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3. Chirurgischer Theil A (1888) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Spezieller Theil: Verwundungen der einzelnen Körpergegenden ; zweite Abtheilung: Verwundungen der Gliedmaassen
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Band III. Spez. Theil.

III. Abschnitt: Verletzungen des Kllenbogengelenks.

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Knochen. Mitte Mai 1871 Heilung mit völliger rechtwinkligerSteifheit; Arm für leichte Arbeit brauchbar. Zeitig grösstentheilserwerbsunfähig. (Vergl. Berthold, S. 512, No. 21.)

61. L., Musketier vom Ostfriesischen Infanterie-RegimentNo. 78, verwundet am 16. August 1870 bei Mars la Tour:Gewehrschuss. Eintritt am äusseren Knorren des rechten Ober-arms, Zerschmetterung des Gelenkes, Austritt am Kronen-fortsatz der Elle. Im Oktober 1871 : Heilung mit völligerrechtwinkliger Steifheit des Gelenks; der Vorderarm steht inPronation, die Hand ist kühl, hängt schlaff herab, kann nichtgeschlossen werden. Zeitig gänzlich erwerbsunfähig und ver-stümmelt. (Vergl. Berthold, S. 512, No. 24.)

02. 0. H., Unteroffizier vom 3. Ostpreussischen Grenadier-Regiment No. 4, verwundet bei Amiens: Zerschmetterungdes rechten Ellenbogengelenks durch Gewehrschuss;geheilt; rechtwinklige feste Steifheit. 1872 : Ellenbogengelenk be-deutend aufgetrieben, in der Umgebung desselben noch 4 Fisteln,die auf abgestorbenen Knochen führen; zeitweise Schmerzenim Ellenbogen und Vorderarm, lähmungsartige Schwäche derFinger; Allgemeinbefinden schlecht; nach 5'A wöchentlicherBadekur und Entfernung von 2 dem äusseren Knorren desOberarms angehörigen Splittern heilten die Fisteln von Grundaus, die Schmerzen verschwanden, das Allgemeinbefinden bessertesieh sehr, und der Arm wurde ziemlich brauchbar. (Vergl. Neu-bauer, S. 205, No. 6.)

63. B., Ulan vom Altmärkischen Ulanen-Regiment No. 16,verwundet am 16. August 1870 bei Mars la Tour: Zerschmette-rung des linken Ellenbogengelenks durch Gewehrschuss.Heilung mit Knochenverlust und Steifheit des Gelenks; Ab-magerung und lähmungsartige Schwäche des Armes, Handgelenkbeweglich, die Finger können etwas bewegt, aber nicht geschlossenwerden. 1872 nach 8 wöchentlicher Badekur in WiesbadenSteifheit unverändert, Hand aber viel beweglicher. (Vergl. Neu-bauer, S. 205, No. 4.)

64. C. Seh., Gefreiter vom Kaiser Alexander Garde-Grena-dier-Regiment No. 1, verwundet am 4. August 1870 bei Weissen-burg: Gewehrschuss ins Ellenbogengelenk, Zersplitterungaller das Gelenk bildenden Knochen, starke Geschwulstder Weichtheile; im Reservelazareth Neuwied häufige heftigeBlutungen; sehr starke Blutarmuth; Unterbindung der Armschlag-ader 4 Wochen nach der Verletzung; Heilung mit steifem Ellen-bogengelenke 5 Monate nach der Verletzung. (Vergl. Hey-felder, S. 35 und V. Band dieses Berichtes, S. 589, No. 24.)

65. K., Jäger vom Sächsischen 1. Jäger-Bataillon (Kron-prinz) No. 12, verwundet am 2. September 1870: Gewehrschussins rechte Ellenbogengelenk mit Verletzung aller3 Knochen. Geheilt.

Befund im September 1871: Massige Abmagerung desArmes; Gelenk im rechten Winkel völlig steif, Hand undFingergelenke steif. Dauernd ganzinvalide und gänzlich er-werbsunfähig, einfach verstümmelt. (Vergl. Evers, S. 377,No. 45.)

