BandHI. Spez. Theil.
VI. Abschnitt: Verletzungen des Kniegelenks.
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grosser Empfindlichkeit des Gelenks nicht möglich. (Vergl.Socin, S. 174, No. 1.)
221. A. K., Wehrmann vom 7. Pommerschen Landwehr-Regiment Xo. 54, verwundet am IG. Januar 1871 vor Beifort:Granatsplitterwunde am rechten Knie. Im ReservelazarethInowrazlaw im März dicht unter der Kniescheibe einegranulirende Wunde, von der aus man in der Tiefe auf rauhenKnochen gelangt; starke Eiterung. Wagerechte ruhige Lageund Soolbäder führten bis November die Heilung herbei; dasKnie konnte zwar bis zum stumpfen Winkel gebeugt werden,doch war die Gebrauchsfähigkeit des Beines gering.
222. IL, Füsilier vom 8. Westfälischen Infanterie-Begiment
No. 57, verwundet am HS. August 1870 bei Mars la Tour:Gewehrschuss in das linke Knie. Das Geschoss, an der Innenseitedes Gelenks eingedrungen, verletzte das Kniegelenk, streiftedie Knochen und trat in der Nähe des Köpfchens des Waden-beins aus. Anfang März 1871 Heilung mit völliger Steifheitdes Gelenks. (Vergl. Berthold, S. 565, No. 9.)
223. K. R., verwundet am 16. August 1870 bei Mars la Tour:Gewehrschuss. Eingang des Geschosses dicht am Aussenrandder linken Kniescheibe in der Höhe der Gelenklinie, Ausganginnen und hinten in der Höhe des inneren Schienbeinknorrens.Verletzung des Schienbeins. Am 5. Oktober im Reserve-lazareth Karlsruhe geringe Eiterung, Gypsverband. Am 30. Ok-tober Wunden geheilt, Knie unbeweglich. R. wurde nachBaden-Baden überführt. In Folge dieser Reise entzündlicheErscheinungen. Am 10. November war das Befinden wiederganz gut. (Vergl. Socin, S. 175, No. 12.)
224. F. K., Dragoner vom 1. Hannoverschen Dragoner-Regiment No. 9, verwundet am 28. August 1870 bei Marange:Gewehrschuss durch das linke Kniegelenk. Eingangsöffnungam äusseren Knorren des Schienbeins. Ausgangsöffnung in derKniekehle. Am 22. Oktober befindet sich K. im ReservelazarethOsnabrück; überstand hier ein typhöses Fieber. Am 22. No-vember geheilt; an der vorderen Narbe ist eine Ver-tiefung des Knochens fühlbar, das Knie kann in geringemGrade gebeugt werden.
225. Deutscher S. E., verwundet am 4. August 1870 beiWeissenburg: Gewehrschusswunde des linken Kniegelenks. Ein-schuss an der äusseren Seite des linken Kniegelenks. Kugelsteckt. Gestorben am 24. August im Reservelazareth Heidelberg.
Sektion: Im Gelenk viel Eiter, Zerstörung der innerenGelenkhaut, am äusseren Knorren des Oberschenkels einsechsergrosser Knorpel- und Knochenverlust, dervordere Rand der Gelenkfläche des Schienbeins zer-stört; unmittelbar unter der Gelenkfläche eine Rinne, welche'die Kugel enthält, der hintere Theil der Kugel ist dem blindenEnde des Schusskanals zugewendet; von hier ein kurzer Sprungnach unten; ein langer Sprung an der Aussenseite, ohne Zu-sammenhang mit dem ersten. (Vergl. Arnold, S. 134, No. 24.)
226. J. Gv. Soldat vom 1. Württembergischen Infanterie-Regiment Königin Olga, verwundet am 30. November 1870:Gewehrschuss in das linke Kniegelenk mit Verletzung desKöpfchens des Wadenbeins und des oberen Endes desSchienbeins, Eröffnung des Gelenks und Streifung der Knie-scheibe. Am 13. Dezember zu Berlin Erweiterung der Wundendurch Spaltung bezw. Verlängerung der Ausgangsöffnung bisins Gelenk. Am 2. Januar 1871 starke Blutung, Unterbindungin der Wunde. Am 4. Januar Tod in Folge starker Blutungaus der Kniekehlenschlagader.
