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VIII. Kapitel: Verwundungen des Oberarms
Band III.
Laufende
No.
1
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
2
Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3
Dauer
der
Lazareth-
behandlung.
4
74.
A. K., vom 1. Garde-Regiment zuFuss, verwundet am 18. August 1870bei Gravelotte: Gewehrschussbruchdes linken Oberarms. Eingang ander Innen-, Ausgang an der Aussen-seite.
Am 9. August 1870: Lagerung auf Kissen. Am 22. August: Papp-schienenverband, hohes Fieber, Knochen auffallend stark aufgetriebenund sehr empfindlich. Wegen reichlicher Eiterung häufige Aus-spülungen mit Karbolsäurelösung; wiederholt werden kleine Knochen-splitter entfernt. Am 20. September: Schusterspanschienen. EndeSeptember: nur noch wenig Eiterung, Fieber ist geschwunden. Am10. Oktober: diphtherischer Wundbelag, welcher, mit übermangan-saurem Kali behandelt, nach etwa 10 Tagen guten GranulationenPlatz macht. Ein darauf angelegter Gypsverband muss wegenSchmerzhaftigkeit mit Schienenverband vertauscht werden. MitteNovember in Borkum sind Ein- und Ausgang geschlossen, brechenaber beide abwechselnd unter Temperatursteigerung wiederholt auf.Am 13. März 1871 wird ein 3 cm langer Sequester ausgezogen,darauf erfolgt dauernder Verschluss. Feste Vereinigung. Am 11. Junigeheilt entlassen.
9 i /t Monate.
75.
A. K., vom 3. NiederschlesischenInfanterie • Regiment No. 50, ver-wundet am 6. August 1870 beiWörth: Gewehrschussbruch desrechten Oberarms, starke Splitte-rung.
Am Tage der Verwundung werden 8 Splitter entfernt, daruntereiner von 4 cm Länge; Lagerung auf Kissen. Am 16. August 1870:gefensterter Gypsverband. Derselbe muss am 24. August wegenvölliger Durcbtränkung entfernt werden, zugleich hohes Fieber.Darauf Schienenverband. Nach Abstossung vieler kleiner SplitterAbnahme der Eiterung und gutes Allgemeinbefinden, so dass am2. September die Ueberführung nach Breslau stattfinden kann,von wo K. nach völliger Vernarbung der Wunde am 20. Juni 1871mit beschränkter Gebrauchsfähigkeit des rechten Arms als dauerndganzinvalide entlassen wird. Feste Vereinigung.
10»/i
Monate.
76.
G. K., vom 2. Hannoverschen In-fanterie-Regiment No. 7 7, verwundetam 6. August 1870 bei Spicheren:Gewehrschussbruch des linken Ober-arms ohne Splitterung.
Kam am 27. September 1870 im gefensterten Gypsverbande mitbereits fest verheiltem Bruch und noch eiternden Schussöffnungenin Sinzig an, wo die letzteren sich schlössen, nach 6 Tagen aberwieder aufbrachen, um sich mit schmutzig grauer filziger Masse zubedecken und unter lebhaftem Fieber und Schmerz rasch zu ver-grössern. Berieselung mit Karbollösung und Verband mit Kampher-wein hatten guten Erfolg. Im November ein Rückfall, welcherunter gleicher Behandlung beseitigt wird. Am 2. Januar 1871 mitvernarbten Wunden entlassen; Muskelschwund massig. Gebrauchs-fähigkeit beschränkt, aber nicht aufgehoben.
5 Monate.
77.
0. K., vom Leib-Grenadier-Regi-ment (1. Brandenburgisches) No. 8,verwundet am 16. August 1870 beiMars la Tour: Schussbruch des lin-ken Oberarms. Eingang an der in-neren Seite, Ausgang hinten aussen.
Kam im November 1870 mit fest verheiltem Bruch und hart-näckig eiternden Schusswunden, aus denen wiederholt abgestorbeneKnochenstücke entfernt waren, in Frankfurt a. 0. an. Hier wurdenach Erweiterung der Wunden mit Hammer und Meissel eine grosseAnzahl Sequester entfernt. Am folgenden Tage Wundrose, welchebis über die Hälfte des Unterarms reicht und durch Bepinselungmit Kollodium zum Stillstand gebracht wird. Eine Eiterhöhle ander hinteren Seite des Oberarms wird durch Einschnitt entleert.Ende November gutes Allgemeinbefinden, Wunden sind in Verheilungbegriffen. Mitte des Jahres 1871 invalidisirt. Keine Verkürzung.Feste Vereinigung. Schuss- und Schnittwunden vernarbt, die Narbenwenig verwachsen, der ganze Arm stark abgemagert. Schultergelenksteif, ebenso das Ellenbogengelenk, letzteres im stumpfen Winkel.Die Finger können nur halb gebeugt werden.
Fast 1 Jahr.