGranatstück festsitzend. Knochenhaut des oberen Bruchstückesdurch Eiter abgehoben, eitrige Knochenhautentzündung. In derMuskulatur um das Schultergelenk viele kleine Eiterherde, imGelenk trübe Flüssigkeit.
1 Monat.