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VII. Kapitel: Verwundungen der grossen Gelenke.
Bandlll. Spez.Theil.
I
102. K. S., Füsilier vom Grenadier-Regiment Prinz Carlvon Preussen (2. Brandenburgisches) No. 12, verwundet am16. August 1870 vor Metz: Gewehrschuss durch das rechteHandgelenk bezw. Handwurzel. Entfernung mehrerer Knochen-splitter, Lagerung zwischen Kissen, Verband mit Karbolsäure-lösung. Es bildeten sich mehrere Eiterherde. Die Behandlungbestand in Handbädern und Festlegung auf einer Schiene. S.wurde geheilt.
103. W. St., Grenadier vom 3. Garde-Grenadier-RegimentKönigin Elisabeth, verwundet am 18. August 1870 bei Gravelotte:Gewehrschusswunde am linken Handgelenk. Eintritt derKugel, die an der äusseren Seite des Gelenks herausgeschnittenwurde, in der Hohlhand. Heilte im Reservelazareth Merseburg bis20. Oktober 1870 unter massiger Eiterung.
104. A. W., Musketier vom 6. Brandenburgischen Infan-terie-Regiment No. 52, verwundet am 16. August 1870 vorMetz: Gewehrschuss durch das rechte Handgelenk. Mehr-mals Ausstossung von Knochensplittern; behandelt im dauerndenWasserbade. Am 9. Mai 1871 geheilt.
105. H. Ch., Grenadier vom Leib - Grenadier - Regiment(1. Brandenburgisches) No. 8, verwundet am 16. August 1870bei Metz: Gewehrschuss durch das linke Handgelenk. Am26. November 1870 geheilt.
106. G.,Musketier: Gewehrschuss durch die linkeHand-wurzel. Im Reservelazareth Gützow wurde wegen Hospital-brandes Aetzung mit Liquor Ferri sesquichlorati vorgenommen.G. wurde geheilt.
107. Ch. L., Jäger vom Magdeburgischen Jäger-BataillonNo. 4, verwundet am 30. August 1870: Gewehrschuss durchdas rechte Handgelenk. Ohne besondere Zwischenfälle wardie Heilung im Reservelazareth Nordhausen bis 20. Dezember
1870 vollendet. Das Handgelenk ist ganz steif, die Finger nurunvollkommen beweglich.
108. W. H, Füsilier vom 1. Westpreussischen Grenadier-Regiment No. 6: Gewehrschuss in das linke Handgelenk.Die Kugel wurde aus der Wunde entfernt. Heilte bis 20. Januar
1871 mit vollständiger Steilheit des Handgelenks und sämmt-licher Finger.
109. A. H., Musketier vom 1. Nassauischen Infanterie-Regiment No. 87, verwundet am 6. August 1870 bei Wörth:Gewehrschuss durch die linke Handwurzel, zwei Haarseil-schüsse am rechten Oberschenkel. Am 16. August im Reserve-lazareth Weilbach gefensterter Gypsverband; bei geringem Fieberund stets guter Eiterung erfolgte bis Ende Oktober 1870 dieHeilung.
110. W. B., Musketier vom 3. Hannoverschen Infanterie-Regiment No. 79: Gewehrschuss durch die rechte Hand-wurzel. Im Reservelazareth Hildesheim bei schlechter Eiterungdauerndes Wasserbad; mehrere Eiterherde mussten geöffnetwerden; Ausstossung von Knochensplitterchen. Am 23. No-vember 1870 geheilt.
111. B., vom 2. Grossherzoglich Hessischen Infanterie-Regiment (Grossherzog) No. 116, verwundet am 17. August1870 bei Mars la Tour: Gewehrschuss durch die Hand-wurzelknochen und das Handgelenk. Mitte Septemberim Reservelazareth Darmstadt sehr starke Schwellung der Handund des Vorderarms; Eröffnung mehrerer Eiterherde und Heraus-nahme von Splittern, senkrechte Stellung. Von jetzt ab Heilungohne Störung. (Vergl. Lücke, S. 33, No. 20.)
112. J., Soldat vom Sächsischen 6. Infanterie-RegimentNo. 105, verwundet am 18. August 1870: Gewehrschuss ins
rechte Handgelenk mit Verletzung der Handwurzel.Geheilt.
