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VIII. Kapitel: Verwundungen des Oberarms.
Bandlll. Spez. Theil.
i
Laufende
No.
1
Bezeichnung des Verwundeten.Tag und Art der Verwundung.
2
Verlauf, spätere Zustände u. s. w.3
Dauer
der
Lazareth-
behandlung.
4
4.
H., vom 3. WürttembergisehenInfanterie-Regiment No. 121, ver-wundet am (i. Dezember 1870:Gewehrschuss in den linken Ober-arm am unteren Rande des grösserenBrustmuskels.
Die Wunde eiterte nur wenig, war aber ziemlich schmerzhaft,das Hautgefühl an den Fingern war vollständig aufgehoben, stelltesich jedoch mit fortschreitender Heilung der Wunde — allerdingsunvollkommen — wieder ein. Die sehr beschränkte aktive Beweg-lichkeit der Hand erfuhr auch durch lange fortgesetzte Anwendungder Elektrizität keine Besserung.
4 Monate.
5.
J., vom Garde-Füsilier-Regiment,verwundet am 1. September 1870bei Sedan: Gewehrschuss durch denlinken Oberarm. Gleichzeitig Schuss-quetschung an der linken Brustseite.
Verband mit Karbollösung. Klagen über grosse Schmerzhaftigkeitdes ganzen linken Arms. Im Oktober 1870 waren die Wunden verheilt,doch blieben heftige neuralgische Schmerzen zurück, welche sichEnde Oktober noch steigerten. Chloral und Morphium, Chinin mitEisen. Später gesellte sich zu den Schmerzen Steifigkeit in demlinken Hand- und sämmtlichen Fingergelenken, so dass die Handvollkommen unbrauchbar wurde. Die Behandlung hatte keinenErfolg.
8 Monate.
6.
K., vom Ostfriesischen Infanterie-Regiment No. 78, verwundet am18. August 1870 bei Gravelotte:Gewehrschuss in den rechten Ober-arm über dem Ellenbogengelenk ander inneren Seite.
Die Heilung der Wunde ging ungestört von statten und warnach drei Monaten beendet. Es bestand jedoch noch vollkommeneSteifheit des Ellenbogengelenks und grosse Schmerzhaftigkeit sowiedas Gefühl von Ameisenkriechen im Unterarm. Durch passiveund aktive Bewegungen sowie durch Elektrizität wurde wesentlicheBesserung erreicht.
5 Monate.
7.
K., vom Sächsischen 4. Infanterie-Regiment No. 103, verwundet am29.Augustl870bei Nouart Gewehr-schuss in den rechten Oberarm unter-halb der Achselhöhle.
Beide Schussöffnungen waren bald verheilt, in dem ganzen Armbestand jedoch bedeutende Schwäche, die Fingergelenke waren schwerbeweglich. Durch Elektrizität wurde der Zustand gebessert, esblieb aber eine fast vollständige Lähmung der Daumenmuskulatursowie Steifigkeit in den Gelenken dieses Fingers bestehen.
2 Monate.
8.
L., vom Sächsischen 5. Infanterie-Regiment (Prinz Friedrich August)No. 104, verwundet am 29. August1870 bei Nouart: Gewehrschussdurch den linken Oberarm dichtunter dem Schultergelenk undWeichtheilschuss durch den linkenOberschenkel.
Die Wunde des Oberschenkels war nach 7, diejenige am Oberarmnach 8 Wochen verheilt. Nach dieser Zeit stellte sich ein Gefühlvon Kälte und Taubheit am ganzen Arm ein, welches durchspirituöse Einreibungen und den induzirten Strom einigermaassengebessert wurde.
4 '/j Monate.
9.
P., vom Sächsischen 5. Infanterie-Regiment (Prinz Friedrich August)No. 104, verwundet am 30.November1870 bei Villiers: Gewehrschussin den linken Oberarm an derInnenseite.
Der Verlauf erlitt Störung durch starke Schwellung, Eiterung undWundrose. Anfang Januar 1871 waren die Wunden geschlossen,doch bestanden Schmerzen an der ganzen linken Hand, besonders amZeige- und Mittelfinger. Sämmtliche Finger waren krallenförnn'ggebogen und nur wenig beweglich, der Zeige- und Mittelfinger voll-kommen steif. Die Sehne des zweiköpfigen Muskels erschien gespanntund verkürzt. Passive Bewegungen und der konstante Strom bessertendiesen Zustand wesentlich, so dass schliesslich die Gebrauchsfähigkeitwenig vermindert war.
4 Monate.
10.
R., vom Sächsischen 2. Grenadier-Regiment (Kaiser Wilhelm, Königvon Preussen) No. 101, verwundetam 18. August 1870 bei Gravelotte:Gewehrschuss in den linken Oberarm.
Starke Eiterung. Von Anfang an bestand kribbelndes Gefühl inden Fingern, starke Schmerzhaftigkeit am Oberarm. Nach vollen-deter Heilung der Wunde war das Ellenbogengelenk vollkommensteif; durch passive und aktive Bewegungen sowie durch Elektrizitätwurde Besserung erreicht.
4 Monate.