227. J.W. vom 1. Nassauischen Infanterie-Regiment No. 87,verwundet am 6. August 1870 bei Wörth: Gewehrschusswunde
Sanitits-Bericht Uher die Deutschen Heere 1870,71. III. Bd. Spez. Theil.
am linken Knie. Eingang aussen unterhalb der Kniescheibe.Ausgang innen etwas höher. Gestorben am 4. September imReservelazareth Heidelberg.
Sektion: Kniegelenk voll Eiter; innere Kapselhaut belegt,Gelenkknorpel stark getrübt; tiefer Knochenverlust amoberen Ende des Schienbeins, der den vordersten Abschnittder Gelenkfläche mitbetrifft; von hier aus erstreckt sich an derinneren Seite ein Sprung, welcher ziemlich weit nach untenreicht; lobuläre Herde in den Lungen, erweichter Thrombusin der linken Schenkelvene. (Vergl. Arnold, S. 131, No. 45 a.)
228. IL B., vom 5. Brandenburgischen Infanterie-Regi-ment No. 48, verwundet am 6. August 1870 bei Saarbrücken:Schussverletzung des linken Kniegelenks. Eingangsöffnung amäusseren Knorren des Schienbeins. Die Kugel wurde di chtunter der Kniescheibe herausgeschnitten; Austritt von Ge-lenkflüssigkeit. Am 13. August Pott'sche Lage, Charpieverband;starke Eiterung. Am 20. August Erweiterung der Wunde, Ent-fernung vieler kleiner Knochensplitter; gefensterter Gypsverbandin gestreckter Lage. Am 29. August Schüttelfröste, jauchigerEiter, leichte Gelbsucht, grosse Eiterherde am Oberschenkel, dieunter sich und mit dem Gelenk in Verbindung stehen. Vonjetzt ab Verfall, weitere Fröste, Gelbsucht. Am 18. SeptemberTod an Pyämie. (Vergl. H. Fischer, S. 205, No. 340.)
229. Deutscher E. R., verwundet am 6. August 1870 beiWörth: Gewehrschuss. Eingang 2 cm unterhalb der Kniescheibean der Aussenseite des Gelenks. Ausgang in der Kniekehle nachaussen von der Mittellinie am Gelenkende des Schienbeins unddes Köpfchens des Wadenbeins. Gestorben am 17. Septemberim Reservelazareth Heidelberg.
Sektion: An der äusseren Seite des Schienbeins, un-mittelbar unter der Gelenkfläche eine tiefe Rinne,der innere hintere Theil des Wadenköpfchens abge-sprengt; Eiterdurchtränkung und Zerstörung der innerenKapselhaut, metastatische Herde in den Lungen. (Vergl.Arnold, S. 132, No. 67.)
2. Brüche.
230. P. H., Lieutenant, verwundet am 16. August 1870bei Mars laTour: Gewehrschusswunde am rechten Oberschenkel.Die Kugel ist an der äusseren Seite zwischen der Knie-scheibe und dem Wadenbein eingedrungen undstecken geblieben. Ende Dezember Heilung mit unbeweg-lichem Kniegelenk.
24. Oktober 1871: Umfang des rechten Obei-schenkels 2 cmgeringer als links, während der rechte Unterschenkel 2 cm stärkerist als der linke. Die Beugung im Kniegelenk ist, selbst passiv,nur bis zum rechten Winkel möglich; der Fuss schläft öfterein, und es tritt ein Gefühl von Ameisenkriechen auf; das Gehenauf unebenem Boden ist nur mit Hilfe eines Stockes möglich,das Bein ermüdet schnell.
231. A. K., Unteroffizier vom 2. Schlesischen Grenadier-Regiment No. 11, verwundet am 11. Januar 1871 vor Paris:Gewehrschuss in das obere Schienbeinende dicht unter-halb der Kniescheibe. Am 28. Februar 1871 geheilt. K.kann ziemlich gut gehen.
232. P. B., Füsilier vom Kaiser Franz Garde - Grenadier-Regiment No. 2, verwundet am 18. August 1870 bei Gravelotte:Gewehrschuss in beide Kniegelenke. Rechts: Splitterung desoberen Theils des Schienbeins; Ausgang in der Kniekehle.Links: Eingang vorn mehr nach innen; Ausgang innen hinten.Am 4. März 1871 geheilt.
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