Befund im November 1872: Abmagerung des Vorderarmsum 2'/«cm; die Hand bis auf etwas gehinderte Drehungvöllig beweglich, aber schwach und eingeschlafen, so dass siegefasste Gegenstände häufig hinfallen lässt. Dauernd ganz-invalide, dauernd theilweise erwerbsunfähig. (Vergl. Evers,S. 379, No. 59.)
113. E., Grenadier vom Sächsischen 1. Grenadier-RegimentNo. 100, verwundet am 18. August 1870: Gewehrschuss insrechte Handgelenk mit Verletzung der Handwurzel.Geheilt.
Befund im Juni 1872: Handgelenk in gerader Linie steif,3. und 4. Finger unbeweglich. Dauernd ganzinvalide, dauerndgrösstentheils erwerbsunfähig. (Vergl. Evers, S. 379, No. 62.)
114. P., Schütze vom Sächsischen Schützen- (Füsilier-)Regiment No. 108, verwundet am 2. Dezember 1870: Gewehr-schuss ins rechte Handgelenk mit Verletzung derHandwurzel. Geheilt.
Befund im Mai 1873: Beträchtliche Abmagerung des Vorder-arms; Handgelenk im Winkel von 160° steif. Dauernd ganz-invalide, dauernd ganz erwerbsunfähig, dauernd einfach ver-stümmelt. (Vergl. Evers, S. 380, No. 66.)
llo. B., Soldat vom Sächsischen 8. Infanterie-RegimentNo. 107, verwundet am 18. August 1870: Gewehrschuss insrechte Handgelenk. Geheilt.
Befund im Juni 1873: Hand in ihrer Bewegung massig be-hindert. Zeitig ganzinvalide, zeitig theilweise erwerbsunfähig.(Vergl. Evers, S. 380, No. 67.)
116. Seh., Grenadier vom Sächsischen 2. Grenadier-Regi-ment No. 101, verwundet am 1. September 1870: Gewehrschussins linke Handgelenk mit Verletzung der Handwurzel.Geheilt.
Befund im Juni 1873: Massige Abmagerung des Vorderarms,Hand und Finger steif. Dauernd ganzinvalide, dauernd grössten-theils erwerbsunfähig. (Vergl. Evers, S. 381, No. 72.)
117. R., Gefreiter vom Sächsischen 4. Infanterie-RegimentNo. 103, verwundet am 29. August 1870: Gewehrschuss inslinke Handgelenk. Geheilt.
Befund im Juni 1871: Hand und Finger völlig unbeweglich.Dauernd ganzinvalide, dauernd gänzlich erwerbsunfähig, dauerndeinfach verstümmelt. (Vergl. Evers, S. 381, No. 74.)
118. St., vom 2. Badischen Grenadier-Regiment KaiserWilhelm No. 110: Gewehrschuss durch das rechte Hand-gelenk und Schussbruch des Unterkiefers. Heilung ohneZwischenfall. Hand abgemagert, Beweglichkeit und Hautgefülilsehr vermindert, Finger etwas gekrümmt und eingerollt. (Vergl.v. Beck, S. 593, No. 9.)
119. F. S., vom 1. Badischen Leib-Grenadier-RegimentNo. 109, verwundet am 18. Dezember 1870: Gewehrschussdurch das rechte Handgelenk mit Verletzung der Knochen.Heilung mit fast vollständiger Steif heit des Gelenks und Gefühl-losigkeit der Finger. (Vergl. v. Beck, S. 593, No. 4.)
120. A. S., Sekondlieutenant, verwundet am 19. Januar1871 bei St. Quentin: Gewehrschuss durch das linke Hand"gelenk und durch die Weichtheile des rechten Oberschenkels'Das Geschoss trat an der Rückenseite ein, an der Ellenseite aus-Im Feldlazareth zu Seraucourt Behandlung mit Eis und Schienen-verband. Am 22. Januar starke Schwellung, beginnendeEiterung. 24. Januar: Vermehrte Eiterung, Karbolsäureverband,beginnende Kieferklemme, Morphium. 25. Januar: Starrkrampf,