66. F. M., Soldat, gestorben im Februar 1871 imReservelazareth Rostock.

Sektion: Verheilter Schusskanal dicht über dem rechtenFussgelenk; jauchender Schusskanal durch das rechteEllenbogengelenk mit Absprengung des äusserenund inneren Knorrens desOberarms, sowie desKronen-fortsatzes der Elle. Höhlen in der linken Lunge,Thrombose der linken Lungenschlagader, Brustfellentzündung,amyloide Entartung der Leber.

67. A. H., Füsilier vom 5. Brandenburgischen Infanterie-Regiment No. 48, verwundet am 10. Januar 1871 bei le Mans:Zerschmetterung des rechten Ellenbogengelenksund Vorderarmes durch Granatsplitter. H. wurde erst nach3 Tagen in einem alleinstehenden Hause im Zustande grosserErschöpfung mit brandigem Arme gefunden und ins Feldlazarethgebracht; zur Exartikulation war es zu spät. Der Tod tratam 20. Januar 1871 ein.

68. X. L., Grenadier vom 2. Ostpreussischen Grenadier-Regiment No. 3: Gewehrschuss durch das rechte Ellen-bogengelenk mit Bruch der Knochen. Im Laufe derBehandlung bildeten sich mehrere Eiterherde. Am 25. De-zember 1870 stellten sich Durchfälle ein und unter allmäligerErschöpfung erfolgte am 4. Januar 1871 der Tod.

69. H. N., Füsilier vom 1. Garde - Regiment zu Fuss,verwundet am 18. August 1870 vor Metz: Zerschmetterungdes linken Ellenbogengelenks durch Gewehrkugel. Am25. August 1870 im Reservelazareth zu Potsdam starke An-schwellung und Jauchung, sowie beginnende Kieferklemme.Zur Amputation war es zu spät, die inneren Mittel bliebenerfolglos; am 29. August 1870 erfolgte der Tod durch Starr-krampf.

70. C. K., Musketier vom 1. Niederschlesischen Infanterie-Regiment No. 46, verwundet am 21. Oktober 1870 bei Mal-maison: Oberflächliche Granatschusswunde an der Hüfte undSchuss durch den linken Ellenbogen mit starker Zer-schmetterung. Eintritt des Geschosses an der Aussenseitedes Vorderarms, Austritt an der Vorderfläche des Oberarms.Im Feldlazareth zu Versailles stetiges Fieber mit Trübung desBewusstseins und Kräfteverfall; bald trat trotz Karbolsäure-verbandes Jauchung ein. Am 1. November 1870 Irrereden undGelbsucht; am 3. November 1870 trat der Tod an Pyämie ein.

Die Sektion ergab pyämische Veränderungen fast in alleninneren Organen.

71. F., vom 67. Französischen Infanterie-Regiment, ver-wundet am 6. August: Schussöffnung dicht am Hakenfortsatzund an der Innenseite des Oberarms. Gelenk zersplittert.Im Bereich des Ellennerven Empfindungslosigkeit. Schüttel-fröste. Pyämie. Tod.

Sektion: Unteres Drittel des Oberarms zer-schmettert. Innerer Knorren abgesprengt, mehrere Splitterabgestorben, an anderen Stellen Kalluswucherung, Zerreissungdes Ellennerven, Gelenk verjaucht. (Vergl. H. Fischer,S. 50, No. 24.)

C. Verletzungen der Unterarmknochen.

1. Elle.

72. R. V., Musketier vom 1. Nassauischen Infanterie-Regiment No. 87, verwundet am 6. August 1870 bei Wörth:Gewehrschuss am Ellenbogengelenk. Kugel 5 cm überdem Gelenk ein-, 2'/2cm unter dem Hakenfortsatz ander Ellenseite ausgetreten; Gelenk verletzt; unbedeutendeSchusswunde am Unterleibe. Am 9. August 1870 im Reserve-lazareth Fulda Knochensplitter vom Hakenfortsatz entfernt. Eserfolgte Heilung.

73. J. P., Füsilier vom Brandenburgischen Füsilier-Regi-ment No. 35, verwundet am 6. August 1870: Gewehrschussan den linken Hakenfortsatz, wo die Kugel heraus-genommen wurde. Heilung bis 18. Oktober 1870 ohne Störung;Gelenk etwas steif.

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